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Verbandsliga Hamburg, 14. Spieltag

Vom Winde verweht

Niendorfer TSV - Meiendorfer SV 1:1 (0:0)

Text und Bilder von Fuxi

3.3.2008   Wenn es gegen den Meiendorfer SV geht, ticken die Uhren beim Niendorfer TSV anscheinend anders. Der MSV scheint ein echter Angstgegner zu sein. Rückblick: Beim Saisonauftakt 2005/2006, zürnten die Niendorfer über die destruktive Spielweise der Gäste - die 3:0 gewonnen hatten. Das Pokal-Viertelfinale gewann Niendorf zwar 2:0, im April des neuen Jahres siegte aber Meiendorf 1:0. In der Spielzeit 06/07 machten sie das mit 5:0 daheim und 1:0 auswärts wieder wett. Die Wende? Anscheinend nicht. Denn im Hinspiel der laufenden Serie holte der Tabellenachte gegen den NTSV ein 0:0 und sorgte so für den einzigen Punktverlust des Tabellen- führers. Es ging ein Geist herum am Sachsenweg...

Sturmtief Emma war kaum über Hamburg hinweggezogen, da kündigte sich das weitaus harmlosere an: Mit nur 13 geschossenen Toren waren die Gäste die drittharmloseste Mannschaft der Liga, aber da sie auch nur 19 Tore zuließen, waren sie auch die Minimalisten der Spielklasse. Und die Misere im Angriff schien kaum besser zu werden: Toptorschützin Elena Frühling weilt seit Ende November beruflich in Norwegen. Kein Wunder also, dass die letzten drei Spiele verloren, die letzten sieben Spiele nicht gewonnen wurden. Zum Auftakt der Rückserie setzte es gegen den starken Aufsteiger Duwo 08 trotz 3:0 im Hinspiel eine 1:5-Pleite. Niendorf hingegen hatte bereits im Pokal Aufsteiger Altona 93 mit 3:0 bezwungen und gegen Aufsteiger TSV Wandsetal am vergangenen Wochenende ein klares 6:2 rausgeschossen.

Simone von Palubicki gegen Svenja Tippner

Wo ist die Lücke? Simone von Palubicki (Nr. 6) sucht den Weg zum Strafraum gegen Svenja Tippner. Und geht vorbei

Die Gastgeber traten beinahe in Bestbesetzung an. Vor Torhüterin Kerstin Neumann räumte Katja Abrotat ab. Vor den beiden Verteidigerinnen Janine Witt und Cerstin Schulz sollte Saskia Breuer vorstoppen. Das Mittelfeld bestand aus Neuzugang Christina Schmidt, Tanja Wunder und Gesa Ehlers. Hinter den beiden Spitzen Simone von Palubicki und Sandra Mader zog Birte Schulz die Fäden. Bei den Gästen stand Angela Nasonte zwischen den Pfosten. Davor ebenfalls eine konservative Defensive mit Libera Katrin Gebhardt, den Verteidigerinnen Sirkka Neugebauer und Svenja Tippner und davor die nominelle Stürmerin Angelika Beushausen, mit drei Toren treffsicherste der verbliebenen Meiendorferinnen. Das Mittelfeld bildete eine Viererkette mit Melanie Bußmann, Miriam Genilke, Stefanie Martin und Svenja Berger. Einzige Spitze war Jennifer Dreyer, dahinter hängend Nadine Münster. Geleitet wurde die Partie vom Sportsfreund Stefan Thoren vom ETV, der schon zwei Wochen zuvor die Pokalpartie des NTSV gegen Altona pfiff. Allerdings leitete er lange nicht so gut wie im Pokal, ließ zuviel durchgehen und sorgte damit bei beiden Trainern für Unverständnis.

Melanie Bußmann foult Christina Schmidt

Hier gab Schiri Thoren mal Freistoß: Meiendorfs Melanie Bußmann (Nr. 11) holt Christina Schmidt von den Beinen

Ich nehme es vorweg: Das Spiel war so schlecht, wie es die Umstände erwarten ließen. Gespielt wurde auf dem neuen Kunstrasenplatz, und Tief „Fee” schickte sich mit Regen und böigem Wind an, „Emma” in nichts nachzustehen. Auch wenn der Auftakt zunächst vielversprechend für Niendorf war. Nach zwei Minuten brachte Ehlers einen Freistoß von links herein, und nach


Katrin Gebhardt  stoppt Simone von Palubicki

Eine Szene aus der Drangphase der Niendorfer: Katrin Gebhardt (Nr. 5) stoppt Niendorfs Simone von Palubicki im Abschluss

einem Fehler in der Innenverteidigung produzierte Martin beinahe ein Eigentor. Auf der Gegenseite konnte Münster den Ball nach Zuspiel von Berger nicht mehr an Torhüterin Neumann vorbei spitzeln (11.). Beide Teams probierten es in der Folgezeit mit Fernschüssen. Klare Möglichkeiten konnte sich keine herausspielen. Weder Ehlers' Aufsetzer, noch Münsters Versuch auf der anderen Seite brachten etwas ein. Keine Gefahr versprühte auch Birte Schulz, die einen zu kurz geratenen Abstoß von Nasonte abfing und gleich aus 30 Metern Richtung Tor drosch - zu kurz (29.). Zwei Minuten später versuchte es von Palubicki wütend mit einem Volley-Aufsetzer, den Nasonte ebenfalls problemlos entschärfen konnte.

