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Oddset-Pokal Hamburg, Viertelfinale

Zuviel Respekt bei Altona

Niendorfer TSV - Altona 93 3:0

Text und Bilder von Fuxi

19.02.2008   An einem eiskalten Sonntagmorgen kam es am Niendorfer Sachsenweg zum Topspiel des Viertelfinales im Hamburger Verbandspokal. Der Verbandsliga-Tabellenführer Niendorfer TSV empfing den Tabellenvierten Altona 93. Am achten Spieltag hatte es diese Partie schon an gleicher Stelle in der Liga gegeben, und der Favorit hatte die Partie mit 3:1 für sich entschieden. Einer von elf Siegen aus zwölf Partien. Niendorf war über ein 10:1 beim unterklassigen MSV, 2:0 beim früheren Verbandsligisten BSV 19 und ein 4:2 gegen Ligakonkurrent SC Vier- und Marschlande ins Viertelfinale eingezogen. Altona 93 überwand auf dem Weg in die Runde der letzten acht den unterklassigen SC Nienstedten (2:0), Ligakonkurrent Meiendorfer SV (3:0) und die 3. Mannschaft des HSV (mit 3:0 gewertet).

Die Voraussetzungen ließen nicht gerade ein gutes Spiel erwarten. Der Boden war gefroren, der Wind trotz Sonnenschein eisig. Der Niendorfer SV musste in der Abwehr auf die Routiniers Gabi Harms und Nicole Huwald verzichten. Dennoch schickte Trainer Mato Mitrovic eine sehr erfahrene - manche sagen "alte" - Mannschaft aufs Feld, angeführt von der 37-jähigen Tanja Wunder. Im Tor stand Kerstin Neumann, die unter ihrem Mädchennamen Wunder von 1998-2000 noch das Tor des HSV in der Regionalliga hütete, davor eine dreiköpfige Abwehr aus Janine Witt, Katja Abrotat und Cerstin Schulz mit Britta Restemeyer als Absicherung davor. Im Mittelfeld meist auf einer Linie: Gesa Ehlers, Birte Schulz, Tanja Wunder und Simone Weselmann. Im Sturm an vorderster Stelle Sandra Mader, Partnerin Simone von Palubicki agierte meist etwas hängend.

Julia Rudolph und Gesa Ehlers

Packender Zweikampf zwischen Julia Rudolph (weißes Trikot) und Gesa Ehlers

Altona 93 war nur mit 13 Spielerinnen angereist, zwei erwarteten sie noch zum zweiten Durchgang. Vor Torhüterin Jasmin Hadrous agierte eine Kette mit Anna-Lisa Schlumbohm, Melanie Schober, Tanja Krause und Julia Rudolph. Das Mittefeld bestückten Julia Kern, Sabrina Seider und Miriam Apenburg. Hinter den beiden Spitzen Jennifer Kleinwort und Jenny Schleinitz sollte Angela Fumesa für Ballverteilung und Torgefahr sorgen.

Julia Rudolph

Hier kann Altonas Julia Rudolph (Nr. 7) die Niendorferin Mader vor den Augen von Teamkollegin Schober nur per Foul stoppen

Und es dauerte bis zum ersten Treffer keine 60 Sekunden. Niendorf kam im Mittelfeld in Ballbesitz, und Wunder bediente Birte Schulz mit einem Steilpass. Die legte im Strafraum quer auf Mader. Deren Schussversuch konnte die herausgeeilte Keeperin Hadrous noch abwehren, Ehlers hob den Ball dann vermutlich ungewollt ins Tor, denn auch Schlumbohm konnte auf der Linie nicht mehr retten. Das 1:0 gab die Spielrichtung der ersten Halbzeit vor. Niendorf machte das Spiel gegen weit aufrückende Gäste, die sich mit ihren Angriffen festliefen. Immerhin: Hadrous konnte sich nach zehn Minuten auszeichnen, als sie nach Steilpass von Weselmann vor Mader rettete. Den ersten Schuss gab der Gast aus


Tor durch Birte Schulz

Der letzte Treffer im Spiel: Birte Schulz hat Keeperin Hadrous umkurvt und den leeren Kasten vor sich

Altona nach 18 Minuten ab, aber Fumesas Ball konnte Neumann sicher aufnehmen. Im Gegenzug sorgte ein Fehler von Krause für das 2:0: Weselmanns Steilpass erreichte von Palubicki nur durch den Fehltritt der Altonaerin, und der Rest war für die frühere Regionalligaspielerin des Wittenseer SV Formsache: Aus sieben Metern halbrechts traf sie flach ins lange Eck (19.).

