![]() |
Oberliga Bayern
SC-Frauen weiter auf Meisterschaftskurs
SC Regensburg – SpVgg Landshut 6:2 (3:1) | ||
Von Stefan Münz25.04.06 Seit der letzten Niederlage in einem Pflichtspiel, datiert am 16. Oktober 2005, dem DFB-Pokal-Zweitrundenspiel gegen den Noch-Bundesligisten VfL 1862 Sindelfingen, gab es in der Bayernliga für den derzeitigen Spitzenreiter SC Regensburg nur einen einzigen Punktverlust, und das ausgerechnet beim heutigen Gegner, der SpVgg Landshut, wo man trotz unzähliger Torgelegenheiten den Ball nur ein einziges Mal ins Tor brachte, und somit über ein 1-1-Unentschieden nicht hinauskam. Zu Beginn taten die Regensburgerinnen viel für das Spiel nach vorne, sie spielten sich gegen die alles andere als sicher stehende Abwehr der SpVgg Landshut einige gute Möglichkeiten heraus, wie zum Beispiel Stürmerin Kathrin Rothaug, gegen die Landshuts Torfrau Christine Frey rettete (3.). Doch auch Landshut war nicht ungefährlich, SC-Torfrau Julia Lauberger, die für die verletzte Jelena Rudan einspringen musste, verschätzte sich beim Herauslaufen, doch die Spielführerin der Niederbayerinnen, Andrea Tschöchell, zielt zum Glück für Julia und den SC aus rund 35 Metern jedoch am Tor vorbei. Mit zunehmender Spieldauer wurde Landshut durchaus ein gleichwertiger Gegner, vor allem seit jener Großchance versteckte sich die Elf aus der Isarstadt jedenfalls nicht, doch der SC bekam ebenso wieder Chancen, in Führung zu gehen, so spielte in der 10. Spielminute die aus Weißenburg zum SC gestoßene Sandra Johanni von der Grundlinie zurück zur in Mittelstürmerpostion stehenden Corinna Merl, die an der glänzend reagierenden Landshuter Torhüterin scheitert. Nachdem Ersatztorfrau Lauberger gegen die Landshuterin Christina Noderer halten konnte, klappte es fast im Gegenzug für Regensburg doch, aber als man nicht unbedingt damit rechnete: Corinna Merl fasste sich aus gut 20 Metern ein Herz – 1-0, die erlösende Führung nach 19 gespielten Minuten. Da begann ein kleiner Regensburger Sturmlauf, die Führung auszubauen: Kurz bevor Rothaug einen Strafstoß für den SC sicher verwandelte (22.), hatte schon Anna Friedrich das 2-0 auf dem Fuß, doch Christine Frey konnte bravourös parieren. Sandra Johannis gefährlichen Fernschuss eine Minute später lenkte sie zur Ecke Für Anna Friedrich schien das Tor in diesem Spiel wie vernagelt zu sein, da sie selbst nach einem Traumpass von Kathrin Rothaug wieder an der glänzend aufgelegten Frey scheitert, kurz vorher setzte sie einen Drehschuss aus fünf Metern Entfernung auch nur vorbei. So blieb es erst einmal beim 2-0, doch wer die Spiele von Landshut gesehen hat und sich vor allem an das 1-1 im Hinspiel erinnert, weiß, dass sie nie aufstecken. Christine Frey klärte gerade einen Schuss von Nadine Kraus aus der zweiten Reihe zur Ecke (33.). Als Diana Papp nur den von ihr getretenen Eckball per Kopf drüber setzte, verlor Kraus bei einem neuerlichen Angriff etwa 25 Meter vom Landshuter Tor den Ball an die gegnerische Nummer vier, Christina Noderer, die mit einem langen Pass über gut 50 Meter Patricia Bäuml erreicht, die der Regensburger Abwehr einfach enteilt, und Julia Lauberger hat keine Chance, den Ball noch zu erreichen, nur noch 2-1 (35.). Irgendwie kam dann doch wieder Nervosität auf im Spiel der Elf von Günther Brandl, erst legte die Torschützin zum 2-0, Kathrin Rothaug, Landshuts Katharina Hofer, recht ungestüm, schon gelbwürdig, der Schiedsrichter fasste sich jedenfalls in sein Brusttäschchen, aber ob er sie zückte, blieb mir verborgen, sie hätte sich jedenfalls nicht |
