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ÜberblickLizenz zum AufstiegDie Vereine haben ihre „Bewerbungsunterlagen“ für die Saison 2006/2007 eingereicht | ||
Von Christian Heidler 21.03.2006 Bis zum 1. März mußten die Vereine ihre Lizenzunterlagen für die Bundesligen einreichen. Für die höchste Spielklasse beantragten sämtliche derzeitigen Mitglieder der 1. Bundesliga die Lizenz – also auch der FSV Frankfurt, der bekanntlich kaum noch Aussichten auf den Klassenverbleib besitzt und dessen Vereinsführung auch kein Interesse am Fortbestand einer Frauenfußballabteilung unter dem Dach des Klubs besitzt (siehe hierzu auch Wird eine Tradition entsorgt?). Sofern dem Lizenzantrag des Traditionsvereins aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim stattgegeben wird und der DFB einer Lizenzübertragung zustimmt, wird die Mannschaft in der Spielzeit 2006/07 wohl für den Hanauer Verein Rot-Weiß Großauheim 1975 (eventuell unter einem anderen Namen) am Spielbetrieb teilnehmen. Für Deniz Özer, Anika Stunz und Anne Engel vom FSV Frankfurt ist derzeit nur eines klar - sie werden im nächsten Jahr nicht im FSV-Trikot spielen Wie im vergangenen Jahr gingen auch wieder je fünf Bewerbungen von Vereinen aus dem Bereich der Nord- und Südstaffel der 2. Bundesliga ein. Es fällt auf, daß darunter auch wieder Klubs sind, die wie der MTV Wolfenbüttel oder der Karlsruher SC rein sportlich gesehen keine Aufstiegschancen besitzen, vermutlich den Sprung in die Eliteliga auch gar nicht anstreben. Vielleicht soll die Lizenzerteilung dann so etwas wie ein Testat dafür sein, daß der Verein wirtschaftlich und vom Umfeld her höchsten Ansprüchen genügt? Neben Wolfenbüttel haben aus dem Norden Tabellenführer VfL Wolfsburg, SG Wattenscheid 09, FC Gütersloh 2000 und SuS Timmel für die Eliteliga gemeldet. Aus dem Süden stoßen TSV Crailsheim, 1. FC Saarbrücken, TuS Köln rrh. und der FF USV Jena zum KSC hinzu. West-Verein mit Ambition auf Bundesliga-Aufstieg: SG Wattenscheid 09. Hier Katharina Rogalla, Jeanette Götte und Caroline Hamann (v.l.n.r.) Für die 2. Bundesligen „bewerben“ sich für den Fall des Abstiegs vorsorglich fünf Erstligisten, nämlich FFC Brauweiler-Pulheim, FSV Frankfurt, SC Freiburg, FFC Heike Rheine und VfL Sindelfingen. Von den aktuellen Zweitligisten haben ausnahmslos alle ihre Lizenzunterlagen eingesandt. Die Absteiger der Ligen werden also auf rein sportlichem Weg ermittelt – sofern keinem Verein die Lizenz verweigert wird. Für die beiden Letztplazierten ihrer Staffeln endet die Ligazugehörigkeit automatisch. Die Drittletzten aus Nord und Süd ermitteln in zwei Ausscheidungsspielen noch den fünften Absteiger. Der Hamburger SV II um Trainerin Claudia von Lanken (Foto) plant den direkten Wiederaufstieg, muss in der Rückrunde aber einige Spielerinnen an die erste Mannschaft abstellen Umgekehrt wird es wieder fünf Mannschaften aus den dritten Spielklassen geben, die in die 2. Bundesligen aufsteigen dürfen, vorausgesetzt sie haben neben der sportlichen Qualifikation auch die formelle Berechtigung in Form der Lizenz dazu. Mit den Meistern der Regionalligen Nord, Nordost, West und Südwest qualifizieren sich vier Mannschaften direkt. Den fünften Aufsteiger entsendet der Süddeutsche Fußballverband durch Ausscheidungsspiele der Meister der Oberligen Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gegeneinander. Verzichtet übrigens ein Regional- oder Oberligameister auf den Aufstieg, rückt der zweitplazierte Verein nach. Nimmt auch dieser Klub sein Aufstiegsrecht nicht wahr, kann keine andere Mannschaft dieser Spielklasse an seine Stelle treten. Nachstehend sind die Klubs, welche ihre Zulassung für die 2. Bundesligen beantragt haben, mittels Fettschrift hervorgehoben:
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Vor dem Aufstieg steht für die Vertreter der süddeutschen Oberligen noch die Relegation. In 2005 setzte sich VfL Sindelfingen II aus Baden-Württemberg gegen Germania Wiesbaden (Hessen) durch. Hier Kathrin Heinz und Nina Müller | |
