Hessenpokalfinale 2009Jahn Calden gewinnt den Nord-Süd-GipfelRSV Germania Pfungstadt – TSV Jahn Calden 0:2 (0:1) | ||
Text und Bilder von Christian Heidler 17.06.2009 Während der Hessentag in Langenselbold gefeiert wurde, hatte das Hessenpokalfinale am Feiertag Fronleichnam Potential ein kleiner „Hessentag des Frauenfußballs” zu werden. Mit Marburg war ein gut erreichbarer Endspielort ausgewählt worden, der mit der Elisabethkirche, der reich mit schmucken Fachwerkbauten versehenen Oberstadt und dem die Stadt überragenden Landgrafenschloß auch über reichlich Sehenswürdigkeiten verfügt. Im Zentrum Mittelhessens, gleichzeitig Wiege des Landes Hessen, sollten nun die Finalisten aus Nord- und Südhessen aufeinander treffen und um den Wanderpokal des Hessischen Fußball-Verbands kämpfen. Mit dem Georg-Gaßmann-Stadion wurde auch eine feine Wettkampfstätte ausgewählt. Das Grün war im besten Zustand und der wolkenverhangene Himmel hielt auch das ganze Spiel über dicht. Um das leibliche Wohl der Besucher kümmerten sich die freundlichen Damen und Herren von Blau-Gelb Marburg. Auf ein Rahmenprogramm, das beispielsweise aus Infoständen, DFB-Mobil, Mitmachaktionen oder den Besuch einer WM-Botschafterin hätte bestehen können, wurde leider verzichtet. Informationen zu den Mannschaften und dem Spielverlauf, sei es mittels Stadionheft oder Lautsprecherdurchsagen, waren nicht erhältlich. Es hinterließ auch nicht den besten Eindruck, daß es an den üblichen Trainerbänken, an der Markierung von Coachingzonen und vor allem an Ballkindern fehlte. Schmucke Fachwerkhäuser, wie hier am Markt, sind allgegenwärtig in der Marburger Altstadt. Die alte Universitätsstadt lohnt auch einen Besuch, wenn kein Fußballspiel angesagt ist. Die Partie selbst, die unter der Leitung eines gut arbeitenden Schiedsrichtergespanns unter Führung von Steffen Rabe stand, erfüllte hingegen die in sie gehegten Erwartungen. Beide Mannschaften lieferten sich ein unterhaltsames und bis zuletzt spannendes Match, so daß die schätzungsweise 150 Besucher – hauptsächlich Anhänger der beiden Finalisten – gut auf ihre Kosten kamen. Brandgefährlich! Arlene Rühmer unmittelbar vor dem Pfungstädter Tor. Doch Keeperin Ann-Kathrin Kremer wird auch diese Situation klären. Es war bis zur letzten Minute ein spannendes Spiel! Der Vizemeister der Hessenliga war mit der Empfehlung eines Viertelfinalsieges gegen Regionalligist RSV Roßdorf angereist und wurde von seinen nimmermüden Fans lautstark angefeuert. Calden hatte seinerseits im Halbfinale Titelverteidiger VfR 07 Limburg bezwungen und brachte von dort gleich den Pokal mit. Der Favorit aus Nordhessen, der ohne seine verhinderte Spielmacherin Karina Thöne aber mit Amerika-Urlauberin Annika Niemeier antrat, übernahm schnell die Initiative. Bereits in der 1. Minute kam der TSV im Anschluß an eine Ecke zu einer ersten guten Einschußmöglichkeit, doch Pfungstadts Nadine Philipp rettete für ihre bereits geschlagene Torfrau. |
Sektlaune! Julia Zeuner, Sharon Braun, Sina Alexi mit Pokal, Femke Kazubski und Caroline Georgi (v.l.n.r.) feiern ausgelassen den Gewinn des Hessenpokals. | |
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In der Folge spielte sich das Geschehen überwiegend in der Hälfte der Germania ab. Calden erarbeitete sich zahlreiche Chancen, darunter ein Pfostentreffer durch Arlene Rühmer (21.) und eine vorzügliche Einschußmöglichkeit für Sina Alexi nach kluger Vorarbeit von Carolin Simon (38.). Brenzlig wurde es für Pfungstadt auch als Torfrau Ann-Katrin Kremer eine Rückgabe mit der Hand aufnahm und Calden ein indirekter Freistoß von der Torraumlinie zugesprochen wurde. Der Schuß von Femke Kazubski blieb jedoch in der Mauer hängen. Indirekter Freistoß. Pfungstadts Silke Reichel und Torfrau Ann-Kathrin Kremer werfen sich in den Schuß von Femke Kazubski. Die Südhessinnen stellten sich immer besser in der Abwehr auf und was dennoch den Weg aufs Tor fand, das entschärfte die stark aufspielende Kremer. Eigene Angriffe blieben jedoch Mangelware. Dabei war Caldens Abwehr vor allem bei den über die flinke Joelle-Marie Sadien vorgetragenen Kontern anfällig. Am Ende war es aber zumeist Leonie Klement, die mit gutem Stellungsspiel die Lage entschärfte. Die längst fällige Führung gelang dann Kazubski aus fünf Metern Entfernung nach mustergültiger Vorlage von der Grundlinie der rechten Seite (43.). Und der Regionalligist hätte kurz darauf noch nachlegen können als ein von Simon getretener Freistoß nur die Latte traf und der Nachschuß knapp darüber ging. Nach dem Seitenwechsel kam Pfungstadt stärker auf und erarbeitete sich seinerseits Chancen, die mit Glück und Geschick von Julia Zeuner im Jahn-Tor vereitelt wurden oder das Tor verfehlten. Auf der Gegenseite sah es kaum anders aus, so strich beispielsweise ein Seitfallzieher von Simon übers Tor, landete ein Rühmer-Kopfball nur am Quergebälk. In der 2. Halbzeit drängte die Germania auf den Ausgleich. Dieser Eckball stellte Calden jedoch vor keine großen Problem. Torfrau Julia Zeuner pflückt den Ball herunter, Katrin Richter (7), Leonie Klement, Femke Kazubski, Annika Niemeier und Beatrice Bender (15) beobachten sie dabei. In der Schlußphase, die von zahlreichen Wechseln unterbrochen wurde, versuchte die Menzel-Elf das Ergebnis zu sehr spielerisch nach Hause zu schaukeln, was die tapfer |
kämpfenden Germaninnen aber fast bestraft hätten. Erst als Niemeier in der Schlußminute zum 0:2 einnetzen konnte, war die Partie wirklich entschieden. Nach dem Abpfiff sanken Pfungstadts Frauen erst mal enttäuscht zu Boden. Letztlich konnten sie aber stolz auf die gezeigte Leistung sein und auf eine ausgesprochen erfolgreiche Saison zurückblicken. Verstärkt mit namhaften Neuzugängen strebt Trainer Heiko Rosenfelder für die kommende Spielzeit die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga an. Zweiter Sieger: Die Mannschaft von Germania Pfungstadt bei der Siegerehrung u.a. mit Trainer Heiko Rosenfelder, Kristin Liesche, Silke Reichelt, Anja Wengert, Joelle-Marie Sadien, Nadine Philipp, Ines Graubner, Ann-Kathrin Kremer, Susanne Bartl und Spielführerin Janina Krauß.
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