||
beschweren können (29.), dann bekam die Mannschaft aus der Donaustadt wieder einen Freistoß zugesprochen, den Bayernauswahl-Spielerin Nadine Kraus aus rund 40 Metern Torentfernung leider vorbeischießt, vielleicht hätte sie indirekt schießen sollen, und Diana Papp wäre vorne zum Kopfball gekommen (37.), und der Sport-Club hatte Glück, dass die stets gefährliche Andrea Tschöchell nach einer Freistoßflanke den Ball und somit den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich verpasste. Doch der SC fing sich vor dem Halbzeitpfiff dann doch noch: Stefanie Fink flankte von rechts scharf herein, und die sonst so exzellent reagierende Landshuter Torhüterin Christine Frey wurde hier ein bisschen zur tragischen Figur, denn sie setzte sich die Kugel selbst ins Tor. Halbzeitstand somit 3-1 für den SC Regensburg, sicherlich glücklich, aber ich denke auf Grund der Mehrzahl der Chancen geht diese Führung in Ordnung. In der zweiten Spielhälfte ging es erstmal so weiter, wie die erste aufgehört hatte. Nachdem Frey wieder einmal eine Flanke zur Ecke geklärt hatte, brachte der SC, nach dieser von Kraus getretenen Ecke den Ball aus einem Gewühl einfach nicht im Tor unter, nach einer neuerlichen verpasste Papp die Kugel. Aber Landshut steckte nicht auf, einmal zielte die nimmermüde und schnelle Patricia Bäuml nur am Tor vorbei, ehe Spielführerin Andrea Tschöchell es auch nicht viel besser machte und Torfrau Julia Lauberger mit dem möglicherweise als Heber gedachten Ball vor keine Probleme stellte. Trotz der relativ klaren Führung spielten die Regensburgerinnen sehr nervös, hektisch und ungenau, die Stürmerinnen standen sich häufig auf den Füßen, bezeichnend, dass die spektakulärste Angriffsaktion ein Schuss von Kathrin Rothaug auf den Po von Anna Friedrich war, aber der Ball leider wieder nicht den Weg ins Tor fand. Vielleicht noch erwähnenswert – aus Regensburger Sicht - ist die Szene, als Kathrin Rothaug Nadine Kraus anspielt, diese aber zwölf Meter freistehend vor dem Tor doch noch von einer Landshuter Abwehrspielerin am Toschuss gehindert wird, und nicht mal dafür eine Ecke bekommt. Nun war die SpVgg Landshut wieder an der Reihe, einen Freistoß aus halbrechter Position und rund 25 Metern Entfernung bringt Andrea Tschöchell nicht im Tor unter (60.), eine Minute später ist es genau jene Spielerin, die nach einer weiten Freistoßflanke mit Seitenwechsel von links nach rechts, von der SC-Abwehr sträflich allein gelassen wurde und so mutterseelenallein zum Anschlusstreffer für die Gäste einschießen konnte. Doch anstatt wachgerüttelt worden zu sein, konnte man beim besten Willen keine Besserung im Spiel der Gastgeberinnen geworden zu sein. Nachdem Helen Pöhlmann für die glücklose Anna Friedrich ins Spiel gekommen war, hätte Rothaug den alten Abstand ohne Problem wiederherstellen können, hätte sie sich einen Tick mehr Zeit gelassen, ihre Gegenspielerin neben ihr ging zu Boden, ich weiß nicht warum, es war jedenfalls