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Regionalliga Nordost

Freudentaumel bei Union Berlin

Union-Damen feiern Zweitliga-Aufstieg und verteidigen Berliner Pokal

Text von Dajana Klee

30.5.2007   Dajana Klee, Torhüterin des künftigen Zweitligisten 1. FC Union Berlin, schickte uns zwei Spielberichte und einige von Fans geschossene Fotos über das Pokalfinale und das entscheidende Spiel gegen Neukölln zum Aufstieg in die zweite Liga, von Stefan Hupe bekamen wir Fotos vom Spiel gegen Magdeburg. Alles zusammen gibt uns die Möglichkeit, den künftigen Zweitligisten hier in Wort und Bild vorzustellen:

Pokalendspiel:
FC Union Berlin - Lichterfelder FC

Vor ein paar tausend Fans war es am 16.5.07 um Punkt 19 Uhr endlich soweit. Die Spielerinnen des 1.FC Union rissen die Arme hoch, bejubelten ihren Erfolg im Berliner Pokalfinale. Vorangegangen war eine Zitterpartie gegen den Lichterfelder FC, die die Union-Damen letztlich auch etwas glücklich mit 2:0 für sich entschieden.

Dajana Klee

Autorin und Keeperin Dajana Klee in Aktion im Hinspiel gegen den Magdeburger FFC. Derzeit kuriert Dajana einen Kreuzbandriss aus und hofft, nächste Saison wieder zu spielen

Bild: Magengeschwür/ Union Fanforum

Beide Teams kannten sich aus der Regionalliga-Saison, in beiden Liga-Spielen behielten die Köpenickerinnen, wenn auch knapp, die Oberhand. Doch der Respekt vor dem Gegner war der Mannschaft anzumerken. Verhalten gingen sie in die Zweikämpfe, Lichterfelder hingegen überzeugte vor allem durch sichere Ballannahmen und gutes Stellungsspiel in den Abwehrreihen. Die erste zaghafte Chance des Spiels hatten die Gäste, doch die auf das Union-Tor zulaufende Lichterfelde-Spielerin wurde von Katrin Wierth gerade noch rechtzeitig abgedrängt. Dabei hatten eigentlich die „Eisernen Ladies“ zu diesem Zeitpunkt mehr Spielanteile, doch der entscheidende Pass in die Spitze wollte nicht gelingen und Schüsse aus der zweiten Reihe waren viel zu selten. Die erste Union-Chance hatte Nicole Hansen in der 20. Spielminute, doch ihren Schuss aus Nahdistanz konnte Corinna Maass im Tor des LFC parieren. Die beste Möglichkeit in Halbzeit eins hatten wiederum die LFC-Spielerinnen: kurz vor dem Halbzeitpfiff konnten der Ball im Union-Strafraum nicht unter Kontrolle gebracht werden und somit Lichterfelde zum Schuss kommen, doch Mannschaftsführerin Katrin Wierth klärte den Ball auf der Torlinie.

Spielszene

Julia Schlotte im Duell mit Elfi Wuthke

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

Nach dem Seitenwechsel wurde das Angriffsspiel der vermeintlichen Favoriten Union zunächst druckvoller. Die Fans im Station an der Alten Försterei, das sich auf Grund des folgenden Pokalsendspiels der Männer zunehmend füllte, standen hinter den Unionerinnen – eine lautstarke Kulisse, die man bei einem Frauenfußballspiel so schnell nicht wieder haben wird, unterstützte die in blau-weiß spielenden Damen. Gute Möglichkeiten wurden vor allem durch Unions gute Kapitänin Katrin Wierth eingeleitet. Eine Flanke verpasste Julia Schlotte nur knapp, einen platzierten Kopfball von Caroline Dommenz hielt die starke Lichterfelde-Torhüterin im Nachgreifen. Erst nach fast einer Stunde klingelte es dann zum erlösenden 1:0 im Kasten der Gäste. Nationalspielerin Bianca Joswiak hatte es satt, stets kurz vor dem Tor von der LFC-Abwehr gestoppt zu werden und zog aus gut 25 Metern Torentfernung ab. Ihr strammer Schuss senkte sich unhaltbar unter die Latte – 1:0 für den Pokalverteidiger. Doch auch dieses Tor gab den Köpenickerinnen nicht das erhoffte Selbstvertrauen, vor allem bei den sonst so kombinationsfreudigen Mittelfeldspielerinnen fehlte die gewohnte Sicherheit.

