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Weltmeisterschaft 2007, 3. Spieltag Gruppe D

Da war mehr drin für Dänemark!

Brasilien - Dänemark 1:0 (0:0)

Text von Tom Schlimme

20.0.2007   Die Ausgangslage für Dänemark vor diesem letzten Spieltag der Gruppe D war ernst, aber keineswegs hoffnungslos. Aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem Konkurrenten China hätte ein 1:0 Sieg gegen Brasilien zur Teilnahme am Viertelfinale gereicht. Brasilien, bisher gegen Neuseeland und China nicht ernsthaft gefordert, präsentierte sich gegen Dänemark durchaus anfällig und nach vorne wenig durchschlagskräftig. Je länger das Spiel 0:0 stand, desto größer wurden die Chancen Dänemarks, das entscheidende Tor zu schießen. Doch dieses eine alles entscheidende Tor schoss in der ersten Minute der Nachspielzeit dann nicht Dänemark, sondern Brasilien.

Okay, ein gerechtes Ergebnis wäre es nicht gewesen, wenn Dänemark am Ende gewonnen hätte. Gerecht im Sinne von dem Spielverlauf entsprechend. Brasilien war schon überlegen gewesen, technisch stärker mit mehr Torchancen, doch nah dran war Dänemark dem Viertelfinale schon. Doch der Reihe nach. Die erste große Chance des Spiels hatte Maiken With Pape, die in der 8. Minute nach schöner Flanke der erstmals bei der WM eingesetzten Christina Øyangen Ørnthoff wenige Meter vor dem brasilianischen Tor zum Kopfball kam. Doch Keeperin Andreia wehrte mit einem Klassereflex zur Ecke ab.

Christina Øyangen Ørnthoff

Christina Øyangen Ørnthoff wurde erstmals in diesem Turnier eingesetzt und bot auf der linken Seite in der Viererkette eine gute Leistung

Archivbild: Beate Wolter

Dänemark war leicht überlegen gewesen in dieser Anfangsphase, doch so ab der 15. Spielminute übernahm dann das brasilianische Mittelfeld das Kommando. In der 14. Minute ging es mit etlichen schönen Kombinationen zu Marta, die mit einem Zuckerpass auf Cristiane, die aber mit schwachem Abschluss neben das Tor. 24. Minute, guter Freistoß für Brasilien. Daniela, die aus solchen Entfernungen schon oft getroffen hat, steht bereit, doch Formiga schießt, knapp vorbei. 29. Minute, schöner Schuss von Cristiane aus der Drehung, doch auch vorbei. Dann Marta am Ball, spielt zwei Däninnen im Strafraum aus, doch aus spitzem Winkel trifft sie nur den Außenpfosten.

Die ballsicheren und dribbelstarken Brasilianerinnen dominierten gegen Ende der ersten Halbzeit nun klar,


auch wenn vorne die letzte Konsequenz im Abschluss fehlte und Marta längst nicht so in Szene gesetzt werden konnte wie zuletzt noch gegen China. In der 38. Minute dann noch einmal eine Chance für Dänemark nach Ecke von Anne Dot Eggers Niels kam Katrine Pedersen mit dem Kopf an den Ball, doch zur nächsten Ecke abgewehrt. In der 44. Minute dann nochmal Freistoß für Dänemark, Pedersen schießt gut, doch Andreia lenkt den Ball mit der Faust zur Ecke. So ging es dann torlos in die Halbzeitpause.

Formiga

Formiga, Arbeitsbiene im brasilianischen Mittelfeld und bei Freistößen und Eckbällen gefährlich

Archivbild: Urszula Striner

Drei Minuten waren nach der Pause gespielt, da holte Cristiane, der heute wenig gelang, einen Eckstoß für Brasilien heraus. Formiga gab den Ball herein, abgewehrt, Nachschuss Marta, superschnelle Reaktion der dänischen Keeperin Heidi Johansen. Dänemark holte in dieser Phase nur zwei Freistöße heraus, die von Nielsen zu schwach ausgeführt wurden, um Gefahr vor dem brasilianischen Tor verursachen zu können. Gefährlicher wurde da auf der anderen Seite Marta, die in der 55. Minute einen Lattenfernschuss verzeichnen konnte.

Dänemark konzentrierte sich seltsamerweise scheinbar hauptsächlich auf das Verteidigen des eigenen Tores. Phasenweise sah es so aus, als würde Brasilien noch ein Tor zum Weiterkommen benötigen und nicht Dänemark. Andererseits war natürlich klar, dass ein zu offensives Auftreten gegen die schnellen und gefährlichen Brasilianerinnen leicht zu einem Gegentor hätte führen können, und damit wäre dann wohl alles entschieden gewesen.

Doch so blieb Brasilien auf jeden Fall am Drücker. Pretinha in der 65. mit einem Schuss aus der Drehung knapp am Winkel vorbei, dann hielt Johansen mit einer weiteren guten Parade einen schönen Flachschuss von Marta. In der 71. Minute schoss dann die eingewechselte Johanna Rasmussen für Dänemark mit einem schnellen Konter auf links nur knapp vorbei, das Ding wäre unhaltbar gewesen! Auf der anderen Seite dann Marta links durch, gibt nach innen, doch der Ball geht an der Fünfmeterlinie durch den Strafraum, ohne das Pretinha herankommt.

In der 83. Minuten hielt Johansen einen Schuss von Daniela nach


Vorarbeit von Marta, in der 85. dann wieder eine Großchance für Brasilien: weiter steiler Ball auf Daniela, Johansen bleibt in ihrem Kasten, gang gefährliche Situation, doch Daniela wird doch noch abgelaufen von der zurückeilenden Gitte Andersen, Pedersen blockt den Nachschuss von Marta. Jetzt endlich, in den letzten zehn Minuten vor Schluss, spielte Dänemark alles oder nichts, wurde stärker und kam auch noch zu Chancen. In der 89. sprach Schiedsrichterin Kari Seitz Dänemark einen Freistoß in bester Position zu, mittig-halblinks ca. drei Meter vor dem Strafraum.

Katrine Pedersen, die bei dieser WM durch gute Freistöße auffiel und mit einem auch schon erfolgreich war, stand bereit, doch Anne Dot Eggers Nielsen nahm ihr den Ball weg und schoss in die Mauer, der Nachschuss geriet zum Kullerball. In der ersten Minute der Nachspielzeit war es dann Pretinha, die von Elaine mit einem guten Pass bedient, gegen die aufgerückten Däninnen zum Siegtreffer einnetzte. Die Taktik der Däninnen, erst lange ein 0:0 zu halten um dann mit einem entscheidenden Tor die Gegnerinnen überraschen zu können, war nach hinten losgegangen.

Kenneth-Heiner-Møller

Seine Taktik ging nicht auf: Dänemarks Trainer Kenneth-Heiner-Møller

Archivbild: koe



Brasilien

Adreia - Elaine, Tania, Daniela (89. Rosana), Formiga, Naycon, Marta, Cristiane (61. Pretinha), Monica, Simone, Ester

Dänemark

Johansen - Olsen, K. Pedersen, Andersen, Paaske Sørensen, Rydahl Bukh (65. Rasmussen), With Pape, Dot Eggers Nielsen, Gajhede Knudsen (78. M. Pedersen), Øyangen Ørnthoff, Sand Andersen (65. Kjær Dimun)

Tor: Pretinha (90+1.)

Gelbe Karten: K. Pedersen

Schiedsrichterin: Kari Seitz (USA)


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