kein Foul, und wäre durchgelaufen, sie hatte alle Zeit der Welt, hatte nur noch die Torfrau vor sich, aber sie hielt aus 20 Meter drauf – und vergab diese dickste Gelegenheit für die Elf des Gastgebers in Halbzeit zwei (65.). Verletzungsunterbrechungen gab es kaum, in der ersten Hälfte lag die Kapitänin der Gäste, Andrea Tschöchell einmal am Boden, und in der zweiten Hälfte erwischte es auch eine Regensburger Spielerin (71.). Wieder einmal war es Nadine Kraus, der die Gegnerinnen schon sehr zusetzen. Zum Glück konnten beide weiter- und auch zu Ende spielen. Das Spiel plätscherte ein wenig so dahin, es gab kaum Torszenen auf beiden Seiten, vielleicht erwähnenswert, dass |
auch der eingewechselten Pöhlmann vier Minuten das Pech an den Stiefeln klebte, sie vergab freistehend vorm Tor, und Landshut zeigte sich immer wieder durch Konter recht gefährlich, bevor es in der 80. Minute erneut krachte: Durch einen langen Freistoß von der linken Außenbahn auf die rechte Seite spielte Nadine Kraus im Doppelpack die beiden Stürmerinnen Melanie Scheid und Kathrin Rothaug frei, letztere vollendete zum 4-2 für den SC. Endlich die Erlösung! Muss man denn immer so lange zittern? Als hätte die durchgebrochene Meli Scheid die Steine plumpsen hören, die von den Herzen der meisten Zuschauern fiel, denn souverän verwandelte sie gegen die diesmal chancenlose Christine Frey im Landshuter Tor zum 5-2 (86.). In der Nachspielzeit gelang gar Nadine Kraus, für sie sicherlich verdient, denn sie gehörte in den letzten Spielen immer eine der Besten, per Freistoß, den Sandra Johanni herausgeholt hatte, von halbrechter Position noch das 6-2. Sie hatte den Ball nicht einmal fest und energisch getreten, aber die Zwei-Frau-Mauer und die Torfrau rechneten wohl nicht damit, dass der Ball von der Schützin aus gesehen in die linke Ecke und damit in die Torwartecke gehen würde. Abschließend noch ein paar Worte zum Schiedsrichter, welcher von manchen Zuschauern wegen fragwürdiger Entscheidungen heftig kritisiert wurde, gewiss, manchmal lag er daneben, aber man muss jedoch sogar als Regensburger zugeben, selbst wenn Regensburg diese Partie verloren hätte, lag es bestimmt nicht am Schiedsrichter. Die Mannschaft hatte ausreichend Torchancen, um das Spiel gar zweistellig zu gewinnen, wenn die SC-Frauen mit etwas mehr Ruhe in manchen Situationen agiert hätten. Insgesamt hatte der Schiedsrichter die Partie gut im Griff, insgesamt war es ein recht faires, auch wenn mit viel Leidenschaft ausgetragenes Duell der Mannschaften, für den SC Regensburg geht der Sieg letzten Endes voll in Ordnung, obwohl man sich über die Höhe des Sieges sicherlich streiten kann. Für den SC bedeutet dieser Erfolg einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Liga, vor allem nachdem der wichtigste Konkurrent, der SV Weinberg beim Abstiegskandidaten TSV Pfersee Augsburg mit 0-1 verlor. So wuchs der Vorsprung für den SC auf Weinberg auf ganze sechs Zähler bei noch fünf ausstehenden Spielen für beide Mannschaften an, die SpVgg Landshut sollte noch ein paar Punkte im letzten Teil der Saison holen, um den Klassenerhalt auch ganz sicher zu schaffen. Aufstellungen:
SC Regensburg
SpVgg Landshut
Tore: Schiedsrichter: Sven Engl (ASV Ittling), ohne Assistent
| |