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Regionalliga NordostLeipzig dominiert den NordostenEine Bilanz der Hinrunde 2005/2006 | ||
Von Christian Heidler13.01.2006 Zwei Spieltage der Rückrunde wurden noch absolviert, ehe die Regionalliga Nordost in die Winterpause ging. Mit einem Fünfpunkteabstand haben sich bereits zwei Mannschaften deutlich in der Tabelle abgesetzt: Am Tabellenende Jena II und in der Spitze Lok Leipzig. Letzte Saison spielte der 1. FC Lokomotive Leipzig noch in der Südstaffel der 2. Bundesliga und beendete die Spielzeit im Besitz der ungeliebten roten Laterne. Jetzt, in der Regionalliga, steht die Lok wieder voll unter Dampf und überrollt alles, was ihr in die Quere kommt. 36 Punkte aus 13 Begegnungen sind fast eine optimale Ausbeute und bedeuten volle Fahrt voraus zurück in Liga 2. Lokführer Frank Tresp steht im wesentlichen der Vorjahreskader zur Verfügung. Jana Böhme wechselte zwar zu Turbine Potsdam und Yvonne Scheil zum FSV Frankfurt, Susann Erber (Aue) und Stefanie Beltz (Potsdam) wurden hingegen als Verstärkungen gewonnen. Zudem konnte U19 Nationalspielerin Babett Peter gehalten werden. Dass das Abwehrtalent auch in den Augen von Bundestrainerin Silvia Neid eine Option für die Zukunft ist, zeigt die Nominierung von Babett Peter für das Trainingslager in Spanien.
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Stefanie Beltz kam vor der Saison von Turbine Potsdam und steht mit Lok Leipzig nun vor dem Aufstieg in die 2. Liga 49 Treffer hat Leipzig bereits erzielt und weist damit den besten Angriff der Liga auf. Dabei konzentrieren sich die Tore nicht auf ein, zwei Spielerinnen, was es für die Gegner um so schwerer in der Torverhinderung macht. Mit je 6 Treffern trugen sich Kathrin Breitung, Karoline Aulrich, Nadine Börner sowie Susann Erber in die Torschützenliste ein. Es folgt Christina Nauesse mit 5 Toren. Auch der 4:1 Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals über Zweitligist Wacker München unterstrich das Leistungsvermögen der Elf aus Leipzig-Probstheida. Einziger Verfolger ist derzeit der 1. FC Union Berlin. Trainer Frank Schwalenberg hatte die “Eisernen” Richtung FSV Frankfurt verlassen und Spielerin Sarah Schatton gleich mitgenommen. Geschadet scheint es dem Vorjahresachten wohl nicht zu haben – oder stünde man ansonsten vielleicht noch besser da? Es wäre Union jedenfalls durchaus möglich gewesen, statt Lok an der Tabellenspitze zu stehen, doch die Berliner wußten selbst eine ungemein günstige Ausgangssituation nicht zu ihren Gunsten zu nutzen. 3:0 führte Berlin nämlich zur Halbzeit bereits in Leipzig. Doch Union gab die drei Punkte aus der Hand und Lok drehte die Partie noch in ein 3:4 aus Sicht der Gäste.
Mit weiteren 4 Punkten Abstand folgen zwei Klubs aus dem „Speckgürtel“ Berlins. Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf scheint damit das Leistungsniveau der vergangenen Spielzeit bestätigen zu können. Hohen Neuendorf gelang übrigens bisher als einziger Mannschaft gegen Leipzig zu punkten. Am 10. Spieltag wurden die |
Durch den Aufstieg Geras gibt es nun auch ein Thüringen-Derby in der
Regionalliga. Das Liga-Hinspiel in Gera gewannen die Gastgeberinnen 2:0.