Spielszene

Union Berlin stellt mit Bianca Joswiak (rotes Trikot) eine U17 Nationalspielerin

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

Und Lichterfelde hatte durchaus die Möglichkeit, das Spiel noch umzudrehen. In der 70. Minute kam Stefanie Mohr rund 16 Meter vor dem Tor frei zum Schuss, doch das Aluminium rettete Unions Führung. Erst in der Schlussphase dominierten die Gastgeberinnen noch einmal da Geschehen. Union-Trainer Marcel Holz bewies mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen – das 2:0 wurde allein durch die drei Einwechselspielerinnen vorbereitet und erzielt. Paula Jankowskie konnte mit ihrem ersten Ballkontakt diesen auf links zu Ailien Poese spielen, die schob an Corinna Maass vorbei und Sarah Hupfer drückte das Spielgerät über die Linie ( 87.). Sekunden vor dem Abpfiff hatte Paula Jankowskie sogar noch die Chance, auf 3:0 zu erhöhen, scheiterte aber erneut


Union Berlin

Die Mannschaft von Union Berlin:

obere Reihe (von links): Antje Grünherz (Physio), Sahra Hoppe, Julia Mewes, Jens Ludwig (Co-Trainer), Julia Schlotte, Diana Barnick, Dana Hillmann, Paula Jankowskie, Bianca Joswiak. Nicole Hansen, Marcel Holz (Trainer), Julia Frieden
untere Reihe: Britt Immig (Torwarttrainerin), Sara Sattler (Betreuerin), Katrin Kockat, Ailien Poese, Silke Kitschler, Katrin Wierth, Sarah Hupfer, Dajana Klee, Josephine Westphal, Michelé Hoffmann, Theresa Raab, Carolin Dommenz

Foto: Bernd Richter

Union Berlin

Erfolgreiche Teams: die erste und zweite Frauenmannschaft von Union auf einem Bild (die zweite schaffte den Aufstieg in die Verbandsliga)

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

an Lichterfeldes Keeperin. Somit blieb es beim letztlich verdienten 2:0 Erfolg der Unionerinnen, die ihrer guten Saison damit die erste Krone aufsetzten. Bis in die Nacht hinein wurde noch gefeiert, jetzt jedoch heiß es sich noch einmal auf die letzten beiden Regionalliga-Spiele zu konzentrieren. Am Wochenende soll gegen Neukölln (Sonntag, 20.5.07, 14.00uhr, Herzberg Platz) der Aufstieg endgültig besiegelt werden, um eine Woche später zu Hause gegen Magdeburg um die Meisterschaft zu spielen.

1. FC Union Berlin:

Westphal - Kitschler, Hoffmann, Wierth, Kockat (78. Hupfer) – Joswiak, Frieden (46. Poese), Schlotte, Raab – Dommenz, Hansen (87. Jankowskie)

Lichterfelder FC:

Maass - Stoano, Kähler (78. Poulley), Schrader (61. Burmeister), Käpernick, Rießler, Mohr, Freiwald (76. Bile-Jama), Decker, Hellenbrand, Purps

Regionalliga Nordost, 21. Spieltag:
Grün-Weiß Neukölln - 1. FC Union Berlin

Nach dem Pokalsieg am vergangenem Mittwoch folgte am Sonntag der nächste Streich der Damen des 1.FC Union: das 1:1-Unentschieden bei Grün-Weiß Neukölln reichte, um den Aufstieg in die zweite Bundesliga klar zu machen.

