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Landesliga Hamburg
Verdienter Sieg für Altona
Hamburger SV III. - Altona 93 1:4 (1:1) | ||
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von Fuxi (Text und Fotos)
29.09.2005 Im Topspiel der Landesliga Hamburg war Tabellenführer Altona 93 im Duell der Traditionsclubs zu Gast beim HSV. Die Altonaerinnen wollten ihren Platz an der Sonne verteidigen. Dabei fehlten ihnen einige Spielerinnen aufgrund von Klassenreisen. Noch schlimmer hatte es den HSV erwischt: Durch Urlaube, Verletzungen und fehlende Abstellungen (die Regionalligamannschaft war in Hastenbeck im Einsatz) konnte der Verbandsligaabsteiger nur eine Verlegenheitself aufbieten. Während bei der sehr jungen AFC-Mannschaft zumindest U17-Perspektivspielerin Marisa Ewers dabei sein konnte, standen den Rothosen nur zwölf Spielerinnen zur Verfügung, davon eine eigentlich verletzt, die einzige Ersatzspielerin war normalerweise gar nicht mehr aktiv, und die Vierte, am Vortag spielfrei, stellte zwei Spielerinnen ab. Aus dem erweiterten Kader der zweiten Mannschaft kickten wieder Cathérine Knobloch und die regionalligaerfahrene Janina Hübner mit. Während der ersten Halbzeit verschlimmerte sich die Personalmisere noch. Schon nach zehn Minuten musste Bezirksligakickerin Sandra Stöter raus, nachdem sie abseits des Geschehens einen Tritt gegen das Knie bekommen hatte. Und während sich Ersatzspielerin Annemarie Magnussen noch aufwärmte, verletzte sich auch noch Torhüterin Sabine Gercken bei einer Parade am Arm, musste ebenfalls raus. Beide kamen in der Halbzeitpause per Notarztwagen ins Krankenhaus. Der HSV blieb zu zehnt. Die Geschichte der ersten Hälfte ist schnell erzählt. Die AFC-Deerns (allesamt unter 22 Jahren) spielte von Beginn an druckvoll und hatte klarste Chancen. Marisa Ewers scheiterte viermal an HSV-Keeperin Gercken, ebenso Sara Romano zweimal. Bei Ewers' vierter Chance in der 24. Minute verletzte sich die HSV-Torhüterin und musste raus. In den Kasten ging die verletzt ins Spiel gegangene Feldspielerin Anja Lassen. Nach diesem Schock hatten die Platzherrinen ihre erste Gelegenheit. Mittelfeldspielerin Manuela Laukat zog einfach mal aus etwas mehr als 20 Metern ab, erwischte AFC-Keeperin Lena Oßig auf dem falschen Fuß, und den Abpraller versenkte Janina Hübner zum sehr überraschenden 1:0 (28.).
Mal ein gutes Dribbling von Manuela Laukat (li.) gegen Conny Bäumel Auf der Gegenseite blieb es bei der Trefferverweigerung der Gäste. Conny Bäumel setzte einen Freistoß neben den Kasten. Fünf Minuten vor Ende des ersten Durchganges fand wieder Ewers nach Zuspiel von Lena Kukuk ihre Meisterin in der HSV-Schlussfrau. Der HSV hätte mit seinem zweiten Angriff fast noch das 2:0 gemacht, |
Diskussionsbedarf beim HSV: Die Spielerinnen Brigitte Krause und Manuela Laukat, Bundesliga-Abwehrspielerin Alexandra Gärtner und Aufsichtsrat Gerd Hein
als Carola Raetz aus 20 Metern abzog und sich Oßig das Leder erst im Nachfassen sichern konnte. Altona 93 blieb aber am Drücker. Erst knallte Nicole Rode die Kugel aus 14 Metern knapp über die Latte (45.). In der Nachspielzeit aber war der Altonaer Bann gebrochen: Nach langem Ball von Ewers in den Rücken von Knobloch rauschte der Schuss von Romano scharf an Lassen vorbei ins Tor - das hochverdiente 1:1. Das Unentschieden schmeichelte dem HSV. Sie hatten große Probleme mit dem schnellen Spiel der Talentetruppe.
