Text und Bilder von Fuxi 08.03.2006
Drei Spieltage und ein Nachholspiel gab es in der Regionalliga Nord bis zur Winterpause. 16 Spiele, die im Kampf um den Aufstieg für klare Verhältnisse gesorgt haben. Wenn die Rückrunde keine großen Überraschungen mehr bringt, haben sich drei Teams schon aus dem Aufstiegskampf verabschiedet. Nur noch der große Favorit und der Überraschungsaufsteiger machen den Aufstieg in Liga zwei unter sich aus.
10. Spieltag
Der FFC Oldesloe stolperte als erster. Am 10. Spieltag gab es im heimischen Kurparkstadion eine unnötige 0:1-Pleite. Saskia Maukisch versenkte den FFC für Jahn Delmenhorst, das sich mit den Punkten 9, 10 und 11 aus der Abstiegszone absetzte. Die anderen Favoriten gewannen hingegen ihre Spiele größtenteils überzeugend. Mellendorf schlug Schlusslicht Burg Gretesch mit 5:0, HSV II. gewann in Schamerloh locker mit 4:0, profitierte dabei von einem Platzverweis gegen Lena Hagemeier beim Stand von 2:0 und musste selbst Torjägerin Denise Lehmann und Regisseurin Christina Arp während des Spiels verletzungsbedingt ersetzen. Nur Tabellenführer TSV Nahe machte es beim 1:0 durch Korthals bei Ahlerstedt/Ottendorf spannend. Bemerkenswert an diesem Tag war aber ein anderes Ergebnis: Der SV Hastenbeck fuhr mit 4:3 gegen FSG Twist den ersten Dreier und damit die ersten Punkte in dieser Saison überhaupt ein. Damit war Burg Gretesch wieder Letzter.

Schlug in Nahe gut ein: Lisa Hagemann (hinten), hier im Zweikampf mit Jennifer Flaspöhler (TSG Burg Gretesch)
11. Spieltag
Nächster Spieltag, nächster Favoritensturz. Dieses Mal erwischte es den Mellendorfer TV beim TuS Büppel. Josy Donat und Katja Franke mit einem Viererpack versenkten das Team aus der Nähe Hannovers. Für Mellendorf konnten nur noch Janine Schneider und Filiz Heilmann das Ergebnis im Rahmen halten (5:2). Der FFC Oldesloe hielt Anschluss an die Spitze, siegte in Twist mit 3:0. Der TSV Nahe hatte wie schon in der Vorwoche Mühe. Kurz nach der Pause netzte Wiebke Korthals das 1:0, das Bubat noch für Hastenbeck ausgleichen konnte. Den für Coach Foley zufrieden stellenden Siegtreffer besorgte Torjägerin Jennifer Schult. Zufrieden dürfte auch Claudia von Lanken mit dem 4:1 ihres Teams gegen Ahlerstedt/Ottendorf gewesen sein. Der HSV blieb damit dem TSV Nahe auf den Fersen. Im Tabellenkeller verpasste Burg Gretesch mit einem 2:4 gegen Schamerloh den Sprung von Platz 11. Für die Osnabrückerinnen netzte Alice Toscani doppelt, bei Schamerloh war's Cathrin Herfurth.
12. Spieltag
Am letzten vollständigen Spieltag vor der Winterpause - der 13. Spieltag sollte dem Wetter zum Opfer fallen - vollzog sich wieder der Wechsel an der Tabellenspitze. Im Spitzenspiel zwischen Nahe und Oldesloe sah es zunächst nach einem Treffer von Nahes Torjägerin Jennifer "Daisy" Schult so aus, als könnte der TSV seine Topposition zementieren. Dass der HSV allerdings doch wieder Platz 1 erklimmen konnte, verdankte er einer Ehemaligen: Ausgerechnet Ex-Bundesliga-Kapitänin Claudia Wenzel köpfte kurz vor Schluss das 1:1 für den FFC. Die Zweite des HSV ließ sich gleichzeitig bei der TSG Burg Gretesch nicht lumpen, schenkte ein halbes Dutzend ein und rauschte mit einem Torverhältnis von +32 am punktgleichen TSV Nahe (+12) vorbei. Der Mellendorfer TV wahrte noch seine Minimalchancen auf den Aufstieg mit einem 6:1 in Delmenhorst. Manuela Steffens und Jennifer Horwege schlugen für die Talentschmiede doppelt zu, dazu Homeyer und Kieras. Saskia
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Über die Zweite nach oben: Neuzugang Tessa Rinkes (links) vom Mellendorfer TV, hier mit Spielführerin Alexandra Gärtner beim Bundesliga-Heimdebüt,
wird der Regionalliga-Mannschaft fehlen - wie so viele
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Maukischs Ehrentreffer änderte daran nichts. Insgesamt war es ein torreicher Spieltag. Insgesamt 28 Mal mussten die zehn Torhüterinnen hinter sich greifen. Am öftesten in Hameln. Dort trennten sich der Vorletzte Hastenbeck und Ahlerstedt/Ottendorf 4:4. Im Mittelfeld besiegte Büppel Schamerloh mit 4:1, und Büppel schoss alle Tore: Miotk unterlief das Eigentor zugunsten von Schamerloh.
Das letzte Spiel
Nach dem Ausfall des 13. Spieltags konnte der HSV im letzten Nachholspiel vor der Winterpause die Tabellenführung ausbauen. Dazu brauchte es einen Sieg gegen den Mellendorfer TV. Und obwohl sich Mellendorf besser verkaufte, als das Ergebnis es aussagte, stellte die Zweite der Hamburger ihren größten Vorzug eindrucksvoll unter Beweis: Sie glänzten mit hoher Chancenverwertung und einem 6:1-Kantersieg, bei dem alle sechs Treffer von unterschiedlichen Spielerinnen erzielt wurden. Damit verabschiedete sich Mellendorf endgültig aus dem Aufstiegsrennen, und der HSV entwischte dem TSV Nahe auf drei Punkte Abstand.

