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Weltmeisterschaft 2007, 2. Spieltag Gruppe D

Dänemark mit Standards erfolgreich

Dänemark - Neuseeland 2:0 (0:0)

Text von Tom Schlimme

15.9.2007   Hohe Überlegenheit gegen einen defensiv eingestellten Gegner heißt noch nicht, Tore schießen und gewinnen. Diese Erfahrung machte nach Deutschland gegen England jetzt auch Dänemark gegen Neuseeland. Jedenfalls bis zur 61. Minute. Bis dahin stand es 0:0, doch Dänemarks Kaptitänin Katrine Pedersen setzte einen Freistoß in den Winkel des von Jenny Bindon gut gehüteten Neuseeländer Tores. Nur fünf Minuten später wieder Freistoß Katrine Pedersen, diesmal vollendete Cathrine Paaske Sørensen mit dem Kopf. Bei diesem Ergebnis blieb es, und damit hatte Dänemark es am Ende doch besser gemacht als Deutschland am Donnerstag.

Dänemark, heute von Beginn an mit Stürmerin Merete Pedersen, war von Anfang an überlegen gewesen, schon im Mittelfeld wurden die Bälle erobert, Neuseeland kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Doch die Pässe der dänischen Mittelfeldspielerinnen waren zu ungenau und wurden schnell wieder an der Strafraumgrenze abgefangen, wo die neuseeländische Abwehr um die aus der Bundesliga bekannte Rebecca Smith einen guten Job machte. So pendelte der Ball meist zwischen neuseeländischem Strafraum und Mittellinie hin und her, ohne dass sich eine Torgelegenheit ergab.

Rebecca Smith

Neuseelands Spielführerin Rebecca Smith (das Bild stammt aus ihrer Frankfurter Zeit), und ihre Abwehrkameradinnen hatten alle Füße voll zu tun, um die dänischen Angriffe abzuwehren

Archivbild: Jochen Ditschler

In der 16. Minute dann einmal ein Hauch von Gefahr für das dänische Tor, als Alexandra Riley von links zum Flanken kam und die einzige Spitze Wendi Henderson in der Mitte verpasste. Gleich im Gegenzug kam auch Dänemark endlich gefährlicher, doch der Weitschuss von Bettina Falk Hansen ging genau auf Keeperin Bindon. Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte wenig später Paaske Sørensen mit einem Lattenknaller aus zentraler Position, etwa 25 Meter vom Tor entfernt. Es folgten noch einige Gelegenheiten der Däninnen, die jedoch alle nicht so zwingend waren wie dieser Schuss von Paaske Sørensen. Ein Kopfball von Paaske Sørensen ging über die Latte, dabei prallte sie mit dem Kopf mit dem von Marlies Oostdam zusammen, beide konnten nach kurzer Behandlungspause weiter spielen.

Wenig später kam die dänische Abwehrspielerin Mia Olsen zu einem platzierten, aber zu schwachem


Fernschuss, der Bindon keine Probleme bereitete. 32. Minute, Eckball Johanna Rasmussen, Verwirrung im neuseeländischen Strafraum, Julie Rydahl Bukh mit der Hacke Richtung Tor, doch der Ball kam nicht durch. Eine typische Szene, Dänemark präsentierte sich heute einfach nicht torgefährlich. Neuseelands Keeperin Jenny Bindon lief einige Male gut heraus und ließ brenzlige Szenen gar nicht erst entstehen, so in der 35. Minute gegen die von Anne Dot Eggers Nielsen schön angespielte Merete Pedersen oder wenig später sogar mit dem Kopf außerhalb des Strafraums gegen Rasmussen. Bezeichnend für Neuseelands Angriffsbemühungen in der ersten Halbzeit: Neuseeland kam in der 45. Minute zur ersten Ecke, Ria Percival trat sie hinter das Tor.

