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Frauen Regionalliga-West, 26. Spieltag

Bochums Trauma heißt Mönchengladbach

VfL Bochum 1848 – VfL Borussia Mönchengladbach 1:3 (1:2)

Bericht von Marion Kehren

6. Juni 2011
   „Duell der Spitzenreiter“ hieß es am Sonntag auf dem Nebenplatz des rewirpowerSTADIONS in Bochum, mickrige zwei Punkte trennten die Kontrahenten in der Tabelle. Spannungsgeladen wie nie zuvor präsentierte sich die Regionalliga West an diesem Tage. Erst am heutigen letzten Spieltag sollte sich nun definitiv entscheiden, wer den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen sollte.

Angelika Kirsch, Petra Hauser, Nicole Südholt, Jörg Schemberg

Das Objekt der Begierde! Wer diesen Meisterschafspokal gewinnt ist automatisch Tabellenerster und damit auch Aufsteiger in die 2. Bundesliga. (Foto: Marion Kehren)


Das Interesse am großen Showdown der Regionalliga West war riesengroß und so konnten sich beide Mannschaften über die mehr als 850 Zuschauer freuen, die diese Partie live miterleben wollten. Allerdings hatten wohl die Bochumer Verantwortlichen nicht mit soviel Andrang gerechnet, anders war die Tatsache nicht zu erklären, dass bereits kurz nach Anpfiff Getränke und Würstchen, sehr zum Missfallen der Zuschauer, ausverkauft waren. Dennoch tat dies der allgemeinen Stimmung keinen Abbruch, dafür war die Spannung zu groß. Nur ein Sieg würde den Bochumerinnen die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg bescheren, während Gladbach ein Unentschieden bereits ausreichen würde. Die Zuschauer fanden sich gar in einer Art „Deja-vu“ – Erlebnis wieder. Vor wenigen Wochen erst standen sich im direkten Duell beide Männermannschaften ebenfalls gegenüber, ein Duell, an dessen Ende sich die Borussia den Verbleib in der ersten Liga sicherte. Ein Omen?


(Bild links: Gladbachs Torschützin und Vorbereiterin Leonie Zellmann (weiß) erwischte heute einen brillanten Tag und war kaum unter Kontrolle zu bringen. Auch Ann-Christin Rittmeier hatte so ihre liebe Mühe mit ihr. Foto: Katrin Müller)



Dieser Druck war wohl auch der Grund, dass Bochum recht forsch aufspielte und die ersten 15 Minuten der Partie beherrschte, während Gladbach zu nervös und vorsichtig agierte. Knapp drei Minuten nach Spielanfang scheiterte Sabrina Kleifges noch mit ihrem Kopfball an der Gladbacher Querlatte, aber wenige Minuten später versenkte Kora Wölm das Leder mit einem wahren Gewaltschuss aus knapp 20 Metern zur 1:0 Führung. Der Jubel der Hausherrinnen war riesengroß, aber das Reis-Team wusste auch um die Gefährlichkeit der Borussinnen. Nach weiterem Abtasten war es schließlich die ehemalige Kölnerin Leonie Zellmann, die sich in der 22. Minute ein Herz fasste und ebenfalls mit einem Distanzschuss den Ausgleichstreffer erzielte. Bochum wirkte geschockt und es dauerte eine Zeit, bis sie sich erholen sollten. Just diese Phase nutze Gladbach schamlos aus und erzielte zehn Minuten später gar den 1:2 Führungstreffer. Vorausgegangen war dabei ein sehr schönes Zuspiel von Zellmann auf Gladbachs Torjägerin Eyline Lupprich, die die herauslaufende Maike Vogler völlig verlud. Die Wettervorhersagen ließen das Schlimmste vermuten, aber statt Sturm kam lediglich der große Regen und das Spiel plätscherte in schönem Einklang mit den Regentropfen bis zur Halbzeit vor sich hin.


(Bild rechts: Bei teilweise strömendem Regen machte es nicht wirklich Spaß auf dem Platz zu stehen. Besonders schwer war es für die Spielerinnen, wie hier am Beispiel von Nathalie Bock, den Ball unter Kontrolle zu halten. Foto: Katrin Müller)

Laura KillDirekt nach Wiederanpfiff die wohl umstrittenste Szene des gesamten Spieles. Mitten im Bochumer Vorwärtsdrang setzt sich Ann-Christin Rittmeier schön auf der rechten Seite durch und flankt präzise auf die im Strafraum stehende Janine Angrick. Angrick lässt sich nicht lange bitten und köpft den Ball gekonnt ins Ziel. Aber der Jubelschrei blieb den Spielerinnen und Fans mitten im Halse stecken; denn aus einem nicht ersichtlichen Grunde wurde auf Abseits entschieden und Bochum um den Ausgleichstreffer gebracht. Schade, wer weiß, wie sich der Spielfluss in der zweiten Hälfte ansonsten entwickelt hätte. So erhielt Bochum einen merklichen Nackenschlag, von dem sich die Spielerinnen auch nicht mehr erholen sollten und Gladbach verwaltete lediglich das Ergebnis gegen nun harmlose Hausherrinnen. Nach einem schönen Gladbacher Konter durch Zellmann in der 83. Minute vollendete die Frau mit dem Torinstinkt Eyline Lupprich zum 1:3 Endstand und die knapp 200 mitgereisten Gladbacher Fans konnten schon einmal die Schlachtgesänge üben.


(Bild links: Bochums Abwehrspielerin Laura Kill stand die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben. Foto: Katrin Müller)

Des einen Freud ist des anderen Leid und so war es auch am gestrigen Tage. Gladbach feierte ausgiebig den Aufstieg (Foto unten: Marion Kehren), nach nur 2 Jahren in der Regionalliga, während der VfL Bochum auch im dritten Anlauf die Hürde Aufstieg verpasst hat. Und als hätte der Fußballgott auch noch einen drauf gesetzt, war es auch noch innerhalb weniger Wochen das zweite Mal, dass Bochum an Mönchengladbach scheiterte. So grausam kann Fußball sein ;-)



Spielstatistik:

VfL Bochum 1848
Vogler – Bock, Kill, Angrick, Schüth, Neuhaus (74. Schröder), Kleifges (45. Wehr), Rittmeier (61. Ekamp), Cao, Leiding, Wölm

VfL Borussia Mönchengladbach: 
Metz – Weyers, Jacobs, Schommen (90. +1 Richter), Flemming, Birbaum, Stüttgen (62. Jäschke), Hansen (73. Deckers), Krohnen, Zellmann, Lupprich

Schiedsrichterin:
Kathrin Heimann (Gladbeck) mit Anna-Lena Rietz und Kristina Janzen

Zuschauer: mehr als 850

Tore: 1:0 Wölm (11.), 1:1 Zellmann (22.), 1:2 Lupprich (32.), 1:3 Lupprich (83.)

Gelbe Karten: Wölm/ -




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