Leistungsträgerin beim FFC Oldesloe: Gina Buchwald
Vorbereitung
Für keine Mannschaft lief die Vorbereitung sonderlich gut. Viele witterungsbedingte Spielabsagen, darin eingeschlossen das Nachholspiel des HSV gegen Büppel vom 13. Spieltag, machten Testspielvereinbarungen zu einem Lottospiel. Allein zweimal wurde das Vorbereitungsspiel des FFC Oldesloe gegen die Bundesligamannschaft des HSV abgesagt. Deren Zweite trat, ebenso wie Konkurrent TSV Nahe und Abstiegskandidat Burg Gretesch, allein in der Halle auf und spielte einmal gegen die eigene Erste auf Kunstrasen.

Spielszene aus dem Nachholspiel HSV 2 gegen Mellendorf: Kieras (Nr. 15) schickt Schneider (Nr. 12) steil
Dafür waren sie in der Halle recht erfolgreich, erreichten in Bad Oldesloe, Delmenhorst und Wüsting jeweils den dritten Platz und gewannen die Turniere in Neuenbrook und Jesteburg. Dazu kam ein 3:3 im Einlagespiel des Salzbrenner-Cups in der Alsterdorfer Sporthalle gegen die U21-Frauen des Hamburger Fußball-Verbands. Jahn Delmenhorst ging einen für die Spielklasse ungewöhnlichen Weg und schlug eine Woche lang sein Lager unter Beobachtung der
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lokalen Presse im türkischen Konakli auf.
Ausblick
Die Voraussetzungen für das Frühjahr 2006 sind also nicht gerade viel versprechend. Wie spannend der Kampf um die Meisterschaft wird, hängt davon ab, wie sehr die Topteams die fehlende Spielpraxis und personelle Veränderungen verkraften. Gerade die Zweite des HSV hat hier kräftige Einschnitte zu verkraften und nur noch eine Rumpftruppe aufzubieten. Neben den Youngstern Anna Steckel und Julia Weigel werden sie in der Rückrunde auch auf Routiniers wie Miriam Scheib und Vanessa Schröer verzichten müssen, die wegen der Verletzungsmisere bei der Ersten (Kreuzbandrisse von Katharina Freitag, Janka Rohrberg und Katharina Grießemer, Sportpause von Tanja Wörle) ihre Comebacks in der Bundesliga feierten. Der TSV Nahe hat Janine Kulow an Konkurrent FFC Oldesloe abgegeben, nachdem sich die Riepsdorferin beim Tabellenzweiten nicht durchsetzen konnte. Jahn Delmenhorst hat mit Eva-Maria Erebe ein neues Gesicht dazu bekommen. Der SV Hastenbeck vermeldet je einen Ab- und Zugang: Aus beruflichen Gründen zog es Verteidigerin Birgit Sackarendt nach Osnabrück, und neu dabei ist Lena Janssen. Wetter bedingt waren auch in Hameln keine Tests möglich, so dass das einzige Highlight noch im alten Jahr lag: Platz 6 beim Adventscup des FFC Oldesloe (wurde 2.), bei dem auch Zweitligist FFV Neubrandenburg (Turniersieger), HSV 2 (Dritter) und Helsingsborgs DFF (Fünfter) aus Schweden dabei waren.

Durch die vielen Abstellungen an die Erste wird Claudia von Lanken (HSV 2) das Lachen nicht mehr so leicht fallen
Nachgeholt
Zwei Spiele konnten dann doch schon im Jahr 2006 ausgetragen werden. FSG Twist empfing zunächst den TuS Büppel, der das Spiel mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Eine Woche später, als die Partien des FFC Oldesloe gegen Hastenbeck und Nahe gegen Büppel ausfielen, gab es für den Abstiegskandidaten ein Deja-vú in Mellendorf - ebenfalls 0:2. Für die Tabelle bedeutet das, dass Mellendorf vorübergehend mit einem Spiel mehr auf Rang drei vorgerückt ist, mit Büppel im Schlepptau auf Rang vier, sechs Punkte hinter Primus HSV II. Twist muss sich seine Punkte im Abstiegskampf gegen die direkten Konkurrenten aus Hastenbeck (Abstiegsplatz zehn, ein Punkt Rückstand) und Burg Gretesch (Letzter, zwei Punkte zurück) holen.
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