Bilder von Peter Henkel Text von Tom Schlimme 26.5.2006
Einer der drei Oberligameister aus Bayern, Baden- Württemberg und Hessen steigt in die zweite Liga Süd auf. Welcher Verein das ist, wird in drei Relegationsspielen ermittelt. Im ersten zeigte sich der hessische Meister TGM Jügesheim gegenüber dem Meister aus Baden-Württemberg, dem FV Löchgau, deutlich überlegen, kam aber trotz 1:0 Führung über ein 1:1 nicht hinaus.
Die Partie begann in strömendem Regen vor gut 300 Zuschauern mit einem schönen Schuss von Jügesheims Stürmerin Madita Spee, den Löchgaus Torfrau Tanja Arnold mit einer guten Parade zur Ecke lenken konnte. Aber auch Löchgau hatte gleich zu Beginn eine gute Gelegenheit durch Alexa Gantner, die sich im Strafraum durchsetzen konnte, aber knapp vorbei schoss. Der Gastgeber aus Jügesheim zeigte sich insgesamt aber körperlich stärker, wirkte agressiver und kombinations- sicherer. Dabei sprangen in der ersten halben Stunde auch einige Chancen heraus.
 Auf Jügesheimer Seite ging von Madita Spee (rechts) die meiste Gefahr aus, hier setzt sie sich gegen Carolin Schmieg durch
So in der 12. Minute, als Elena Ries auf Tina Borse flanken konnte, doch die gute Löchgauer Keeperin Arnold pflückte sich den Ball noch rechtzeitig aus der Luft. Ein Schuss von Spee ging knapp am Winkel vorbei, ein Kopfball von Johanna Glomb aus acht Metern verfehlte ebenfalls das Ziel. Dann parierte Arnold gut gegen Glomb, aber auch Jügesheims Keeperin Lotte Höpker konnte sich auszeichnen, indem sie durch schnelles Herauslaufen den Ball gerade noch rechtzeitig vor Violetta Spaci, für mich die gefährlichste Löchgauer Stürmerin, erwischte.
 Löchgaus gefährlichste Stürmerin Violette Spaci am Ball, hier gegen Annika Werner
Die meisten Chancen vergab aber Jügesheim. So köpfte Glomb in der 24. Minute nach schöner Flanke von Melanie Reismann wieder über das Tor, und auch ein weitere Schuss von Spee ging vorbei. Nach einer halben Stunde wurde Löchgau dann im Mittelfeld etwas stärker, ohne jedoch dabei vor das Jügesheimer Tor kommen zu können. Das Wetter wurde besser, das Spiel schlechter. Kein Team schaffte es in dieser Phase, den Ball über mehr als zwei eigene Stationen laufen zu lassen, so mußten Torraumszenen nun Mangelware werden.
Kurz vor dem Pausenpfiff dann noch zwei Aufreger vor dem Jügesheimer Tor: erst vergab Gantner aus guter Position knapp,
|
Ein Bild aus den Anfangsminuten: Löchgaus Keeperin Tanja Arnold klärt bei einem Eckstoß
|
dann brachte ein Abseitspfiff von Schiedsrichter Tobias Fett den Löchgauer Anhang zum Toben, denn Spaci wäre völlig frei vor dem Tor gewesen. Ich kann es aus meinem Blickwinkel nicht beurteilen, mir fiel jedoch insgesamt die gute Leistung von Schiri Fett auf, der insbesondere im Auslegen der Vorteilsregelung besser pfiff als viele Kolleginnen in der ersten Liga. So ging es dann also torlos in die Pause.
 An ihr lag es nicht: Jügesheims Torhüterin Lotte Höpker zeigte eine gute Leistung und hielt, was zu halten war
Jügesheim begann die zweite Halbzeit wieder deutlich stärker und wurde nun auch mit dem Führungstreffer belohnt. Bei einem schnellen Tempogegenstoß führte Glomp den Ball, gab dann zur mitlaufenden Spee weiter, die nicht mehr aufzuhalten war und das 1:0 erzielte. Jügesheim wirkte in der Folge souverän und schien fest im Sattel zu sitzen. Beste Chance von Löchgau war jetzt ein Fernschuss von Martina Klooz, der auf dem nassen Boden gefährlich aufsprang, doch Höpker war auf dem Posten. Eine schöne Volleyabnahme durch Julia Leykampf ging neben den Pfosten.
 Die erst 16-jährige Alexa Gantner schoss das goldene Tor für Löchgau
Bild: Tom Schlimme
Die zahlreicheren und besseren Chancen hatte weiter Jügesheim, meist durch Spee oder die bereits nach 17 Minuten für die verletzte Bianca Feuerbach eingewechselte Pia Zapf. Doch in den letzten zehn Minuten wirkte Jügesheim plötzlich unsicher. Die Gäste warfen nun alles nach vorne, Jügesheim hatte entsprechend ausgewechselt und offensive Kräfte gegen defensive getauscht, wodurch die Jügesheimer Konter nun deutlich an Gefährlichkeit verloren. Ein Eckball von Spaci strich gefährlich durch den Jügesheimer Fünfmeterraum, wurde jedoch von niemandem erreicht.
|
Doch dann geschah, was im Fußball in solchen Situationen manchmal passiert: Flanke von links, Kopfball Gantner, und es steht plötzlich 1:1. Der Löchgauer Anhang tobte, schrie ein weiteres Tor herbei, Jügesheim versuchte noch einmal alles, doch mit Glomb und Ries saß ein Teil der Durchschlagskraft des Sturmes schon auf der Bank. Spee hatte noch eine Riesenchance in der 90. Minute, aber aus spitzem Winkel kam sie an Arnold nicht vorbei.
"Der Sieg war glücklich", erklärte Löchgaus Trainer Thomas Marbach nach dem Spiel. Er hatte ein gutes Spiel beider Mannschaften gesehen, wobei Jügesheim in seinen Augen schon einen Tick besser war. Das sah auch Jügesheims Trainer Oliver Erber so, der sich sicher ist, in Regensburg zu gewinnen und aufzusteigen.
Dazu müßte Jügesheim aber in Regensburg möglichst hoch gewinnen.
Im weiteren Verlauf der Relegation muss Jügesheim nun am 28.5. in Regensburg antreten, am 3. oder 4. Juni fällt dann die Entscheidung im Spiel von Löchgau gegen Regensburg, wo es eventuell auch auf das Torverhältnis ankommen könnte und Löchgau möglicherweise weiß, wieviele Tore sie schießen müssen.
 Welle vor den zahlreich mitgereisten und lautstarken Fans: Das Team des FV Löchgau feierte das Unentschieden wie einen Sieg
Bild: Tom Schlimme
TGM SV Jügesheim:
Höpker - Werner, Latten, Reismann, Wurmbach, Gründges, Borse, Glomb (81. Büchler), Ries (69. Werlein), Feuerbach (17. Zapf), Spee
FV Löchgau
Arnold - M. Schuster, Klooz, S. Schuster, Leykauf, Schmieg, Diesch, Spaci, Klotz, Schönwälder, Gantner
Tore:
1:0 Spee 49.
1:1 Gantner 85.
Gelbe Karten: Keine
Schiedsrichter: Tobias Fett (Ilvesheim)
Zuschauer: ca. 320
Zur FanSoccer-Startseite
|