Text und Archivfotos: Volker Lieberum12.9.2007
Am zweiten Tag (11.9.07) startete für die schwedische Mannschaft die WM. Zum Auftakt dachte man es mit einem vermeintlich schwächeren Gegner, Nigeria, zu tun zu haben. Nachdem die beiden anderen Teams, USA und Nordkorea, zuvor 2:2 Unentschieden gespielt hatten, erhoffte man sich mit einem Sieg eine gute Ausgangslage zu schaffen.
Petrus meinte es gut mit den Nordeuropäerinnen, mit leichtem Regen und einer Temperatur knapp über 20 Grad schaffte er damit klimatische Bedingung, die eher ihnen behagen mussten, als den Westafrikanerinnen.
Schweden, die durch die Erkältung von Nilla Fischer, Frida Östberg ins zentrale Mittelfeld beorderten und dadurch Sara Thunebro auf die linke Defensive setzten, hatten Anstoß im Sports Center Stadium in Chengdu. Nigeria hatte mit Perpetua Nkwocha, Faith Ikidi, Maureen Mmadu und Cynthia Uwak vier Spielerinnen in der Startelf, die in der schwedischen Liga ihr Brot verdienen.
Zu Beginn wollte es das Drei-Kronen-Team zeigen, dass sie der Favorit auf dem Platz seien, und zwei Chancen bewiesen diese Ansicht. Etwa durch Hanna Ljungberg, die nach langer Verletzungspause wieder im Startaufgebot stand, in der ersten Minute, als sie über rechts auf das Tor anstürmte und dann in aller letzter Sekunde hängen blieb. Eine halbe Minute später hatte es Therese Sjögran auf dem Fuß, als sie von der Strafraumgrenze abzog und die nigerianische Torhüterin Precious Dede, den Ball gerade mal an die Latte lenkte.
Nach langer Verletzungspause konnte Hanna Ljungberg nur wenige, gute Akzente setzen
Doch anschließend rückten die Afrikanerinnen auf das schwedische Tor und gelangen zwischen der 4. - 5. Minute zu den ersten beiden Ecken im Spiel, die aber zu keinem Erfolg führten.
Bis zur ersten Viertelstunde bemühten sich beide Teams weiter das Spiel zu machen, doch die Nigerianerinnen blieben immer wieder an der schwedischen Defensive hängen. Ihre Schüsse auf das Tor stellten keine Gefahr für Hedvig Lindahl, die nach dem Ausfall von Caroline Jönsson, die Nummer 1 im schwedischen Tor ist, da. Die Angriffe der Europäerinnen auf der anderen Seite wirkten doch recht unkonzentriert, so dass sie für die nigerianische Abwehr und Precious Dede nicht ernsthaft gefährlich wurden.
Erst in der 16. min wurde Dede von Victoria Svensson geprüft als sie deren Geschoss erst im Nachfassen unter Kontrolle brachte.
Nach 20 Minuten hatten sich die Schwedinnen leichte Feldvorteile erspielt, während sich ihre Gegnerinnen auf gelegentliche Konter verließen, die die gut stehende schwedische Innenverteidigung, Hanna Marklund und Stina Segerström, aber entschärfen konnten.
In der 22. min. setzte sich die kleine Hanna Ljungberg an der rechten Seite gegen ihre Gegenspielerinnen durch, stürmte zur Strafraumkante und zog ab. Das Leder kam gefährlich auf die lange Torecke, doch Precious Dede konnte den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke ablenken.
Einzig die Innenverteidigung wie Stina Segerström bot eine akzeptable Leistung
Obwohl Schweden nach rund einer halben Stunde überlegen war, gelang es ihnen nicht einen Treffer ins Netz zu setzen. Auch nicht Victoria Svensson, die in der 31. min. dazu die Möglichkeit hatte. Vickan drosch den Ball vor dem Strafraum unter die Lattenkante, von wo der Ball zurück ins Feld sprang.
Im Gegenzug schickte Nigeria mit einem langen Ball auf rechts Ifeanyi Chiejine, die fast bis zur
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Cynthia Uwak gelang der Ausgleichstreffer für Nigeria
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Torauslinie stürmte und den Ball in den Strafraum brachte. Hier verpasste Cynthia Uwak und Hanna Marklund ließ das Leder nur halbherzig abprallen, so dass es eine Schussmöglichkeit für eine aufgerückte Afrikanerin ergab, die es aber über Lindahls Kasten drosch.
Aus abseitsverdächtiger Position hatte Hanna Ljungberg eine Torchance, doch Nigeria wehrte zur Ecke ab. Wie fast immer brachte diese die Malmöer Therese Sjögran herein, doch ihre Teamkolleginnen konnten abermals keinen Nutzen daraus ziehen.
Zur Halbzeit stand es 0:0, mit Vorteilen für die schwedische Mannschaft, die es leider versäumte ihre Möglichkeiten in Treffer umzusetzen.
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Schweden mehr vom Spiel, doch wie schon in den ersten 45 Minuten konnten sie keine sichtbaren Erfolge sprich, Tore erzielen. Da Nigerias Torhüterin Precious Dede im Laufe der Zeit einige Unsicherheiten im Tor zeigte, wäre es vielleicht angebracht gewesen, sie mit satten Fernschüssen zu unterhalten.
In der 50. min. klingelte es dann doch noch in ihrem Kasten. Nachdem sich Frida Östberg, den Ball im Mittelfeld erkämpft hatte, schlug sie ihn weiter nach vorne in den Strafraum, auf Victoria Svensson, die mit einem satten Schuss, ohne Chancen für Dede, die Kugel im Netz zum 1:0 versenkte.