Altona war überhaupt nicht im Spiel. Sie schienen ihren Respekt vorm Tabellenführer nicht ablegen zu können, wirkten zaghaft und nervös. Und so war das 3:0 nur eine Frage der Zeit. Ehlers schickte in der 21. Minute den Ball auf die Reise in die Sturmmitte. Erneut trat Krause am Ball vorbei, Birte Schulz zog auf und davon, ging an Hadrous vorbei und schob zum dritten Niendorfer Treffer ein. Altona 93 stand vor einem Debakel. Zumal Niendorf nicht daran dachte, sich ruhig zurückzulehnen. Nach einer halben Stunde schickte Wunder wieder einmal von Palubicki auf die Reise.

Gesa Ehlers

So frei und soooo vergeben: Gesa Ehlers (Nr. 11) scheitert an der Latte des leeren Tores

Deren etwas ungenauen Querpass erreichte Birte Schulz nur mit langem Schritt, und so konnte Rudolph zur Ecke klären. Dann folgte eine Szene, die zeigte, warum NTSV-Coach Mitrovic offiziell nicht den Aufstieg eines dritten Hamburger Team in die Regionalliga anstrebt: Wunder passte durch die Beine von Apenburg auf Birte Schulz. Freistehend scheiterte die an Hadrous. Der Abpraller fiel Ehlers vor die Füße, die aus acht Metern halblinks das leere Tor vor sich hatte - und die Latte traf (37.)! Die letzte Szene war ein fast verzweifelter Flachschuss von Altonas Krause, den Neumann problemlos aufnehmen konnte.

Niendorf führte klar und verdient mit 3:0. Sie waren die konsequentere Mannschaft, standen in der Defensive sicher. Altona zeigte sich unbeholfen, machte viele Fehler und war nach vorn absolut harmlos. Es hatte fast ein wenig was von Klassenunterschied, wenngleich man dabei nicht unbedingt an Verbandsliga denken mochte.

Anna-Lisa Schlumbohm und Simone von Palubick

Im Basketball wäre das ein "Mismatch": Anna-Lisa Schlumbohm bewacht die einen Kopf größere Simone von Palubicki. Kopfballduelle gab es allerdings nicht

Der zweite Durchgang ist recht schnell zusammengefasst, denn es passierte wenig. Niendorf tat nicht mehr als nötig, und trotz sich


daher nun häufender Chancen war Altona vom Ehrentreffer weit entfernt. Die besten Möglichkeiten waren ein Freistoß von Fumesa, der kurz nach der Pause drüber flog, und ein Kopfball von Schlumbohm nach Ecke Fumesas, der das Gehäuse knapp verfehlte (83.). In der 74. Minute setzte Kern noch einen Heber drüber. Die Niendorfer Chancen durch Weselmann (54.) und von Palubicki (61., 71.) waren kaum besser. NTSV-Neuzugang Christina Schmidt von Regionalligist TSV Nahe, eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt, kam zu keiner Gelegenheit mehr.

Endstand

Ab der 22. Minute blieb die Anzeigetafel unberührt

Lediglich in der 70. Minute vertändelten die Gastgeberinnen die Riesenchance zum 4:0. Mader spielte einen wundervollen Pass auf die auf dem rechten Flügel hereingekommene Saskia Breuer, die in den Rücken von Apenburg gestartet war. Im Strafraum legte die Eingewechselte quer auf Birte Schulz, die völlig freistehend aus sieben Metern knapp rechts vorbeischob. Aber diese klägliche Chancenverwertung stand symbolisch Pate für die zweite Halbzeit, die ziemlich zerfahren und langweilig war. Altonas besseres Spiel bestand zum Teil in beschränkten Bemühungen des Gastgebers, und dennoch waren sie nicht zwingend genug, um auf dem mittlerweile seifigen Boden wenigstens zum Ehrentreffer zu kommen. So grämte dann auch der Altonaer Coach eine Viertelstunde vor Schluss: "Die haben alle 'ne Windel um." Dem Niendorfer TSV reichte eine vernünftige erste Hälfte zu einem glanzlosen Halbfinaleinzug.

Die weiteren Viertelfinal- Ergebnisse:
Bramfelder SV 2 (Bezirksliga 2) - SC Eilbek (Verbandsliga) 1:3
Ahrensburger TSV (Verbandsliga) - Bergedorf 85 (Regionalliga) 0:3
SC Alstertal/Langenhorn (Landesliga) - DuWo 08 (Verbandsliga) 0:1



Niendorfer TSV:

Neumann - Abrotat - Witt, C. Schulz - Restemeyer - Ehlers, B. Schulz, Wunder, Weselmann (56. Breuer) - von Palubicki - Mader (73. Schmidt)

Altona 93:

Hadrous - Schlumbohm, Schober, Krause, J. Rudolph - Kern, Seider, Apenburg (73. Käufer) - Fumesa - Kleinwort (73. K. Rudolph), Schleinitz (76. Lawrence)

Tore:
1:0 Ehlers (1.)
2:0 von Palubicki (19.)
3:0 B. Schulz (21.)

Schiedsrichter: Stefan Thoren (Eimsbüttler TV)

Zuschauer: 30


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