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Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, 2. Spieltag

Souverän zur neuen Herausforderung

Bramfelder SV - ATS Buntentor 3:0 (2:0)

Text und Bilder von Fuxi

11.06.2012  An diesem Tag galt es, keine Schwäche zuzulassen: Nach dem 3:0 beim schleswig-holsteinischen Vizemeister TuRa Meldorf konnte der Hamburger Meister Bramfelder SV mit einem Sieg gegen den Bremer Vertreter ATS Buntentor den Aufstieg in die Regionalliga Nord perfekt machen. Es war die vierte Drucksituation in Folge, nach dem Last-Minute-Titel in der Verbandsliga und dem verlorenen Pokalfinale gegen Regionalligist Bergedorf 85. Aber die ATS war nicht zu unterschätzen. Allgemein gelten die Mannschaften aus dem kleinsten Bundesland der Regionalliga als schwächste Gegner, sieht man mal von den Aufstiegen der beiden Werder-Teams ab. Im Buntentor-Kader, der von der ehemaligen Delmenhorster Regionalligakeeperin Yvonne Geisler trainiert wird, finden sich unter anderem die ehemalige Werder-Keeperin Sarah Ruhe und Judith Günther, Zwillingsschwester der Frankfurter Ex-Nationalspielerin Sarah Günther, wieder.

Jubel Bramfeld

Großer Jubel beim Abpfiff durch Schiedsrichterin Jacqueline Herrmann - im ersten Anlauf ist der Bramfelder SV um das Trainerduo Manuel Alpers und Wolfgang Uhlemann (links) in die Regionalliga Nord aufgestiegen

Doch es zeigte sich früh, dass Buntentor der "Bremer Tradition" folgen würde. Sie standen bei gegnerischem Ballbesitz tief in der eigenen Hälfte und versuchten es mit langen Bällen, die oft in der Hamburger Defensive stecken blieben. Technisch und taktisch schien der Bramfelder SV von Beginn an überlegen. So hatten die Gastgeber vor rund 150 Zuschauern den ersten Torversuch durch Denise Stroda, deren Flachschuss aber kein Problem für die Bremer Keeperin Sarah Ruhe war. In der 10. Minute probierte es die linke Mittelfeldspielerin nach einem Ballgewinn erneut und drosch das Leder volley Richtung Ruhe, und die fing sicher. Zwei Minuten später gab BSV-Stürmerin Karina Lüth einen Diagonalpass in die Spitze. Stroda überlief Claudia Köpke, zielte aus dreizehn Metern aufs lange Eck, und dieses Mal überwand sie Ruhe zum frühen 1:0 (12.). Getreu dem Motto: Aller guten Dinge sind drei.

Direkt im Anschluss musste Geisler bereits wechseln: Sabrina Hanisch ging verletzt vom Feld, und dafür kam Anne Klinkhart. An den Verhältnissen änderte das zunächst nichts. Vier Minuten nach der Führung zwang Ex-Bundesligaspielerin Catharina Schimpf Ruhe aus 14 Metern zu einer Parade. Die Keeperin lenkte den Schuss mit den Fingerspitzen zur Ecke. Das Ergebnis ging zu diesem Zeitpunkt in Ordnung. Doch die Begegnung verflachte in der Folgezeit. Buntentor fand zu etwas mehr Ballbesitz, Bramfeld setzte weniger nach und agierte im Offensivspiel häufig zu hektisch oder zu umständlich. Es dauerte eine ganze Viertelstunde bis zur nächsten Torszene, bis zu einem Freistoß aus halblinker Position. Kapitänin Carina Blumroth, Schimpf und Sina Ahlers knobelten in gelbverdächtiger Dauer eine Variante aus, doch als sie ausgeführt wurde, verpatzten sie sie derart, dass sie nicht zum Abschluss kamen. Doch sie hatten Glück: Karpe holte Schimpf im Strafraum von den Füßen, und Schiedsrichterin Jacqueline Herrmann zeigte folgerichtig auf den Elfmeterpunkt. Trotz des Strafstoßes: Bramfeld-Trainer Manuel Alpers war sauer über das Verhalten seiner drei Spielerinnen beim Freistoß und drohte damit, so etwas schlichtweg zu verbieten. Beim Elfmeter hingegen ging es direkter: Blumroth trat an und verwandelte sicher oben links zum 2:0 in der 31. Minute.

Vor der Pause gab es noch drei Torschüsse. Zunächst zielte Blumroth nach Ablage von Lüth aus 30 Metern über die Querlatte (39.). Dann verzog Schimpf aus 28 Metern nur knapp. Den Abstoß fing Bramfeld schnell ab, Ahlers steckte durch, Lüth nahm den Ball an der Strafraumgrenze mit und schob ihn nur Zentimeter am langen Eck vorbei (40.). Es blieb beim 2:0 zur Halbzeitpause. Das Ergebnis war zu diesem Zeitpunkt auch verdient. Klare als solche zu nennende Abschlüsse hatte die ATS Buntentor bis dahin noch überhaupt nicht produziert. Bramfeld bestimmte das Spiel, nutzte aber seine Vorteile zu selten aus. Darum war der Trainer beim Gang in die Kabine auch etwas grantig. ATS-Trainerin Geisler hingegen war durchaus zufrieden, feuerte ihr Team weiter zum Kämpfen an. Dennoch schien es, dass den Bremerinnen hier nur ein Wunder helfen würde, so groß war die optische Überlegenheit der Gastgeber.

