![]() |
Regionalliga SüdAus- und Rückblick auf die Regionalliga Süd zur Winterpause Teil 2 | ||
Zurück zu Teil 1Martin Schanz, Coach des VfL Sindelfingen II, gab vor dem Saisonstart den Klassenerhalt als Ziel aus. Mit den 19 bereits gesammelten Punkten, sollte nach unten eigentlich nichts mehr schief gehen. Nach oben beträgt der Abstand derzeit sogar lediglich 3 Zähler. Nicht von ungefähr hat z.B. Ulrike Müller, mit derzeit 7 Toren die treffsicherste Spielerin des Teams, ehrgeizigere Ziele und strebt den Wiederaufstieg an. Auch Schanz hat nach dem Nachholspiel gegen Weinberg seine Vorgabe korrigiert und will nun die Spielzeit als beste baden-württembergische Mannschaft der Liga abschließen. Mit der „guten Mischung aus erfahrenen Spielerinnen und vielen Talenten,“ wie der Übungsleiter seinen Kader beschreibt, ist bei etwas mehr Konstanz wohl nicht nur der FV Löchgau noch zu überflügeln. Allerdings, wenn Sindelfingens 1. Mannschaft nicht der Bundesligaaufstieg gelingt, würde der Reserve selbst eine Regionalligameisterschaft nicht zum Aufstieg verhelfen können. ![]() Ulrike Müller führt die interne Torschützenliste des VfL Sindelfingen II mit sieben Treffern an Als Vizemeister der Bayernliga qualifizierte sich der SV 67 Weinberg für die Regionalliga, wo der Verein aus der Gemeinde Aurach (Landkreis Ansbach) einen zufriedenstellenden Mittelfeldplatz belegt. In der Hinrunde konnte das Team von Trainerin Petra Amslinger, deren Vertrag vorzeitig für die Saison 2008/09 verlängert wurde, die beiden führenden Mannschaften bezwingen. Der TSV Jahn Calden wurde mit 7:0 abgefertigt (höchster Saisonsieg bislang überhaupt!), den bis dato noch verlustpunktfreien FC Bayern II schickten die Mittelfränkinnen mit 3:1 nach Hause. Apropos Bayern München: Zum Ligakonkurrenten mußte Weinberg vor der Saison Abwehrreckin Sonja Kienzler ziehen lassen. Juniorinnennationalspielerin Christina Schellenberg folgte ihrer ehemaligen Mannschaftskollegin Katharina Baunach zur Bundesligatruppe des FCB. Wo wohl der SV 67 jetzt stünde, hätte er diese Talente in seinen Reihen halten können? Bewegte Zeiten hat der Karlsruher SC hinter sich. Erst seit 2001, als der Verein die Teams des Damen-Fußball-Clubs Eggenstein übernahm, existiert beim Karlsruher Traditionsklub eine Frauenfußballabteilung. Der KSC qualifizierte sich zur Einführung der 2. Bundesliga für die Südstaffel. Interne Querelen im Verein führten im Januar 2005 zum Wechsel des Trainers, des Abteilungsleiters und eines Gutteils der Mannschaft zum Lokalrivalen ASV Hagsfeld. Der Klassenerhalt konnte nur aufgrund des besseren Torverhältnisses geschafft werden. In der folgenden Saison sah es sportlich nicht besser aus. Nur der Lizenzrückgabe des FSV Frankfurt und dem Zwangsabstieg der 2. Mannschaft des VfL Sindelfingens hatten die Badener den Klassenverbleib zu verdanken. Eine katastrophale Hinrunde 2006 läutete dann den Abstieg ein. Zwar konnte der KSC in der Rückrunde 11 seiner insgesamt 12 Meisterschaftspunkte sammeln, die Leistungssteigerung kam letztlich zu spät. Die Regionalliga soll für das Team von Spielertrainerin Tanja Rastetter (6 Länderspiele) aber nur Zwischenstation auf dem Rückweg in die 2. Bundesliga sein. Der Kader blieb im wesentlichen zusammen und konnte mit Torjägerin Birgit Bernhart vom 1. FFC Frankfurt II noch eine gute Verstärkung verzeichnen. Ein Sondertraining mit KSC-Legende |
Edgar Schmitt, manchen auch als „Euro-Eddy“ bekannt, sollte die Motivation erhöhen. Dennoch ließ sich die Saison nicht allzu gut an. Im ersten Rückrundenspiel konnte dann aber der Tabellenführer Bayern München II besiegt werden. Sollte diese Leistung in den kommenden Spielen noch häufiger abgerufen werden, so dürfte in der Tabelle durchaus noch ein Sprung nach vorne möglich sein. Und vielleicht gelingt es der im Dezember neu gewählten Abteilungsleitung, die KSC-Damen in ruhigere und erfolgreichere Zeiten zu führen. ![]() Sabrina Rastetter, von Karlsruhe aus zum 1. FFC Frankfurt und Energie Woronesch gestartet, ist beim KSC zurück - und hat im Dezember 2007 geheiratet. Jetzt geht es erst einmal um den Klassenerhalt in der Regionalliga Süd Der Saisonauftakt war vielversprechend: Mit 5:0 siegte die SG Germania Wiesbaden beim Hegauer FV. Dann folgten aber drei Niederlagen in Serie, ehe die Germania an der Waldstraße gegen Jügesheim wenigstens wieder eine Punkteteilung gelang. Ein Remis gegen Augsburg und zum Rückrundenstart ein erneuter Sieg gegen Hegau, das waren die wenigen Erfolgserlebnisse des Teams aus der hessischen Landeshauptstadt. Dabei glaubte der neue Trainer Bernd Gärtling von seiner Vorgängerin Silke Hüttig eine spielstarke Mannschaft übernommen zu haben. Es mag vielleicht auch dem Verletzungspech geschuldet sein, dass Wiesbaden auf einem potentiellen Abstiegsplatz mit 8 Punkten Rückstand auf den sicheren Rang 7 überwintert. ![]() Pia Zapf gehört zu den fünf Spielerinnen, die im Winter von Jügesheim zur Germania Wiesbaden gewechselt sind. Mit dieser Verstärkung dürfte der Klassenerhalt für Wiesbaden zu schaffen sein! Die vielen Ausfälle führten beispielsweise dazu, daß mit Sabrina Koch zeitweise eine Feldspielerin auf die Torwartposition rücken mußte. Neben Routinier Koch (insbes. FSV Frankfurt) haben übrigens einst auch Wiebke Werlein (1. FFC Frankfurt) und Julia Kiesewalter (FSV Frankfurt) in der Bundesliga gespielt. 