Beim Endspiel um den Landespokal, von dem dieses Foto ist, obsiegte noch
Jenas Reserve mit 3:1 | |
Messestädterinnen mit einer 2:0 Niederlage auf die Heimreise geschickt. Möglicherweise wird Hohen Neuendorf kommende Saison in der 2. Bundesliga vertreten sein, obgleich der sportliche Aufstieg verfehlt wurde. Das könnte jedenfalls sein, wenn sich die Frauenfußballabteilung von Tennis Borussia Berlin dem Verein anschließt und dabei die Lizenz für die zweithöchste Spielklasse mitbrächte. Beachtlich ist der gute 4. Tabellenplatz des 1. FFC Turbine Potsdam III. Den Aufstieg hat quasi noch die jetzige 4. Mannschaft Potsdams erreicht. Turbine III soll jedoch dem Nachwuchs hochklassige Spielpraxis bieten und ist daher vorwiegend mit B-Mädchen besetzt, unter ihnen auch die U17 Nationalspielerinnen Wiebke Balcke und Franziska Hagemann. Ähnlich wie der 1. FFC Frankfurt oder letzte Saison der HSV hat Turbine damit jetzt je ein Team in den höchsten drei Spielklassen. Die erste Tabellenhälfte wird mit dem Magdeburger FFC abgeschlossen. Vergangene Saison mußten sich die Spielerinnen aus der Landeshauptstadt Sachsen Anhalts noch knapp dem FFV Neubrandenburg im Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschlagen geben. Mit nur 26 Zählern besitzt Magdeburg heuer nur noch Außenseiterchancen, auch wenn der Klub mit der gelernten Abwehrspielerin Anne Roeloffs die derzeit erfolgreichste Torschützin der Liga stellt (14 Treffer). Wäre Magdeburg daheim ähnlich erfolgreich wie in der Fremde, stünde eine weitaus bessere Plazierung zu Buche. Immerhin kann aber schon für die nächste Regionalliga-Saison geplant werden, denn angesichts eines 10 Punkte-Polsters auf die nachfolgenden 7 Vereine, dürfte der FFC, der als einziger Klub der Regionalliga Nordost durchgehend seit ihrer Bildung 1991 angehört, auch nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten. ![]()
Nicht nur in dieser Szene hatten die Spielerinnen des Halleschen FC (in
rot) das Nachsehen gegen die Tabellenführer aus Leipzig. Das 0:7 ist bislang
die höchste Heimniederlage der Saison überhaupt Um den Klassenverbleib müssen alle Vereine ab Tabellenplatz 6 kämpfen. Letzte Saison gehörte der Hallesche FC noch zu den drei Vereinen aus der Regionalliga Nordost, die Lizenzunterlagen für die 2. Bundesliga eingereicht hatten. Angesichts von lediglich 14 bis zur Winterpause erreichten Punkte und einem negativen Torverhältnis, brauchen die Hallenser keinen Blick nach oben zu verschwenden. Für Aufsteiger wie den Lichterfelder FC und den 1. FC Gera 03 ist es hingegen normal im Abstiegskampf zu stecken. Dabei haben die Berlinerinnen um Coach Peter Rießler und die |
Thüringerinnen von Trainerin Grit Michaelis mit je 13 Punkten und Rang 7 bzw. 8 noch relativ gute Karten. Noch gefährlicher ist die Situation für den heimschwachen Adlershofer BC 08 aus Berlin-Treptow, der vorige Saison noch den 3. Platz in der Abschlußtabelle besetzen und mit Nadin Bethge die Torschützenkönigin stellen konnte. Allerdings verlief jene Spielzeit für den Berliner Meister 2004 und damaligen Aufsteiger auch optimal, so dass der derzeitige Tabellenstand nicht ganz so überraschend ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Einen Treffer mit Seltenheitswert erzielte übrigens 08-Libera Susen Brennicke als sie im Heimspiel gegen Lok einen Freistoß aus dem Anstoßkreis direkt ins Leipziger Tor schoß. Ähnlich wie den Adlershofern geht es dem FSV 02 Schwerin. Der einzige Vertreter Mecklenburg-Vorpommerns stand letztes Jahr noch auf Rang 4 im Endklassement – punktgleich mit ABC – und belegt nun mit gerade mal 9 Punkten einen Abstiegsplatz. Zwei Punkte und einen Platz besser als die Nordlichter steht der Chemnitzer FC da. Die „Himmelblauen“ steckten auch vergangenes Jahr schon tief im Abstiegskampf, konnten sich aber noch knapp behaupten.
Wichtige Punkte gegen den Abstieg konnte der Adlershofer BC aus Jena
entführen Ziemlich düster sieht es bereits für den Tabellenletzten aus. Mindestens sieben Punkte trennen den FF USV Jena II vom rettenden Ufer. Ein Sieg und ein Unentschieden sind die magere Bilanz für Jenas Zweitvertretung, der es offensichtlich besonders an einem durchschlagskräftigen Sturm zu fehlen scheint. Aber vielleicht beflügeln die neu herausgegebenen Fanutensilien noch einige Jenenser, das Team mächtig anzufeuern. Auch wenn schon so einige Weichen gestellt sind, noch ist im Nordosten nichts entschieden. Wer wird den Klassenerhalt schaffen? Und hat Lok noch genug Kohlen, das Tempo zu halten oder schafft es Union noch auf die Überholspur? Am 28. Mai ist der letzte Spieltag. Spätestens dann werden wir es wissen.
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