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12.10.2011
Bericht und Bilder von Christian Heidler
Mit einem blauen Auge kommt der BSV Al-Dersimspor aus der Partie gegen Tennis Borussia Berlin heraus. Überraschend klar endete das erste Berliner Derby zwischen dem letztjährigen Verbandsligisten und dem Zweitligaabsteiger. Doch so deutlich hätte das Spiel aus Sicht der Kreuzberger gar nicht verloren gehen müssen, wären die Chancen nur besser genutzt worden. Andererseits hätte es aber auch noch viel schlimmer kommen können...
57 zahlende Zuschauer säumten den Laskersportplatz unweit vom Ostkreuz um bei guten äußeren Bedingungen ein munteres chancen- und torreiches Spielchen zwischen den beiden Berliner Teams zu verfolgen. Die erste Torgelegenheit bot sich bereits nach 5 Minuten Mirjam Böhm, die ihren Kopfball aber direkt in die fangbereiten Arme von Borussen-Schlußfrau Stephanie Hanisch plazierte. Im Gegenzug konnte ein Gästeangriff nur zur Ecke geklärt werden und so zeigte sich gleich, daß hier kein langes Abtasten erfolgen würde. Nach 11 Minuten nutzten die Lilaweißen ein Fehlabspiel der Gastgeberinnen: Feiner Paß in den Lauf von Julia Primann, die sich gegen die Kreuzberger Abwehr durchzusetzen weiß und hoch ins kurze Eck einnetzt. Dem 0:1 hätte auch gleich der zweite Streich folgen können, als Betty Anane einen Konter mit einem Schuß abschloß, den Paraskevi Bora erst im Nachfassen entschärfen konnte. Zwei Minuten später war es dann aber soweit, als sich die schnelle und quirlige Deutsch-Ghanaerin auf der rechten Seite durchzusetzen wußte und per Lupfer auf die mitgelaufene Anne-Rose Lindner ablegte, welche keine Mühe hatte, den Ball im Tor unter zu bringen.
In der 21. Spielminute dann schon fast so etwas wie die Vorentscheidung der Partie als zunächst Sturmspitze Sanna El-Agha aus Nahdistanz an Hanisch scheiterte und TeBe quasi postwendend einen Gegenstoß fuhr, den Anane mit dem locker erzielten 0:3 abschloß. Und hätte Torfrau „Paros“ nicht gegen Lindner und Vanessa Behrendt zweimal gut pariert, wäre das Spiel für die Gastgeberinnen schon in Durchgang 1 zum Debakel geworden.
In der Schlußviertelstunde nahm die Heimmannschaft dann aber das Heft des Handelns in die Hand und drängte auf den Anschluß. Dabei hatte „Susu“ El-Agha eine Riesenmöglichkeit, als sie sich fein durch die gegnerische Abwehrreihe durchtankte aber am Ende aus kurzer Distanz das Tor verfehlte. Es folgten ein Distanzschuß von Sophie Uteß, der am langen Pfosten vorbeistrich und ein weiterer Schuß aus den Reihen von Al Dersimspor, den Hanisch aber parieren konnte. Die Gäste hatten ihrerseits noch eine klare Chance durch Lindner, die aus abseitsverdächtiger Position zum Abschluß kam, aber an der gut reagierenden Keeperin scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel knüpften beide Teams an ihr Spiel vor der Pause an. Die Gastgeberinnen bauten Druck auf, die Mannschaft von Trainer Dirk Fleischer versuchte durch gelegentliche Konter Akzente zu setzen. So nach 5 Minuten als ein Freistoß tief in der eigenen Hälfte schnell ausgeführt und nach vorne geschlagen wurde und sich Lindner eine große Torchance eröffnete, die diese aber nicht zu nutzen wußte. Wenig später dann der verdiente Lohn für den Gegner und seine emsige Kapitänin, die den Anschlußtreffer erzielte. Nun geriet die Borussia ins wanken und mußte sich weiterer Angriffe der Heimelf erwehren. Zweimal konnte Hanisch in ihrem ersten Pflichtspiel Schlimmeres verhindern, dann rettete die Latte!
Effektiver gingen die Charlottenburgerinnen zu Werke: Eine schöne Kombination über links und Anane endete mit einem Treffer von Behrendt (66.). Al-Dersimspor gab sich zwar noch immer nicht geschlagen, ließ aber die notwendige Durchschlagskraft vermissen. Zudem liefen die meisten Angriffe über El-Agha und waren damit leicht ausrechenbar. Ein schöner Drehschuß von Katja Voigt war wohl noch das Beste, was der Heimverein in der Schlußphase kreieren konnte. Die Tore lieferten aber erneut die Veilchen. Zunächst vollstreckte Lindner nach Zuspiel von Anane, dann bewies die Nr. 19 zum wiederholten Male ihr Auge für ihre Mitspielerinnen und legte auf die eingewechselte Zakomac zurück, deren Treffer auch den 1:6-Endstand markierte.
So entschied letztlich die deutlich bessere Chancenverwertung eine von beiden Seiten auf ansehnlichem Spielniveau geführte Partie zugunsten des ehemaligen Bundesligisten. Während Tennis Borussia nun einen guten Mittelfeldplatz mit Kontakt zur Spitze einnimmt, steht der Liganeuling nur knapp „über dem Strich.“
BSV Al-Dersimspor:
Bora Franke, Kok, Voigt, El-Agha, Uteß, Klausch, Lukaj, Kucak, Aufurth, Böhm (62. Agbaba)
Tennis Borussia Berlin:
Hanisch Primann, Behrendt (79. Zakomac), Lindner, Wenk, Klatt, Felsch, Lautenbach (46. Weier), Müller, Anane, Sohr
Tore:
0:1 Primann (11.)
0:2 Lindner (14.)
0:3 Anane (21.)
1:3 El-Agha (51.)
1:4 Behrendt (66.)
1:5 Lindner (82.)
1:6 Zakomac (85.)
Gelbe Karten: Lukaj / -
Schiedsrichterin: Simone Sievert (Storkow) mit Gülseren Gül und Mandy Müller
Zuschauer: 57
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