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Landesliga Hamburg, Nachholspiel vom 12. SpieltagCleverness siegtSC Alstertal/Langenhorn - Hamburger SV III 0:1 (0:0) | ||
Text und Bilder von Fuxi17.3.2008 Für den HSV war es in diesem Jahr die vierte Landesligapartie, während Alstertal/Langenhorn, im Sprachgebrauch "SCALA" abgekürzt (2002 hervorgangenen aus den Traditionsvereinen TuS Alstertal und SC Langenhorn), erst zum zweiten Mal um Punkte kämpfte. Die Gastgeber hatten in der Vorwoche 2:1 gegen BSV 19 gewonnen, während der HSV, der aus den drei vorangegangenen Spielen vier Punkte geholt hatte, spielfrei gewesen war. Das Hinspiel zwischen dem auf Rang 3 liegenden Aufsteiger aus Langenhorn und dem Achtplatzierten war 3:3 ausgegangen. Die Gastgeber traten mit einem traditionellen System an. Vor Torhüterin Serra Kaygaaizel räumte Kapitänin Dana Kobs ab, flankiert von den Innenverteidigerinnen Stephanie Lämmerhirt und Tina Scherenberger. Im Mittelfeld gab es eine Viererreihe mit Sarah Latus, Sina Loeschke, Kim Radigk und Tanja Gehrke, davor Carolin Schimmel. Für Tore sollten Nadine Stamer und Natascha Faber sorgen. Und beim Stichwort "Sorgen" wären wir beim HSV III. Die gab es nämlich im Tor: Dort stand mit Alina Ogundipe der Ersatz für den Ersatz im Kasten, nachdem sich beide Torhüterinnen verletzt hatten. In der Viererkette verteidigte die frühere Stürmerin Brigitte Krause links, Susanne Fleischer rechts, und dazwischen in der Innenverteidigung die inzwischen 52-jährige Virginia Keller neben Jessica Apitz. Vor der Abwehr sollte Vanessa Haaks abräumen. Im Mittelfeld Carola Raetz links, Mirela Tyc zentral und Kapitänin Katharina Stuth rechts. Den Sturm bildeten Anja Lassen und Vanessa Niemann. ![]() Vorlauf zur ersten HSV-Chance: Nach Jessica Apitz' Befreiungsschlag legt sich Anja Lassen den Ball ganz billig an Tina Scherenberger (Nr. 12) vorbei. Den Fernschuss hielt die Torhüterin aber Die Partie schleppte sich in der ersten Hälfte so dahin. Beide Abwehrreihen standen gut, und den Mittelfeldreihen fehlte die Genauigkeit im Spiel nach vorn, so dass sich wenig Torraumszenen boten. Dennoch hatte SCALA anfangs mehr vom Spiel. In der 7. Minute brachte Schimmel einen Freistoß an den zweiten Pfosten, der Kopfball von Radigk verfehlte das Tor aber deutlich. Mehr gab es nicht in der Anfangsphase. Nach 22 Minuten hatte der HSV seine erste Möglichkeit, und die war gefährlicher. Aus einem abgewehrten Eckball der Gastgeber entwickelte sich ein Konter: Apitz' Befreiungsschlag landete bei Anja Lassen. Die ließ Scherenberger mit einem simplen Haken 40 Meter vor dem Tor aussteigen, schaute und entschied sich nach kurzem Antritt für einen Schuss aus der Distanz. Den hohen Ball konnte Torhüterin Kaygaaizel mit Mühe runterholen und im Nachfassen festhalten. Der HSV war auf solche Konter aus, suchte dabei immer wieder Lassen. Bei SCALA lief der Ball flüssiger, aber die Pässe gerieten häufig zu lang, wurden dann abgelaufen oder sichere Beute für Ogundipe. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Dritte des HSV sicherer und kam eine Minute vor der Halbzeit zu ihrer zweiten und besten Chance: Stuth brachte einen Freistoß von der rechten Grundlinie herein, und am zweiten Pfosten köpfte Raetz aus drei Metern drüber. ![]() Der HSV suchte in den ersten 45 Minuten im Mittelfeld seine Linie. Hier ist Mirela Tyc vor Tanja Gehrke am Ball Das 0:0 war leistungsgerecht, auf beiden Seiten bestimmten die Abwehrreihen das Spiel. Der HSV operierte mit langen Bällen, aber die Spitzen waren oft auf sich |
Die entscheidende Spielszene: Virginia Kellers Freistoß schlägt am langen Pfosten im Netz ein. Torhüterin Serra Kaygaaizel sah dabei nicht gut aus | |