Der Aufsteiger aus der Regionalliga Nord wird aller Voraussicht nach Hamburger SV II heißen. Der Absteiger aus der Hansestadt hat zwar mit dem TSV Nahe noch einen starken Rivalen im Kampf um die Meisterschaft, doch der derzeitige Tabellenzweite aus dem Kreis Segeberg hat nicht für die 2. Liga gemeldet. Die Chancen anderer Teams auf die vordersten Plätze sind inzwischen minimiert worden, das gilt auch für den FFC Oldesloe, der mit 7 Punkten Rückstand auf den HSV Rang 5 bekleidet. Der TuS Büppel, der noch einen Platz vor Oldesloe steht, hat darauf verzichtet seine im Vorjahr eingereichten Lizenzunterlagen zu überarbeiten. Eine Übersicht über den Stand in der Regionalliga Nord zur Winterpause findet sich hier. Das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig - reisen hier bald wieder Zweitligisten an? Auch in der Regionalliga Nordost gibt es mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig einen heißen Aufstiegstip. Eigentlich kann nur der 1. FC Union Berlin den Messestädtern beim Vorhaben direkter Wiederaufstieg noch in die Quere kommen. Dazu müßten die „Eisernen“, die einen Fünfpunkterückstand auf Lok aufweisen, am besten das direkte Duell gegen Leipzig gewinnen und zusätzlich noch auf Ausrutscher des Ex-Zweitligisten hoffen. Der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf wird seine Aufstiegsambitionen auf sportlichem Wege wohl in dieser Saison nicht mehr erfüllen können. Aber vielleicht hofft man vor den Toren der Hauptstadt darauf, die Lizenz von Zweitligist Tennis Borussia Berlin übernehmen zu können. Vom Halleschen FC, der im Vorjahr noch mit dem Aufstieg liebäugelte, ist diesmal kein Lizenzantrag gestellt worden. Sportlich sind die Hallenser eh schon zu weit von der Spitze weg. Den Stand der Liga zur Winterpause behandelt folgender Bericht: Leipzig dominiert den Nordosten Spannung verheißt die Situation in der Regionalliga Südwest. Nur zwei Vereine bewerben sich für die 2. Liga und genau diese beiden Teams stehen auch mit deutlichem Abstand zum Rest der Liga an der Tabellenspitze. SV Dirmingen und SC Bad Neuenahr II heißen die beiden Duellanten. Während die Kurstädter auch schon im vergangenen März unter den Lizenzantragstellern war, fühlt sich Dirmingen wohl erst jetzt zu Höherem berufen. Gibt sich keiner der beiden Top-Klubs vorher eine Blöße, so könnte es dazu kommen, daß die Entscheidung erst am vorletzten Spieltag fällt wenn die B-Auswahl der Kurstädter Heimrecht gegen den SV Dirmingen hat. Traditionell stark ist die Konkurrenz im Westen. Vier Klubs der Regionalliga West wollen aufsteigen und alle vier haben noch reelle Aussichten. Die besten Karten hält dabei sicherlich der FCR 2001 Duisburg II in der Hand, der 33 Punkte aus 14 Spielen verbuchen konnte. Allerdings kostete das Remis gegen Aufstiegskonkurrent FFC Heike Rheine II, den „Jung-Löwinnen“ die Tabellenführung. Den Platz an der Sonne hat sich momentan der GSV Moers gesichert, der für seine 33 allerdings schon 15 Punktspiele benötigte. 14 Partien hat der Herforder SV Borussia Friedenstal für seine 29 Punkte benötigt und liegt als Dritter noch aussichtsreich im Rennen. Die schon erwähnte Heike-Reserve hat zwar lediglich 26 Zähler, allerdings auch erst 13 Punktspiele ausgetragen. Eine kleine Chance hat vielleicht auch noch die DJK Arminia Ibbenbühren mit 23 Punkten aus 12 Spielen, eine Lizenz für die 2. Liga wurde jedoch nicht beantragt. Aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga ist im Westen noch vieles möglich und noch lange nichts entschieden! Die Oberliga Baden-Württemberg führen der TSV Ludwigsburg und die Eintracht aus Seekirch an. Seekirch hat sich aber nicht wieder um eine Lizenz beworben und fällt damit als Aufsteiger aus. Drei Zähler hinter den Ludwigsburgern rangiert der FV Löchgau und hat damit gute Chancen dem TSV die Meisterschaft und den Aufstieg streitig zu machen. Noch nicht ganz aus dem Rennen ist der SV Jungingen, wenngleich der Absteiger bei einem mehr ausgetragenen Spiel bereits 4 Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter aufweist... Erfreuliches ist aus der Bayernliga zu vermelden. Letzte Saison hatte sich im Freistaat mit dem SV Weinberg nur ein Oberligaklub für die 2. Bundesliga interessiert und |