Victoria Svensson gelang der einzige schwedische Treffer im Spiel
Leider versäumte es jetzt Schweden nachzusetzen, um das Ergebnis zu erhöhen und dann das Match in Ruhe nach Hause zu fahren. So ließ man den Gegner kommen und Nigeria machte das geschickt. Da Sara Thunebro heute in der linken Defensive nicht so stark wirkte, da sich öfters ins Angriffspiel mit einschaltete, kamen die Afrikanerinnen recht aussichtreich über die rechte Seite nach vorne.
So war es etwa in der 55. min. Ifeanyi Chiejine, die sich hier nach vorne brachte und einen satten Schuss auf das schwedische Tor absetzte, den Hedvig Lindahl gerade mal abwehren konnte. Der Nachschuss von Maureen Mmadu strich über das Tor und hätte eine Warnung für das Drei-Kronen-Team sein sollen. Nach einer Stunde kam abermals ein guter Angriff über die rechte Seite. Nach dem klasse Zusammenspiel zwischen Efioanwan Ekpo und Stella Mbachu zog die Nummer 7 ab und prüfte wiederum Lindahl im Tor.
Schwedens Coach Thomas Dennerby versuchte zwar seiner Mannschaft modernes Kombinationsspiel beizubringen, doch seltsamerweise sahen sie immer dann ganz gefällig aus, wenn sie ihr altes System mit langen Bällen auf die Außen, zeigten. So etwa in der 62. min. als ein langer Pass auf die rechts außen laufende Lotta Schelin, die im ganzen Spiel weit hinter ihrem Leitungsvermögen blieb, ankam und Schwedens Nummer 8 in den Strafraum flankte. Doch Victoria Svensson verpasste den Ball und damit auch die Tormöglichkeit.
Bis etwa in der 80. min. ließ dann die Partie nach und beide Seiten zeigten kein schönes Fußballspiel mehr. Schweden war sich anscheinend des 1 Tore Vorsprungs sicher und hat nicht mehr viel für das Spiel. So pennte man dann auch in der 82. min. als Nigeria, nach einem kleinen Foul, einen Freistoß zugesprochen bekam und diesen abermals auf der rechten Seite sofort ausführte, ohne dass Schwedens Spielerinnen groß reagierten. So konnte sich Stella Mbachu nach vorne mogeln und gefühlvoll in den Strafraum flanken. Hier missglückte Anna Paulson die Abwehr und der Ball
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kam zu Cynthia Uwak. Die Nigerianerin, die momentan in Falköping unter Vertrag steht, fackelte nicht lange, zog mit links ab und das Leder schlug unhaltbar für Linköpings Keeperin Lindahl im Netz zum 1:1 ein. Nigerias Anhang bejubelten und deren Spielerinnen betanzten diesen Ausgleich.
Schweden kickte sich anschließend bis zum Spielende durch, während die Westafrikanerinnen doch noch versuchten das Resultat zu verbessern.
Feststellen kann man, dass Schweden sehr schwach in diese WM gestartete und weit hinter den Erwartungen zurück blieb. Hochgelobte Spielerinnen wie etwa Lotta Schelin waren ein Schatten ihrer selbst. Obwohl Thomas Dennerby fasst meine Wunschelf brachte (siehe: Teamvorstellung Schwedens), war ich total unzufrieden. Frida Östberg, die er im Mittelfeld auflaufen ließ, brachte, außer ihrer Torvorlage, nicht die Leistung und Ideen einer Malin Moström. Hier im zentralen Mittelfeld wäre vielleicht Therese Sjögran besser aufgehoben gewesen, der man die Moström Nachfolge eher zutraut. Doch "Terre" verkam etwas auf der linken Seite. Hier störte sie sich dann etwas mit Sara Thunebro, die sehr oft ihre Verteidigungsposition aufgab und mit nach vorne stürmte. Angreifend sah Sara zwar gut aus, doch vernachlässigte sie damit etwas ihre Defensivposition.
Frida Östberg konnte sich im zentralen Mittelfeld nicht in Szene setzten
Hanna Ljungberg war, trotz einiger guter Aktionen, noch nicht die alte und vielleicht hätte man sie für die USA Begegnung noch etwas zurückhalten und Therese Lundin zum Einsatz bringen sollen. Victoria Svensson, die in den letzten Spielen für einige Treffer sorgte, hatte an diesem Tag wieder weniger Schussglück und konnte leider nur einmal einlochen.
Sollte Schweden in den nächsten Begegnungen nicht einige Schippen zulegen, besonders gegen die ebenfalls nur Unentschieden gespielten Amerikanerinnen scheint das recht unwahrscheinlich, und falls Nordkorea sich noch einmal aufraffen sollte, so kann man sich schon einmal mit den Abflugplänen nach Hause nach der Vorrunde vertraut machen.
Nigeria:
1 Precious Dede - 4 Perpetua Nkwocha, 5 Onome Ebi, 8 Ifeanyi Chiejine, 10 Rita Chikwelu, 11 Chi-Chi Igbo (7 Stella Mbachu, 35.'), 13 Christie George (K), 14 Faith Ikidi, 15 Maureen Mmadu (2 Efioanwan Ekpo, 59.'), 16 Ulumma Jerome, 18 Cynthia Uwak
Schweden:
1 Hedvig Lindahl - 16 Anna Paulson, 4 Hanna Marklund, 3 Stina Segerström, 6 Sara Thunebro - 13 Frida Östberg, 5 Caroline Seger, 11 Victoria Svensson (K) - 8 Lotta Schelin (20 Linda Forsberg 83'), 10 Hanna Ljungberg (14 Sara Johansson 69'), 15 Therese Sjögran
Tore:
0-1 Victoria Svensson (50')
1-1 Cynthia Uwak (82')
Gelb: Therese Sjögran
Schiedsrichterin: Hongjuan Liu, (Kina)
Zuschauer: 21.740
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