Kerstin Wunder

Routinier Kerstin Wunder sucht in der Spitze eine Anspielstation

Die Partie war ausgeglichen. Niendorf hatte gegen tief stehende Gäste zwar mehr vom Spiel, konnte dieses Plus an Ballbesitz aber kaum nutzen. Viel zu umständlich wurden die Angriffe vorgetragen und waren so einfache Beute für die Gästeabwehr. Aber auch Meiendorf machte es nicht besser. Dafür waren sie in der Spitze zu dünn besetzt und rückten zu langsam nach. Dazu kam bei beiden der Wind. Die letzte Möglichkeit fünf Minuten vor der Pause war ein Schuss von Birte Schulz, der knapp links über das Tor flog. Das 0:0 zur Pause war leistungsgerecht. Dafür fehlten die klaren Torgelegenheiten.

Zur zweiten Hälfte brachte MSV-Trainer Thomas „Charly” Kiesewetter mit Jasmin Ingmann für Svenja Berger. Doch zunächst war es Niendorf, das die Akzente setzte. Die bislang beste Möglichkeit nach 47 Minuten: Birte Schulz mit einem Direktschuss von der Strafraumgrenze, den Nasonte parierte. Drei Minuten später spielte Ehlers den Ball an den Strafraum zu von Palubicki. Die frühere Regionalligaspielerin zog von der Linie ab, und obwohl Nasonte sich lang machte, schlug der Ball flach rechts im Netz ein - die Führung. Etwas überraschend zu diesem Zeitpunkt. Den Tabellenführer schien das 1:0 etwas zu beflügeln, und auch der nachlassende Wind stimmte für den Rest der zweiten Hälfte optimistischer. Nach Querpass von Birte Schulz hielt Tanja Wunder direkt drauf und verfehlte den linken Pfosten nur knapp (58.). Zwei Minuten später eine ähnliche Szene, doch dieses Mal hielt Nasonte.

Dann der erste Wechsel bei Niendorf: Schmidt verließ das Feld, und Susanne Clausen kam neu ins Spiel. Nach 68 Minuten meldete sich Meiendorf mal wieder. Genilke versuchte es mit einem Volleyschuss, der in den Armen von Neumann endete. Es sah nicht zwingend nach Ausgleich aus, was der Meiendorfer SV ablieferte. Ihre Fehlerquote war zu hoch, und man musste aus Niendorfer Sicht nicht das Gefühl haben, hier würde noch etwas anbrennen. Stattdessen hatten die Nordwesthamburgerinnen das 2:0 auf dem Fuß. Ehlers bediente von Palubicki diagonal. Die kam per Pressschlag an Gebhardt vorbei und stand frei vor Nasonte. Aber heraus sprang nur ein Eckball (70.). Danach kam von Palubicki nach Doppelpass mit Birte Schulz zum Schuss - Endstation Nasonte.

Meiendorf wechselte. Für die aufgeriebene Spitze Dreyer kam


Antje Müller-Michaelis. Beushausen wechselte hinter die nun neue Spitze Münster. Ein Positionswechsel, der sich auszahlen sollte. Doch zunächst nochmal Niendorf: Nach Zuspiel von Birte Schulz kam Clausen bedrängt zum Abschluss, und wieder stand Nasonte dem 2:0 im Weg. Die Schlussphase brach an, und endlich schien es, als würde Meiendorf so etwas wie Druck aufbauen. Zunächst erhielt Münster den Ball mit dem Rücken zum Tor, drehte sich um Abrotat und hielt im Fallen drauf, aber der Schuss war kein Problem für Neumann. Nur eine Minute später spielte Münster den Ball auf Beushausen. Abrotat lief den Ball eigentlich ab, verlor ihn aber doch an Beushausen, und die schlenzte ihn dann freistehend über Neumann hinweg ins Netz - der Ausgleich in der 78. Minute! Es war überraschend und schmeichelhaft, aber es war das 1:1. Fassungslosigkeit auf der Bank des Niendorfer TSV. Und es hatte den Anschein, als könne das Spiel hier noch komplett kippen. Plötzlich drängte Meiendorf gemäßigt auf den Siegtreffer. Tippner prüfte Neumann aus 30 Metern. Niendorf hatte wenig entgegenzusetzen, agierte im Mittelfeld viel zu durchsichtig. So blieb es am Ende beim 1:1.

Beim Abpfiff freuten sich die Meiendorferinnen über das Unentschieden wie einen Sieg. Es war der zweite doppelte Punktverlust der Niendorferinnen, und wieder gegen Meiendorf. Sie hatten mehr Spielanteile gehabt, aber sie machten zu wenig daraus, und schließlich gaben sie das Spiel fast noch aus der Hand. Dazu kam der Abwehrfehler vor dem 1:1, bei dem Abwehrchefin Abrotat nicht gut aussah. Es war die einzige klare Chance der Gelb-Schwarzen im ganzen Spiel. Den Punkt verdienten sich die Gäste durch konsequentes, diszipliniertes Defensivverhalten und die Nutzung ihrer einzigen echten Chance. Und in Niendorf werden sie auch in der nächsten Saison wieder vor dem MSV zittern...

Chance  für Simone von Palubicki

Gute Chance hier für Simone von Palubicki in der 72. Minute. Aber ihr Schuss landet in den Armen von Torfrau Angela Nasonte. Diesen vergebenen Gelegenheiten mußte man in Niendorf am Ende nachtrauern!



Niendorfer TSV:

Neumann - Abrotat (84. Wesselmann) - Witt, C. Schulz - Breuer - Schmidt (62. Clausen), Wunder, Ehlers - B. Schulz - von Palubicki, Mader

Meiendorfer SV:

Nasonte - Gebhardt - Neugebauer, Tippner - Beushausen - Bußmann, Genilke, Martin, Berger (46. Ingmann) - Münster - Dreyer (73. Müller-Michaelis)

Tore:
1:0 von Palubicki (50.)
1:1 Beushausen (78.)

Schiedsrichter: Stefan Thoren (Eimsbüttler TV)


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