Verbandsliga Hamburg, 1. SpieltagAufsteiger HSV III mit vierfachem HalloHamburger SV III - SC Vier- und Marschlande 4:1 (2:1) | ||
Bilder und Text von Fuxi 05.09.2009 Die dritte Mannschaft des HSV hat sich erfolgreich für die 1:2-Halbfinalniederlage im letztjährigen Pokal revanchiert. In einem Spiel, das gut und gern auch 12:6 hätte enden können, gewann der Aufsteiger mit 4:1 - immerhin gegen den Vorjahresfünften! Und dabei fehlten sechs etatmäßige Verbandsligaspielerinnen, die durch Akteurinnen aus der Kreisligamannschaft ersetzt werden mussten, da Abstellungen aus der zweiten Bundesliga nicht möglich waren. Aus diesem Grund war Heim-Coach Peter Schulz vor dem Spiel auch skeptisch, wenngleich seine Mannschaft bei der Ligakonkurrenz schon zum Mitfavoriten hochstilisiert wurde. Er setzte auf ein 4-4-2 mit zwei Ketten. Im Tor stand B-Juniorin Yasmine Sennewald, Neuzugang vom RSC Anderlecht. Davor verteidigten Alina Ogundipe rechts, Svenja Winter und Kapitänin Katharina Stuth in der Innenverteidigung und Cathleen Klewe rechts. Im Mittelfeld sollte Sarah Borgwardt für Druck über rechts links sorgen, ihr rechtes Pendant war Jana Anger, dazu in der Zentrale Julia Niekrenz und Cindy Rak. Den Sturm besetzten Edvina Gara und Vanessa Plieschke. ![]() Anna Hepfer hat die erste Chance für den SCVM. Ihr Freistoß segelt über die von Cindy Rak, Cathleen Klewe, Katharina Stuth und Julia Niekrenz gestellte Mauer, aber auch über das Tor. Der SC Vier- und Marschlande stellte ein 4-2-3-1 dagegen, mit Franziska Fischer im Tor, Sabrina Kleensang, Anna Hepfer, Gesa Lippke und Anne Puttfarchen in der Viererkette. Davor stand eine Doppelsechs aus Ramona Schüssler und Daniela Marth. Die Offensive sollten Janine Sander und Dörthe Simon auf den Flügeln stärken, und hinter der einzigen Spitze Eileen Rautenberg hatte Tanja Barter die Aufgabe, die Fäden zu ziehen und mit nach vorn vorzustoßen. Der HSV III begann zunächst mit optischem Übergewicht, das sich aber recht schnell wieder ausglich. Die Rothosen probierten es oft mit langen Bällen, beim SCVM wurde eher das Kurzpassspiel zelebriert. Die ersten Tormöglichkeiten waren Freistöße. Zunächst Edvina Gara aus 36 Metern (4.), auf der Gegenseite Anna Hepfer aus 24 Metern halblinks drüber (12.). Der HSV hatte sichtbar Respekt, traute sich noch nicht, frech den Strafraum der Gäste zu suchen. Aus 24 Metern zog erneut Gara ab, aber Fischer im Vierländer Kasten hielt sicher (14.). Nach einem Solo gegen die zu zögerliche Abwehr der Norderstedterinnen schoss Schüssler aus 15 Metern drüber. ![]() Katharina Stuth kommt zu spät, Cathleen Klewe schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen: Eileen Rautenberg hat Yasmine Sennewald zum 0:1 überwunden. Vor den Toren ging es hin und her. Nach Freistoßflanke von Anger kam Gara per Kopf nicht ganz ran, der Ball rutschte ihr über den Scheitel. Auf der anderen Seite passte Marth steil auf Rautenberg, während Winter das Abseits aufhob. Rautenberg stürmte auf Sennewald zu und nutzte ihr Zögern beim Herauslaufen zur 0:1-Führung in der 19. Minute. Das hatte der HSV vermeiden wollen. Der SCVM hatte jetzt Vorteile. Wieder ein Steilpass von Sander gegen die nicht funktionierende Abseitsfalle, Barter behauptete sich gegen Winter, aber den Schuss hielt Sennewald fest (22.). Doch nun meldete sich auf Seiten der Gastgeberinnen der Trotz. Sie hielten nun stärker dagegen. So erarbeitete sich Rak den Ball in der gegnerischen Hälfte. Nach ihrem Pass auf Plieschke ging zwar eine Abwehrspielerin dazwischen, aber Borgwardt setzte nach, zog aus 15 Metern trocken ab und jagte den Ball zum 1:1 in den kurzen Winkel (27.). ![]() "Zärtliche Cousinen" oder doch eher Griechisch-Römisch? Janine Sander (Nr. 7) und Cindy Rak kämpfen mit Haken und Ösen um den Ball. |
