Zweite und dritte Ligen

Wer steigt auf ?

Die Vereine haben ihre Lizenzunterlagen für die Saison 2005/2006 eingereicht

Von Christian Heidler

31.3.2005    Am 23. März veröffentlichte der DFB die Namen der Vereine, die ihre Zulassung zu den beiden höchsten Spielklassen für die Saison 2005/2006 beantragt haben. Daraus ergibt sich, welche Vereine Ambitionen für einen Aufstieg haben, und welche nicht:

Für die 1. Bundesliga haben sich neben den derzeitigen Erstligisten auch je fünf Vereine aus den beiden Staffeln der 2. Liga beworben. Aus dem Norden sind dies Tennis Borussia Berlin, FFC Brauweiler Pulheim, FC Gütersloh 2000, SuS Timmel sowie die SG Wattenscheid 09. Aus dem Süden wurden Lizenzunterlagen von FF USV Jena, FFC Wacker München, 1. FC Saarbrücken, SC Sand und VfL Sindelfingen eingereicht. Somit haben sowohl im Norden als auch im Süden die Vereine mit den größten sportlichen Aussichten auf einen Aufstieg auch auf dem Gebiet der Formalien ihre Absichten unterstrichen.

Schießt Anja Koser ihren FFC Brauweiler Pulheim zurück in die erste Liga?

Bild: Nora Kruse

Auch U 19 Weltmeisterin Lena Gößling würde nächstes Jahr gerne mit ihrem FC Gütersloh 2000 in der ersten Liga spielen

Bild: Nora Kruse

Für die 2. Bundesliga haben neben den aktuellen Zweitligisten auch 11 der 12 derzeitigen Erstligisten Finanzpläne erstellt sowie Angaben zur Erfüllung der technisch-organisatorischen Voraussetzungen gemacht. Von Interesse sind insbesondere die Teams, die aus den Regional- oder Oberligen in die zweite Klasse emporsteigen könnten. Insgesamt kann es nämlich fünf Aufsteiger


Eintracht Seekirch gehört zu den Vereinen mit guten Chancen, nächstes Jahr in die zweite Liga aufzusteigen

Bild: Tom Schlimme

geben. Außerdem sollen den beiden Staffeln in der neuen Spielzeit jeweils 12 Mannschaften angehören. Entgegen der ursprünglichen Absicht entfällt damit eine Reduzierung auf je 10 Teams ab Saison 2005/2006. Für die Südgruppe bedeutet diese Änderung also eine Aufstockung von 11 auf 12 Teilnehmer. Anhand der eingereichten Lizenzunterlagen ist ersichtlich, daß nicht alle Vereine, die derzeit sportlich beste Aussichten zum Aufstieg hätten, diesen auch tatsächlich anstreben. Bevor ein Blick in die dritten Spielklassen gewagt wird, sollen kurz noch die Bestimmungen zum Aufstieg erläutert werden. Aufstiegsberechtigt in die 2. Bundesliga sind die Meister der vier Regionalligen Nord, Nordost, Südwest und West. Komplettiert wird das Feld durch eine vom Süddeutschen Fußballverband „zu benennende“ Mannschaft, also höchstwahrscheinlich ein durch Aufstiegsspiele zwischen den Meistern der Oberligen Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zu ermittelnder Sieger. Verzichtet übrigens ein Regionalliga- oder Oberligameister auf den Aufstieg, rückt der zweitplazierte Verein nach. Nimmt auch dieser Klub sein Aufstiegsrecht nicht wahr, kann keine andere Mannschaft dieser Spielklasse an seine Stelle treten.

Nachstehend sind die Klubs, welche ihre Zulassung beantragt haben, durch Fettschrift hervorgehoben:

In der Regionalliga Nord stehen der KSV Holstein Kiel, FFC Oldesloe und TuS Büppel in genau dieser Reihenfolge auf den ersten drei Tabellenplätzen - andere Vereine dürften sportlich keine reellen Chancen auf die Meisterschaft haben. Spitzenreiter Kiel hat sich von seinen Verfolgern bereits etwas abgesetzt und wird wahrscheinlich nächstes Jahr Schleswig-Holstein in der 2. Liga vertreten können.

Nach 14 ausgetragenen Spielen rangieren drei Teams punktgleich an der Spitze der Regionalliga Nordost: Hallescher FC, Union Berlin und der SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf. Eine Partie und drei Punkte weniger kann der FFV Neubrandenburg aufweisen. Auch die Mannschaften auf den Plätzen 5 bis 8, also Magdeburger FFC, Adlershofer BC 08 und FF USV Jena II, sind im Meisterschaftsrennen noch gut dabei. Im Nordosten ist also für große Spannung gesorgt!

Auch in der Regionalliga West wetteifern drei Mannschaften an der Tabellenspitze um den Aufstieg in die Zweitklassigkeit. Neben dem


TuS Köln rrh. sind dies die Zweitvertretungen des FFC Heike Rheine (derzeit Tabellenführer) und FCR Duisburg. Die übrigen Klubs dürften mit der Meisterschaft nichts mehr zu tun haben.

Auch die Mannschaft des FFC Heike Rheine 2 hat gute Aufstiegschancen

Bild: FFC Heike Rheine

Vom Spitzentrio der Regionalliga Südwest geht es dem SV Dirmingen eigentlich nur um die Meisterschaftsehre. Im Gegensatz zu den Kontrahenten TuS Niederkirchen und SC Bad Neuenahr II hat der aktuelle Spitzenreiter nämlich keine Lizenz beantragt. Den übrigen Teams dieser Liga ist wohl ein Eingreifen in das Titelrennen nicht mehr zuzutrauen.

Nachdem alle Mannschaften 11 Begegnungen ausgetragen haben, steht der ehemalige Süd-Regionalligist Regionalligist Eintracht Seekirch mit einem Vierpunktevorsprung auf Rang 1 der Oberliga Baden-Württemberg. Punktgleich folgen der FV Löchgau und die Reserve des SC Freiburg. Weitere 2 Zähler weniger weisen der TSV Ludwigsburg und der FV Faurndau derzeit auf. In der Bayernliga führt der FC Bayern München vor dem TSV Uengershausen. Sollte der derzeitige Tabellendritte SV Weinberg nicht noch mindestens einen Rang gutmachen können, würde der Bayerische Fußballverband wohl keinen Vertreter in die Qualifikationsrunde des Regionalverbands Süd schicken können. Weitere Lizenzanträge aus Bayerns Oberliga sind nämlich nicht bekannt. Dann würden wohl Eintracht Seekirch und der Vertreter Hessens den Aufstieg unter sich ausmachen. In der Oberliga Hessen führt derzeit etwas überraschend Aufsteiger Kickers Mörfelden vor SG Germania Wiesbaden und RSV Germania 03 Pfungstadt. Auch TGM SV Jügesheim besitzt noch reelle Chancen auf die Meisterschaft – Siege in den beiden Nachholspielen vorausgesetzt.

Neben dem sportlichen Ausgang der Saison bleibt auch die Prüfung der eingereichten Lizenzunterlagen durch den DFB-Ausschuß für Frauenfußball abzuwarten. Und hoffentlich bleiben diesmal kurzfristige Regeländerungen durch den DFB aus!

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