Das änderte sich jedoch zu Beginn der zweiten Hälfte. Bramfeld spielte plötzlich abwartender, wie schon in der Vorwoche in Meldorf, stellte beinahe das Fußballspielen ein. Sie hatten ihre Linie verloren und ließen Buntentor spielen. Die ATS ließ sich nicht lange bitten. Nach Eckball von Jenny Brimmer lenkte Karpe das Leder jedoch am kurzen Pfosten klar vorbei. Immerhin die erste Bremer Chance nach 48 Minuten. Auf der Gegenseite wurde es gefährlicher, als Ruhe eine Blumroth-Ecke unterlief und Ahlers in Bedrängnis von Karoline Buse und Alexandra Karpe drüber köpfte (51.). Dann war wieder Buntentor an der Reihe. Der Distanzschuss von Laura Woggan ging rechts vorbei.

Erst nach rund 20 Minuten fing sich Bramfeld wieder und begann erneut, konstruktiver nach vorn zu spielen. Nach Flanke von Stroda schädelte Lüth in der 65. Minute vorbei. Für die rechte Mittelfeldspielerin Sandra Pansch, bis 2010 in der Frauen-Bundesliga als Schiedsrichterin aktiv, kam Josephine Scholz ins Spiel. Sie übernahm die zentrale Mittelfeldposition von Schimpf, die wiederum rechts auf den Flügel wechselte. Das eigentliche Signal, wieder etwas ernsthafter auf den dritten Treffer hinzuspielen, setzte aber eine Großchance von Stroda. Im Bremer Strafraum nahm sie Anne Radetzky den Ball ab und schlenzte auf Höhe des Fünfmeterraums aus spitzem Winkel. Der Ball verfehlte das lange Eck (67.). Bramfeld setzte wieder konsequenter nach. In der 70. Minute blockte Lüth einen Klärungsversuch von Buse und hatte freie Bahn zum Tor. Ruhe stürzte ihr entgegen, doch Lüth lupfte das Spielgerät links an ihr vorbei ins lange Eck - 3:0. Es war die umjubelte Entscheidung.

Die letzten 20 Minuten versuchten sie weiter, das Tempo hochzuhalten, blieben aber weitgehend harmlos gegen eine ATS Buntentor, die mehr oder weniger auf Schadensbegrenzung setzte. So waren die Abschlüsse von Blumroth und Scholz aus der Distanz ungefährlich. Aber inzwischen sah das auch der Trainer locker: Das Bemühen war da, die Partie entschieden und damit auch kein Grund mehr zum angespannten Granteln. Bei der Auswechslung von Torschützin Denise Stroda in der 77. Minute rief er sie mit dem Hinweis "Zeit zum Urlaub!" an die Seitenlinie. Buntentors Offensivbemühungen versandeten kurz hinter der Mittellinie, und bei Bramfeld passierte auch nicht mehr viel. Ein harmloser Versuch von Scholz aus der Drehung war in der 81. Minute immerhin ein kleines Leckerli in einem Spiel, das insgesamt auf schwachem Niveau blieb. Die beste Chance der Schlussphase hatte Helen Akosua Ayidzoe vier Minuten nach ihrer Einwechslung. Bei einem schulmäßigen Konter über die linke Seite rückte sie plötzlich zum Strafraum auf und wurde von Schimpf diagonal angespielt. Von der Strafraumgrenze zog sie ab, schoss aber einen Meter über das Gehäuse. Es war die letzte Tormöglichkeit in der Nachspielzeit.

Insgesamt gesehen ging das 3:0 in Ordnung. Die ATS Buntentor präsentierte sich letztlich in allen Belangen zu schwach, um den Aufstieg des Bramfelder SV ernsthaft zu gefährden. Das wäre nur der Fall gewesen, wenn die Hamburgerinnen von Anfang an zu locker an die Partie herangegangen und überrascht worden wären. Dafür jedoch fehlte den Bremerinnen die Qualität. Gleichwohl muss man sagen, dass die Leistung des Teams aus der Hamburger Zwischenstadt für einen angehenden Regionalligisten zu wenig war. Auf diesem Niveau wird es für Bramfeld mit dem Klassenerhalt schwer. Doch bis zum 1. Spieltag der neuen Saison sind noch fast drei Monate Zeit, um die Mannschaft personell zu verstärken, die Neuen in ein intaktes Mannschaftsgefüge einzubinden und das Team für das neue Ziel Klassenerhalt zu rüsten.


Judith Günther und Bramfelds Sandra
Pansch Sina Ahlers köpft über den Kasten Anne Klinkhart


Lena Sloot gegen Julia
Hoffmann Der Schlusspunkt: Nach eigenem Ballgewinn lupft Karina Lüth das Leder über Sarah Ruhe hinweg zum 3:0 ins lange Eck Chance  Helen Akosua Ayidzoe



Bramfelder SV:
Rehfeldt - Stietz, Graetz, Hoffmann, Lentfer (87. Akosua Ayidzoe) - Blumroth - Stroda (77. Evers), Schimpf, Ahlers, Pansch (65. Scholz) - Lüth

ATS Buntentor:
Ruhe - Brimmer, Buse, Woggan, Köpke (72. Messer) - Günther (67. Sloot) - Asendorf, Karpe, Hanisch (12. Klinkhart), Radetzky - Schmidt

Tore:
1:0 Stroda (12.)
2:0 Blumroth (31., Foulelfmeter)
3:0 Lüth (70.)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichterin: Jacqueline Herrmann (TuS Osdorf) mit Sina Milinovic (SV Altengamme) und Christine Marie Watzlaw (Mümmelmannsberger SV)

Zuschauer: 150



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