Die Marschländer Torhüterin sieht beim Schlusspunkt durch einen Freistoß von Edvina Gara nicht gut aus, kann das 4:1 für den HSV nicht verhindern. | |
Der Ausgleich sollte Auftrieb geben. Zunächst wurde ein Schuss von Plieschke von der Strafraumgrenze noch abgefälscht und damit entschärft. Sechzig Sekunden darauf gewann Gara das Leder im Mittelfeld, suchte lange nach einer Anspielstation und fand dann Anger rechts auf dem Flügel. Der rutschte die Hereingabe jedoch ab - und an Fischer vorbei ins Tor! Nach 32 Minuten hieß es plötzlich 2:1 für den Aufsteiger. Und wieder nur 60 Sekunden später traf Gara nach langem Ball und dem Eingreifen von Fischer nur den Pfosten, verpasste so das 3:1. Der SC Vier- und Marschlande war sichtlich geschockt. Beim HSV lief es jetzt: Niekrenz links raus auf Gara, flache Hereingabe, und Anger spitzelte die Kugel unter der Torhüterin hindurch - Toraus (35.). In der Schlussphase kam der SCVM wieder etwas auf. Aber Sennewald fing den Freistoß von Barter aus 25 Metern, und Schüsslers harmlosen Roller packte sie im Nachfassen (40.). Die letzte Möglichkeit der ersten Hälfte hatte Rak, deren Abschluss nach Ablage von Gara Hepfer traf und neben dem Kasten landete. Insgesamt war die Führung des HSV III verdient. Nach dem 1:1 drehten sie auf und legten den Respekt vor dem Tabellenfünften der Vorsaison ab. In 2-3 Situationen fehlten zwar Abgeklärtheit und Übersicht, die Einsatzbereitschaft stimmte allerdings vollauf. Die Gäste spielte relativ statisch auf Konter, versuchten, Unstimmigkeiten in der Defensive des Aufsteigers zu nutzen. ![]() HSV-Trainer Peter Schulz beunruhigte die Drangphase der Gäste sichtlich. Umso größer fiel der Jubel bei den beiden weiteren Toren aus. Beide Trainer wechselten in der Pause nicht. Aber die Halbzeitansprache der Gäste schien eher gefruchtet zu haben. Die Führung der Rothosen wackelte. Sennewald fischte einen 20-Meter-Schuss von Barter sicher. Es sollte die Halbzeit der Torhüterin werden. Auf der Gegenseite fälschte Lippke einen Schlenzer von Rak ab. Aber der SCVM legte zu. Erst rettete Sennewald bei einer Hereingabe von Kleensang vor Hepfer (50.). Dann passte Barter hinter die Abwehr, Schüssler war nach abermals versagender Abseitsfalle frei vor dem Tor, kam dann aber nicht an Sennewald vorbei, die ihr das Leder vom Fuß nahm (52.). Starke Szene der belgischen U17-Nationalspielerin. Der HSv war noch nicht wieder richtig im Spiel. Aber sie versuchten wieder, Akzente zu setzen. Nach Balleroberung flankte Gara von links auf den Kopf von Anger, doch das Spielgerät senkte sich knapp rechts neben den Pfosten (57.). Torhüterin Fischer wäre machtlos gewesen. Diese Chance weckte die Rothosen wieder auf. Nach langem Freistoß von Winter aus der eigenen Hälfte kam Gara frei im Strafraum zum Abschluss, schlenzte Zentimeter links daneben (59.). Die nächste leitete sie mit einem Steilpass auf Plieschke ein, die aber agierte nicht zielstrebig genug, so dass ihr schwacher Schuss von Fischer gut zu halten war (63.). Dann setzte bei den Platzherrinnen wieder eine kleine Schwächephase ein. Sander setzte sich