da Weinberg dann weder Meister noch Vize wurde, blieb der BFV bei der „Süddeutschen“ Qualifikation ohne Teilnehmer. Dafür daß es diesjahr weitaus besser aussieht, gibt es zwei Gründe. Zum ersten gibt es mit dem SC Regensburg noch einen zweiten Kandidaten neben Weinberg, zum zweiten sind auch beide Vereine sportlich bestens im Rennen. Nur durch die Tordifferenz getrennt liegen Regensburg und Weinberg auf den Plätzen 2 und 3 hinter dem FC Bayern München II, der aus zwei mehr ausgetragenen Spielen drei zusätzliche Punkte erzielen konnte. Obgleich sportlich wieder bestens in Form, wollen die Münchener Bayern ihre Reserve nach wie vor nicht auf die Bühne der 2. Liga hieven. Weniger positiv ist dagegen die Entwicklung im Hessenland zu sehen. Nur ein Verein der Oberliga Hessen will aufsteigen. Glücklicherweise handelt es sich dabei um den Tabellenführer TGM SV Jügesheim. In der vergangenen Saison wurde das Team aus dem Rodgau Meister, hatte sich den Aufstieg in Liga 2 jedoch noch nicht auf die Fahnen geschrieben. Nun wollen es die Jügesheimer also wirklich wissen. Mindestens Platz 2 müßte es also zum Saisonabschluß schon sein. Bei 7 Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten aus Asbach, einem Spiel weniger und einem hervorragendem Torverhältnis braucht einem da nicht bange zu werden. Die derzeitige Nr. 2 war auch in der Spielzeit 2004/05 nur Zweiter, konnte aber als Vizemeister in die Relegation gehen. Dort scheiterte Germania Wiesbaden genauso wie Germania 03 Pfungstadt die Saison zuvor. Beide Mannschaften haben bekanntlich nicht für die 2. Liga gemeldet, wobei Pfungstadt auf Rang 7 ohnehin jenseits von gut und böse ist. Vorjahresaufsteiger Kickers Mörfelden war in der vergangenen Spielzeit nahe dran den Durchmarsch von der Landesliga in die 2. Liga zu machen. Erst am Ende ging Mörfelden die Puste etwas aus und man landete nur auf Rang 3. Als aktueller Tabellenneunter sind die Kickers noch nicht alle Abstiegssorgen los, Gedanken an eine höhere Spielklasse erübrigen sich aber. 2. Mannschaft gegen Aufsteiger Südwest: Mira Krummenauer (l.) vom FFC Frankfurt II gegen Nicole Müller vom TuS Niederkirchen
Für Gesprächsstoff sorgt sicherlich die Aussicht von bis zu drei Reserveteams unter den Aufsteigern. Da mit Potsdam, Frankfurt und Sindelfingen schon drei B-Teams den 2. Ligen angehören, könnte sich deren Anzahl künftig verdoppeln. Allerdings ist die Ligazugehörigkeit des VfL Sindelfingen II etwas gefährdet, da Sindelfingen I in der 1. Bundesliga derzeit auf einem Abstiegsplatz steht und nicht zwei Mannschaften eines Vereins der gleichen Spielklasse angehören können. Die Spielerinnen der TGM Jügesheim kehren der Oberliga Hessen den Rücken und streben in die 2. Bundesliga
Gerne wird von Kritikern ein Vergleich mit den Regionalligen im Männerbereich gezogen. Der Vergleich hinkt jedoch. Im Frauenfußball gibt es noch nicht so viele Traditionsvereine, die schon allein aufgrund ihres Namens und ihrer Geschichte für erhöhte Aufmerksamkeit und Zuschauerzuspruch sorgen. Die Besucherzahlen bei Spielen von Turbine II oder der 2. Mannschaft des 1. FFC Frankfurt können sich durchaus mit denen vieler anderer Zweitligisten messen. Zudem sind zweite Mannschaften von Erstligisten weder billig noch unabsteigbar, weshalb wohl in naher Zukunft nicht zu befürchten steht, daß die zweite Liga zur Hälfte aus Ablegern von Bundesligisten bestehen wird. Gleichwohl gilt es die weitere Entwicklung hierzu aufmerksam zu beobachten. | |