Nach der Pause war bei Altona 93 eine alte Bekannte gekommen: Rosa Wernecke, aufgewachsen in der Mädchenmannschaft des HSV, machte ihr endgültig letztes Abschiedsspiel, studiert ab 1. Oktober in Gießen. Die erste Chance der zweiten Halbzeit hatte der HSV, aber Hübners Kopfball nach Raetz-Eckball wurde von Mareile Brumm vom Pfosten gekratzt (48.). Danach spielte aber nur noch Altona 93. Dem HSV fehlte schlicht eine Spielerin, und die Chancen des Absteigers minimierten sich zusätzlich durch schlechtes Passspiel. Und Altona machte die Tore. Romanos Freistoß von der rechten Seite flog über Lassen hinweg, und dahinter köpfte Lena Kukuk zum 1:2 ins leere Tor. Ein Fehler der Verlegenheitstorhüterin, die aber in der Folgezeit Schlimmeres verhütete. Kukuks Schuss hielt sie, dann verfehlte Romano aus Abseitsposition das Tor, und Ewers kriegte die Kugel wieder nicht an Lassen vorbei. Anja Lassen war wie eine Wand.
Nach einem gehaltenen Schuss von HSV-Libera Catherine Knobloch vergab 93 weiter beste Möglichkeiten. Ewers scheiterte abermals am Fuß von Lassen, nach dem Zuspiel der U17-Anwärterin schoss Nicole Rode vorbei. In der 71. Minute hatten die Gäste dann Glück, dass die grottenschlechte Torausbeute nicht wieder bestraft wurde. Doch beim Zuspiel von Brigitte Krause stand Torschützin Janina Hübner wohl im Abseits. Auf der Gegenseite blieb Lassen zweimal Siegerin gegen Rode, und der Distanzschuss von Bäumel ging auch nicht rein. Erst in der 77. Minute traf Altona zum vorentscheidenden 1:3. Nach Ballverlust von Laukat erlief Romano die Kugel auf der rechten Seite, hielt aus spitzem Winkel aus gut und gern 20 Metern einfach drauf und hämmerte das Runde oben links über Lassen hinweg ins Eckige.
Ein Tor fiel in den letzten zehn Minuten noch. Bäumel zog nach Steilpass von Rode ab und versenkte, obwohl Lassen noch dran war (87.). Marisa Ewers hingegen blieb dank der trotzdem guten Torhüter-Leistung beim HSV ohne Treffer. Auch in der 80. Minute überwand sie die Schlussfrau nicht. Die letzten beiden HSV-Chancen vergab die
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beste Rothose, Janina Hübner, als sie erst nach Raetz-freistoß drüber köpfte und schließlich kurz vor dem Ende erst Torhüterin Oßig an- und im Nachschuss am leeren Tor vorbei zielte.
Viel mehr war für die Dritte des HSV nicht drin gewesen. Zu schwer wogen die Ausfälle vor und während des Spiels. Mit den laufstarken Altonaerinnen waren sie in 80-minütiger Unterzahl schlichtweg überfordert. Sie wurde klassisch überrannt und hätten ein Dutzend Gegentore kriegen können, wenn die AFC-Deerns in ihrer Kindheit mehr Karotten gegessen hätten. Zu den Ausfällen kam zeitweise Konfusion über das Spielsystem. Die besten HSVerinnen waren die beiden unfreiwilligen Timesharing-Keeperinnen Gercken und Lassen und Stürmerin Hübner. Bei Altona glänzten neben der katastrophal abschlussschwachen Ewers noch Romano und Rode. Ein Wort noch zum Schiedsrichter: Seine Art zu pfeifen war für die Spielqualität nicht förderlich. Zu sehr hatte die vom Hamburger Fußball-Verband angesetzte Wanderdüne durch den begrenzten Bewegungsradius mit dem korrekten Erkennen der Spielsituationen zu kämpfen. Falsche Abseitsentscheidungen gab es so häufig wie vergebene AFC-Chancen, dazu die peinliche Umdeutung eines klaren Einwurfes in einen Abstoß und das Stellen der Freistoßmauer auf höchstens sechs Meter Abstand - das alles legt doch die Vermutung nahe, dass die Altersgrenze für Schiedsrichter in Hamburg zu hoch ist. Andererseits hat der HFV auch ein eklatantes Nachwuchsproblem im Schiedsrichterbereich. Und so wird es wohl dabei bleiben, dass diejenigen, die am wenigsten von Fußball verstehen, die Pfeife im Mund haben...
Gutes Spiel, schlechter Abschluss: U17-Perspektivspielerin Marisa Ewert
Statistik:
HSV III: Sabine Gercken (26. Annemarie Magnussen) - Annemarie Dworaczek, Cathérine Knobloch, Dorothea Bonk - Carola Raetz, Manuela Laukat, Susanne Giehler, Sandra Stöter (bis 10.) - Brigitte Krause, Anja Lassen - Janina Hübner
Altona 93: Anna-Lena Oßig - Caroline Schulz, Mareile Brumm, Karolin Dietrich - Lena Kukuk (75. Marie Wilpers), Tanja Krause (46. Rosa Wernecke), Nicole Rode, Julia Rudolph, Conny Bäumel - Marisa Ewers, Sara Romano
Tore:
Karten: -
Zuschauer: 30 |