links gegen Klewe durch, flankte an den Fünfer, doch Sennewald entschärfte Barters Torversuch mit dem Bauch problemlos (68.). Noch zwanzig Minuten. Klewe schickte Anger rechts steil, die Flanke nickte Gara ein - aber abgepfiffen. Sie hatte sich zuvor gegen Lippke regelwidrig Platz verschafft. Ihr Trainer Peter Schulz reagierte auf den Kräfteverschleiß mit einer Umstellung. Die abbauende Cindy Rak ging in die Spitze, Gara ins Mittelfeld. Beide waren an der nächsten Szene nicht beteiligt - bis auf den Jubel. Wieder Winter mit einem langen Freistoß von hinter der Mittellinie, der Ball kam im Strafraum auf Plieschke, und die spitzelte das Leder über Fischer hinweg zum 3:1 in die Maschen (71.). Die Erlösung für den HSV. Aber durch waren sie damit noch nicht. Nachdem beim SCVM Sarina Buchholz für Daniela Marth eingewechselt worden war, schickte Schüssler Barter hinter die aufgerückte Viererkette auf die Reise. Frei vor Sennewald schob sie aufs kurze Eck - vorbei (74.). |
Andere Seite: Nach Foul an Gara gab es Gelb für Puttfarcken und Freistoß für den HSV. 18 Meter Torentfernung, eine Sache für Gara. Die hob den Ball über die Mauer, Fischer konnte nicht abwehren - 4:1 (76.)! Sie krönte ihre starke Leistung verdientermaßen mit einem Treffer. Ihr nachfolgender Schlenzer eine Minute später wurde dieses Mal Beute von Fischer. ![]() 3:1-Torschützin Vanessa Plieschke (li.) herzt Antreiberin Edvina Gara. Auch Jana Anger kommt zum Gratulieren. Auf der anderen Seite durfte sich einmal mehr die Torhüterin auszeichnen. Gleiches Schema wie immer: Steilpass Rautenberg, Barter frei vor Sennewald, Schuss - abgelenkt zur Ecke. Eine Klasse-Parade, die ihren Coach Schulz in Verzückung versetzte (78.). Dann musste bei den Gästen Dörthe Simon mit Blessur runter, es kam Nicole Wittschack. Nach einer weiteren Großchance für den HSV, als Rak nach Steilpass von Gara vergab, wechselte auch der HSV, gleich doppelt: Rak und Anger gingen raus, Patricia Zimmermann und Jaqueline Wolf kamen herein. Und beide waren postwendend an der Entstehung der nächsten Torgelegenheit beteiligt. Ablage von Wolf auf Zimmermann, den Schuss parierte Fischer mit den Füßen zur Ecke (81.). Der HSV wollte das 5:1. Der Vier- und Marschlande war stehend k.o., allerdings pumpten auch einige beim HSV ganz kräftig. Ein Niekrenz-Flachschuss stellte Fischer vor weniger Probleme (85.). Auf der anderen Seite setzte Barter einen Freistoß aus halblinker Position deutlich am langen Eck vorbei. Die letzte Chance: Steilpass von Gara auf Wolf, doch deren Abschluss wehrte Fischer zur Ecke ab. Das war's. ![]() Eine Viertelstunde vor Schluss taucht Tanja Barter vor Yasmine Sennewald auf, schiebt dann aber rechts vorbei. Vier Minuten später gewinnt Sennewald das Duell erneut. Der HSV gewann verdient mit 4:1, zeigte jedoch noch gehörige Schwächen. Man darf gespannt sein, wie die abgestellt werden, wenn der etatmäßige Kader zusammen kommt. Die Leistung dieses Tages war insgesamt aber stark. Die drei Punkte holten sie im Angriff - und auf der Torwartposition. Die Gäste waren konterstark, der HSV fand dagegen nur ein Mittel: Yasmine Sennewald. Vorne waren die Rothosen aber zielsicherer. Auch eine Neuerung hatte sich an diesem Tag bewährt: Das seit dieser Saison in der Verbandsliga verpflichtend eingesetzte Schiedsrichter-Gespann, das heute von Germania Schnelsen gestellt wurde, machte seine Sache gut.
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