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Weltmeisterschaft 2007, 3. Spieltag Gruppe DChina trotz katastrophaler Chancenverwertung im ViertelfinaleNeuseeland - China 0:2 (0:0) | ||
Von Katja Öhlschläger20.9.2007 Nein, es gibt wahrlich bessere Spiele als das heutige zwischen China und Neuseeland in Tianjin. Was der Gastgeber dort bot, war fußballerische Magerkost. Die Chancen, die sich die Mannschaft von Marika Domanski-Lyfors dennoch erarbeitete, wurden in Serie kläglich vergeben. So kommt man zu dem Schluss, dass China mit dieser Gruppe großes Glück gehabt hat. Domanski-Lyfors hatte nach den zwei schlechten Spielen von Torfrau Han Wenxia reagiert und mit Zhang Yanru die Frau zwischen die Pfosten gestellt, die in den Jugendnationalteams ihre Gegner schon reihenweise zur Verzweiflung trieb. Viel zu tun bekam sie freilich erstmal nicht. Denn die Neuseeländerinnen beschränkten sich wie schon in den ersten beiden Partien auf die Verteidigung. Sicher, die Chinesinnen waren die bessere Mannschaft. Sie hatten auch durchaus schon bald gute Torgelegenheiten. Doch was sie daraus machten, ließ einen chinesichen Fan vermutlich verzweifeln. Beispiele gefällig? 2. Minute Fernschuss Zhang Ouying: Eckball. Zwei weitere Ecken folgen und bringen nichts ein, obwohl die Neuseeländerinnen sofort bei den Standardsituationen ihre Schwächen im Stellungsspiel offenbaren.
Co-Trainerin Pia Sundhage und Marika Domanski-Lyfors erwarten im Viertelfinale Norwegen. Extremer wird es dann in der 12. Minute. Nach einem Fehler in der neuseeländischen Abwehr kommt die bei dieser WM noch erfolglose Torjägerin Han Duan im Strafraum aus Nahdistanz zum Schuss, trifft aber nur das Außennetz. Zehn Minuten später - zwischendurch hatte Ria Percival auf der Gegenseite für den Ansatz von Torgefahr gesorgt, ohne eine Abnehmerin ihrer Flanke zu finden - setzte sich Ma Xiaoxu im Strafraum durch, kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch Torfrau Jenny Bindon reagierte glänzend. Eine Minute später setzt Bi Yan eine Direktabnahme nach Eckball neben das Tor. Bis zur Pause setzt sich das Bild fort. Die Neuseeländerinnen haben noch die Kraft für körperbetonte und teils etwas ruppige Abwehrarbeit, aber die |
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Chinesinnen sind zweikampfstärker. So erobern sie im Mittelfeld immer wieder die Bälle und spielen bis zum Strafraum keinen schlechten Fußball. In der 27. Minute etwa überbrücken sie schnell 30 Meter mit einem tollen Flügelwechsel. Ma Xiaoxu zieht aus halblinker Position ab, findet aber wieder in der heute sehr starken Jenny Bindon ihre Meisterin. Zwei Minuten später lupft Ma auf Han Duan, aber diese verpasst das Leder knapp. Wieder nur sieben Minuten später trifft Ma aus Nahdistanz das Außennetz, Han "gelingt" zwei Minuten darauf auf der anderen Seite das gleiche Kunststück. In Anbetracht des Spielstandes im Parallelspiel zwischen Brasilien und Dänemark, das zur Pause 0:0 stand, mochte man sich schon wundern, wie sträflich beste Gelegenheiten ausgelassen wurden. Zu ungestüm agierten die Gastgeberinnen im 16er, zu gut hielt aber teilweise auch Jenny Bindon. Ohne Patzer lief dieses Spiel dann aber doch nicht für Neuseelands Torfrau. Beim 1:0 durch Ji Lie hätte Bindon den Freistoß von Zhou Gaoping bereits abfangen müssen. Doch so traf Li Jie in der 57. Minute endlich zur ersehnten Führung. Wer meinte, der Knoten sei jetzt geplatzt, sah sich getäuscht. Im Gegenteil - was bis zum Strafraum zuvor noch gefällig aussah, klappte jetzt auch immer öfter nicht mehr. Der letzte Pass landete bei der Gegenspielerin oder die Chinesinnen rannten ein ums andere Mal ins Abseits. Es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre den Neuseeländerinnen nach etwas mehr als 60 Minuten sogar der Ausgleich gelungen. Torschützin Li leistete sich einen Riesenfehler gegen Zoe Thompson, die frei auf Zhang zulaufen konnte, den Kasten aber knapp verfehlte. So ganz komfortabel war die Situation also nicht. Schließlich hätte Dänemark gegen Brasilien nur in Führung gehen müssen, und das chinesische Torverhältnis hätte nicht gereicht. Dafür blieben die Offensivbemühungen Chinas verhalten.
Rebecca Smith und ihren Football Ferns blieb der Ehrentreffer bei dieser WM verwehrt. Erst eine Viertelstunde vor Schluss, als die Neuseeländerinnen zusehends müde wurden, übernahmen die Gastgeberinnen wieder das Kommando. Doch Han Duan und Ma Xiaoxu, das eigentlich so gefürchtete Sturmduo, blieben ohne Treffer. In der 75. Minute scheiterte Ma an |
einem hervorragenden Reflex von Bindon. Ma traf eine Minute später die Latte. Besser machte es in der 79. Minute Xie Caixia, die nach schöner Vorarbeit von Zhang Ouying den 2:0-Endstand besorgte.
Han Duan vergab reihenweise Großchancen. Ein Tor, das das Tianjin Olympic Center Stadium zum Kochen brachte. Doch eigentlich, das werden sich die Chinesinnen bei der Vorbereitung auf das Viertelfinale gegen Norwegen eingestehen müssen, gibt es keinen Anlass zum Jubeln. Dafür war die Leistung gegen engagierte, aber bestimmt nicht bärenstarke Neuseeländerinnen zu schlecht. Will man gegen die Norwegerinnen eine Chance haben, geht das nur mit einer besseren Trefferquote und mehr Durchsetzungskraft im Strafraum.
Neuseeland
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