Nach dem Seitenwechsel stürmte Dänemark weiter, doch es war fast schon zum Verzweifeln, wie wenig aus der spielerischen Überlegenheit gemacht wurde. Immer wieder unpräzise Pässe, kaum einmal Dribblings über die Flügel. Beinahe wäre das sogar bitter bestraft worden, denn in der 54. Minute landete der Ball bei der 2. neuseeländischen Ecke auf dem Kopf von Stürmerin Henderson, doch diese köpfte weit vorbei. Auf der Gegenseite machte es die eingewechselte Maiken With Pape nicht besser, auch ihr Kopfball ging aus sechs Metern hoch über die Latte.

58. Minute, Bukh von links, M. Pedersen will zu Pape verlängern, Bindon dazwischen. Dann, nach genau einer Stunde, war es wie berichtet aber doch soweit: Foul von Maia Jackman, die dafür Gelb sah, an Pape, Freistoß durch Katrine Pedersen einen Meter vor dem Strafraum, Tor. Wenig später dann durch einen weiteren Freistoß von Pedersen der Kopfball von Sørensen zum 2:0, damit war das Spiel angesichts des schwachen neuseeländischen Angriffs natürlich entschieden.

Cathrine Paaske Sørensen

Cathrine Paaske Sørensen verwandelte den Freistoß von Katrine Pedersen mit dem Kopf und erzielte damit ihren zweiten Treffer im zweiten Spiel der WM

Archivbild: Nora Kruse

Neuseeland versuchte dann auch gar nicht, die Taktik zu ändern und blieb weiter auf Schadensbegrenzung bedacht. Eine einzige Chance ergab sich aber doch noch für Emily McColl, doch die dänische Keeperin Heidi Johannsen konnte ihren Schuss aus drei Metern bei spitzem Winkel abwehren. Auf der anderen Seite hätte gut das 3:0 fallen können, nach einer Unsicherheit der ansonsten starken Bindon beim Herauslaufen schoss Merete Pedersen aber überhastet über das leere Tor. So blieb es beim 2:0.


Katrine Pedersen

Dänemarks Kapitänin Katrine Pedersen entschied mit ihren Freistößen am Ende das Spiel

Archivbild: Nora Kruse



Fazit: Ein hoch verdienter Sieg für Dänemark, der manchmal beim Zusehen Schmerzen verursachte. Dänemark braucht einfach viel zu viele Chancen für ein Tor und hat dazu noch Mühe, sich überhaupt die Gelegenheiten herauszuspielen, weil zu oft mit ungenauen Pässen aus dem Mittelfeld operiert wird. Neuseelands Deckung ist schwer zu knacken, das hat auch die erste Halbzeit gegen Brasilien gezeigt, aber gegen Ende des Spiels scheinen die Kräfte nachzulassen und dann muss eigentlich jede Mannschaft, die ernsthafte Ambitionen auf das Viertelfinale bei einer WM hat, gegen Neuseeland ihre Tore machen. Letztlich hat es für Dänemark gereicht, Tore aus Standardsituationen sind auch Tore, und damit konnte sich Dänemark minimale Chancen auf das Viertelfinale erhalten. Da mit einem Punktverlust Chinas gegen diese Neuseeländerinnen aber nicht zu rechnen ist, müßte Dänemark gegen Brasilien schon recht hoch gewinnen...



Dänemark

Johannsen - Olsen, K. Pedersen, Andersen, Falk Hansen, Paaske Sørensen (86. Madsen), Rhydal Bukh, Dot Eggers Nielsen, Rasmussen (72. Sand Andersen), Gajhede Knudsen (46. With Pape), M. Pedersen

Neuseeland

Bindon - Percival, Erceg, Smith, Moorwood, Henderson (64. Tegg), Oostdam, Riley, Jackman, Duncan, McColl

Tore:
1:0 K. Pedersen (61.)
2:0 Paaske Sørensen (66.)

Gelbe Karten: Jackman, Erceg, Bindon

Schiedsrichterin: Mayumi Oiwa (Japan)


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