2005 klopfte der hessische Vizemeister an das Tor zur 2. Bundesliga, scheiterte aber in der Relegation an der Zweiten Garde des VfL Sindelfingen. Solche Ambitionen haben die Wiesbadenerinnen momentan nicht. Derzeit geht es nur darum, die Spielklasse zu halten. Sabrina Koch und Bernd Gärtling sind durchaus zuversichtlich, daß dies gelingen wird, nicht zuletzt, da Wiesbaden von den Turbulenzen bei Ligakonkurrent Jügesheim profitiert. Mit Bianca Feuerbach, Melanie Reismann, Madita Spee, Pia Zapf und Elena Ries wechselten zur Winterpause gleich fünf Spielerinnen an die Waldstraße, was den Germania-Kader sicherlich nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ aufwerten wird. Der VfR Engen ist tot, es lebe der Hegauer FV! Nach über 15jähriger Zusammenarbeit im Juniorenbereich in einer Spielgemeinschaft mit dem FC Welschingen-Binningen wurde im Sommer 2007 auch der Spielbetrieb der aktiven Mannschaften zusammengelegt und mit dem Hegauer FV ein gemeinsamer Verein errichtet. Der VfR Engen bringt dabei eine 30 Jahre umfassende Erfahrung im Frauenfußball und einen Startplatz in der Regionalliga Süd ein. Letzteres ist dem Aufstieg des ASV Hagsfeld in die 2. Bundesliga zu verdanken, denn nur so schaffte es die ambitionierte Mannschaft aus dem Bodenseekreis als 4. der OL Baden-Württemberg noch in die neue Spielklasse. Gegen eben diesen ASV Hagsfeld mußte sich |
der Südbadische Pokalsieger dann in der 1. Runde des DFB-Pokals mit 0:4 geschlagen geben. Noch schlechter lief es nur noch bei einem Verein, den man eigentlich eher zu den Mitfavoriten der Liga gerechnet hätte. Nachdem die TGM/SV Jügesheim bereits 2005 Meister der Oberliga Hessen geworden war, aber keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt hatte, konnte 2006 erneut die Meisterschaft gefeiert werden. In den Aufstiegsspielen gegen Löchgau und Regensburg vermochte sich das Team von Oliver Erber aber nicht durchzusetzen. Der vom 1. FFC Frankfurt gekommene Trainer holte einige Reservespielerinnen seines früheren Klubs sowie manch eine mit dem FSV Frankfurt abgestiegene Bundesligaspielerin nach Jügesheim und brachte die Mannschaft auch in der Folgesaison auf Meisterschaftskurs. Dennoch wurde Erber im März 2007 vom neuen Abteilungsleiter entlassen und durch Dirk Lüttichau ersetzt. Dieser führte den Klub zur dritten Meisterschaft, scheiterte aber ebenfalls in der Relegation. In die Regionalliga startete Jügesheim mit dem Ziel, einen Platz im sicheren Mittelfeld der Tabelle zu erreichen und mit Tamara Varga, die bisher die 2. Mannschaft betreut hatte, als neuem Chefcoach. Nach zwei Auftaktniederlagen sollte das Auswärtsspiel in München folgen, doch Varga standen nicht genügend Spielerinnen der 1. Mannschaft zur Verfügung. Die Frauen der 2. Mannschaft weigerten sich wohl auszuhelfen und legten offen, wie gestört das Verhältnis innerhalb des Klubs zwischen den jungen „Einheimischen“ und den „Zugereisten“ ist. Im Endeffekt wurde vom Verein dann die 1. Mannschaft aufgelöst und durch die bisherige Reserve, die vom Spielbetrieb in der Landesliga abgemeldet wurde, ersetzt. Der Klub betrachtete diese Handlungsweise als ein Bekenntnis zu seiner Jugendarbeit. Das neue Regionalligateam wurde fortan von Varga zusammen mit Klaus Füller betreut. Füller war selbst erst zu Saisonbeginn als Übungsleiter von den U16-Mädchen zur Reserve aufgerückt.
Ein Bild aus besseren Tagen, als die Bank noch gut besetzt war und der Erfolg in Jügesheim noch keinen Seltenheitswert hatte: In der 1. Runde im DFB-Pokalwettbewerb 2006/07 besiegte der damalige Oberligist den Zweitligisten TuS Niederkirchen mit 3:1
Dass mit dieser Mannschaft, die jetzt überwiegend aus Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs bestückt ist, die Klasse gehalten werden könne, damit rechnet bei den Rodgauern wohl ernsthaft niemand. Auf die leichte Schulter sollten die Gegner den Tabellenletzten deswegen allerdings nicht nehmen. Aus Wiesbaden und Sindelfingen konnte Jügesheim schon jeweils einen Punkt entführen. Und kampflos wird der Klub sicher keine Punkte mehr abgeben.
|