Spielszene

Anna Mewes erfolgreich im Kopfballduell gegen Anne Roeloffs

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

In einem hart umkämpften Berlin-Derby kamen die Köpenickerinnen zu mehr Ballbesitz, Neukölln hingegen beschränkte sich von Beginn an auf das Zerstören der Unioner Angriffsbemühungen und auf Kontersituationen, bei denen immer wieder Nicole Abrahams mit langen Bällen bedient wurde. Die „Eisernen“ hatten in der Anfangsphase die besseren Chancen: Theresa Raab nach einer Michelé-Hoffmann-Flanke und Nicole Hansen nach einem Diagonalpass von Katrin Kockat vergaben beste Möglichkeiten zur Führung. Eine viertel Stunde war gespielt, da nutzte Unions Hansen einen missglückten Abwehrversuch zum 1:0 für die Aufstieganwärter. Ihr Distanzschuss prallte vom Lattenkreuz hinter die Torlinie, sodass Neuköllns gute Schlussfrau Mandy Zimmermann keine Abwehrchance hatte.

Spielszene

Julia Frieden, die dreifache Torschützin im Spiel gegen Magdeburg, gegen Melissa Karkowski

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

Weitere Tormöglichkeiten erspielte sich Union unter anderem durch Julia Frieden, doch ihren Schuss aus 20 Metern parierte Zimmermann. Auch Neukölln kam in der Folge vor das Union-Tor und brachte die Hintermannschaft teilweise ernsthaft in Bedrängnis. Zunächst konnte Keeperin Josefine Westphal noch vor Abrahms klären. Nach gut einer halben Stunde – Union sah in der Abwehr wieder nicht gut aus – machte Neuköllns Sturmspitze aber alles richtig, ließ auf links ihre Gegenspielerin aussteigen und zirkelte den Ball zum Ausgleich in die Maschen. Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel. Der schlechteste Mann auf dem Platz,


Schiedsrichter Ahmed Yavsan vom BSV Hürriyet, beendetet die erste Halbzeit, indem er einen Freistoß abpfiff!?

Spielszene

Katrin Kockat

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste die bessern Chancen – Frieden und Hasen scheiterten jeweils an der glänzend aufgelegten Zimmermann im Kasten der Neuköllner. Dass bei den Grün-Weißen die Kraft nicht für neunzig Minuten reichte, war deutlich zu erkennen, immer tiefer ließen sie sich in die eigene Hälfte drängen. Immerhin, gefährlich blieben die Kontersituationen immer noch. Unions Torhüterin Westphal war es nach 75. Minuten zu verdanken, dass es beim Unentschieden blieb, als sie beherzt zugriff und Abrahams den Ball vor der Nase wegschnappte. Die insgesamt letzte Chance, Union doch noch zu drei Zählern zu verhelfen, hatte die eingewechselte Ailien Poese, doch erneut Zimmermann wusste dies zu verhindern. Es blieb beim 1:1, sicher nicht unverdient für die Grün-Weißen, die sich damit den Klassenerhalt sicherten, und auch Union kann, wenn auch nicht zufrieden sein, aber mit dem Ergebnis zumindest leben.

1. FC Union Berlin:

Westphal – Kitschler (ab 81. Hillmann), Hoffmann, Jankowski, Kockat – Joswiak (ab 70 Hupfer), Frieden, Schlotte, Raab – Hansen (ab 70. Poese), Dommenz

Neukölln:

Zimmermann – Maier, Stiller, Yigit, Paschke, Kocabiyikoglu, Arahams, Müller, Härte, Ilic (ab 32. Reihnsdorf), Waldow

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Svend Simdorn, Bezirksstadtrat von Köpenick, überreichte die Sieger-T-shirts

Foto: Stefan Hupe www.union-foto.de

Vor dem letzte Spieltag hatten die „Eisernen Ladies“ nun vier Zähler Vorsprung vor Hohen Neuendorf und feierten somit vorzeitig den Aufstieg. Die Ziele, die Trainer Marcel Holz vor der Saison gesteckt hatte, sind somit erreicht. Dennoch geht es am letzten Spieltag in der Alten Försterei noch einmal zur Sache; die Frauen wollen ihre Leistung mit dem Meistertitel krönen. Der Magdeburger FFC, der keine Lizenz für die 2. Liga beantragt hatte, gastierte am 27.Mai um 14.00Uhr zum „Endspiel“ um die NOFV-Meisterschaft. Und für die Unionerinnen zählte nur der Sieg! Mit einem deutlichen 4:1 in diesem Spiel, von dem die meisten Bilder hier stammen, holte sich Union Berlin dann auch die Meisterschaft.


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