Von Nora Kruse (Text u. Foto)
29.04.2009
Während in der Regionalliga West der Meister schon feststeht, wird im Südwesten um die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg
in die Zweite Bundesliga noch gekämpft. Die Reserve des SC 07 Bad
Neuenahr gegen die TuS Wörrstadt heißt das Duell, das sich vermutlich erst am letzten Spieltag entscheiden wird.
Warum es in dieser Saison für die TuS so gut läuft, weiß man in Wörrstadt auch nicht so richtig. „Es gab vor der Saison einen Umbruch, und der Verein ist
das Risiko eingegangen, auf junge Spielerinnen zu setzen“, erklärt Trainer Rainer Wißmann. Dass diese U18-Mannschaft von Beginn an eine so konstante
Leistung zeigte, hätte auch Abteilungsleiterin Maria Breuer nicht gedacht, ist jedoch stolz auf das junge Team, dem acht Spielerinnen angehören, die im
vergangenen Jahr noch bei den B-Juniorinnen aktiv waren.
Ein Durchmarsch in die Zweite Bundesliga ist es für den ersten deutschen Frauenfußballmeister jedoch nicht. Mit einer Niederlage gegen Niederkirchen und
einem Unentschieden in Bad Neuenahr hatte sich die TuS wieder in die passive Rolle gebracht, der Aufstieg aus eigener Kraft war nicht mehr möglich gewesen.
Doch was wäre ein spannender Meisterschaftskampf, wenn sich das Blatt nicht immer wieder wenden würde.
In einem spannenden Spiel gegen den SC Siegelbach kam Wörrstadt am vergangenen Wochenende trotz Überlegenheit lange nicht über ein 0:0 hinaus – es dauerte
bis zur 94. Minute, eher der Aufstiegskandidat einen (berechtigten) Handelfmeter zugesprochen bekam und ihn auch nutze. Die drei Punkte blieben in der
gerade einmal 8.000 Einwohner zählenden Stadt im Kreis Alzey, Bad Neuenahr erreichte in Montabaur dagegen nur ein 1:1.
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In der 94. Minute konnte Wörrstadt gegen Siegelbach über einen verwandelten Elfmeter jubeln. Auch im Aufstiegskampf werden langer Atem und Nervenstärke
gefragt sein.
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Der Tabellenführer heißt also wieder Wörrstadt, doch die Clubs trennt nur ein einziger Punkt, und noch sind drei Partien zu spielen. Aber auch wenn der
TuS der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelingt, weiß man in Wörrstadt sehr genau, dass ein hartes Stück Arbeit auf den Traditionsverein zukommt. Der
100-seitige Anforderungskatalog des DFB ist zwar abgearbeitet und auch das Stadion-Problem ist geklärt, doch die finanzielle Situation sieht nicht so
rosig aus. „Wir hoffen natürlich, dass ein Aufstieg uns auch mehr Sponsoren bringt“, sagt die Abteilungsleiterin. 11.000 Euro gibt es vom DFB und mit den
jetzigen Sponsorengeldern sei man in der Lage, den Spielbetrieb zu sichern. Doch mehr eben noch nicht.
„Wir wissen, dass wir noch einiges machen müssen“, so Breuer, die ihr Team hinter den Kulissen sukzessive zu erweitern und professionalisieren versucht.
Doch etwas ängstlich schaut man natürlich auch bei der TuS auf den verstärkten Einstieg der zahlungskräftigen Vereine aus der Männer-Bundesliga in den
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Frauenfußball. Denn man selbst möchte – trotz vorsichtigen Vorfühlens seitens des FSV Mainz 05 - selbstständig bleiben. In Wörrstadt ist die
Frauenfußballabteilung zwar nur eine von 15 im Verein, „aber wir haben alle Freiheiten“, sagt Breuer.
Etwa einhundert Frauen und Mädchen kicken bei der TuS, sie alle schätzen das familiäre Umfeld, ist sich Breuer sicher. Denn mit Geld können die
Wörrstädterinnen keine Spielerinnen locken, im Falle des Aufstiegs hofft man in erster Linie auf Spielerinnen, die bei anderen Vereinen vielleicht die
Bank drücken und daher in Wörrstadt um einen Stammplatz kämpfen wollen. Und wenn es um die Stärken geht, die der Verein zu bieten hat, ist sich die
Abteilungsleiterin sicher: „Leidenschaft, Teamgeist und Umfeld.“
Bilder: Wörrstadt - Siegelbach
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