allein gestellt. Auf der anderen Seite kam SCALA mit kurzen Pässen im Mittelfeld nicht viel weiter. Vor allem in der Platzmitte standen immer wieder die sehr aufmerksamen Innenverteidiger- innen im Weg. Die logische Konsequenz war, dass das Spiel arm an Höhepunkten war. ![]() Für SCALA gab es kaum ein Durchkommen gegen die gut stehende HSV-Abwehr. Hier läuft Brigitte Krause einen Steilpass auf Sina Loeschke (Nr. 4) ab
Zur zweiten Hälfte brachte der neue HSV-Trainer Peter Schulz mit Anke Retzlaff eine frische Spielerin für Anja Lassen. Stuth war nun zweite Spitze neben Niemann, und Retzlaff übernahm die rechte Mittelfeldseite. Diese 45 Minuten sollten besser werden als die zuvor. Zunächst tauchte SCALA vor dem gegnerischen Tor auf. Einen Eckball von Kobs brachte Radigk mit der Schulter aufs Tor, aber Keller klärte. Und die 52-Jährige im Dress des HSV war Hauptakteurin der nächsten Aktion. Freistoß für den HSV aus über 30 Metern auf der linken Seite. Alles rechnete mit einer Flanke, aber der hoch anfliegende Ball wurde länger und länger und senkte sich schließlich über Kaygaaizel hinweg ins lange Eck - das etwas überraschende 1:0 für den HSV in Minute 55. Nicht einmal die Torschützin konnte es glauben, hielt sich den Kopf. Aber so, wie dieses Spiel bisher gelaufen war, konnte es nur ein Fehler oder eine Einzelaktion sein, die es entscheiden würde. Reichte dieser eine Freistoß schon? Das war die Frage. SCALA musste nun mehr tun, um zum 1:1 zu kommen.
Die dickste Chance der ersten Halbzeit: Carola Raetz (Nr. 7) kommt nach Freistoß von Katharina Stuth aus Nahdistanz zum Kopfball, kann das Leder aber nicht mehr drücken Die Chance zum Ausgleich erhielten die Gastgeberinnen postwendend. Faber bediente von hinten heraus mit einem langen Ball Stamer. Apitz kam einen Schritt zu spät, und so stand die SCALA-Stürmerin halblinks frei vor dem HSV-Tor. Aus acht Metern zog sie ab, schoss aber genau auf Ogundipe, die diese bessere Rückgabe problemlos halten konnte (59.). Solche Szenen waren bei Alstertal/Langenhorn selten. Sie kamen kaum zu einem geordneten Abschluss. Entweder war die HSV-Abwehr im Bilde oder sie verpassten den Torschuss durch individuelle Fehler. Aber sie drückten auf den Ausgleich. Der HSV hatte Probleme, für Entlastung zu sorgen. Die Kräfte ließen langsam nach. Mirela Tyc kam nach 72 Minuten mal aus 30 Metern zum Schuss, der leicht abgefälscht und dadurch entschärft wurde. Zwei Minuten später versuchte es Lämmerhirt auf der Gegenseite aus ähnlicher Position, zielte aber flach neben den Kasten. Der HSV wechselte und stellte taktisch um. Kapitänin Stuth rückte auf die Position vor der Abwehr, die gute "Sechserin" Vanessa Haaks verließ den Platz für die neue Stürmerin Cindy Schönfeld. In den letzten 10 Minuten holte SCALA sowas wie die Brechstange raus. Kobs schlug einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in den Strafraum, Ogundipe leistete sich eine kleine Unsicherheit, Schimmel |
störte, prallte mit der Torhüterin zusammen, und es gab Freistoß für den HSV. Nach 81 Minuten gab es wieder Freistoß: Schimmel brachte ihn hoch in den Sechzehner, Kobs verlängerte per Kopf, aber Ogundipe hatte den Ball sicher. ![]() Auch in der zweiten Halbzeit verpufften viele SCALA-Angriffe in der Verteidigung der Gäste. Hier bremst Jessica Apitz (re.) den Vortrieb von Nadine Stamer Beim Zusammenprall hatte sich Tyc weh getan, und da merkte man doch, dass Ogundipe keine gelernte Torhüterin ist: Anstatt ins Seiten- warf die den Ball ins Toraus. Allerdings spielte SCALA den Ball nach der Unterbrechung fair zurück. Die Gastgeber waren aus dem Spiel heraus kaum gefährlich. Die Freistöße waren das einzige Element, mit dem sie die Führenden vor Probleme stellten konnten. Aber um den entscheidenden Konter zu setzen, fehlte es dem HSV vorn an Abstimmung. Nächster Freistoß für Alstertal/Langenhorn: Nachdem Stuth für ihr Foul Gelb gesehen hatte, schoss Schimmel aus 25 Metern knapp drüber. Es war der gefährlichste Schuss in Richtung HSV-Tor. Direkt im Anschluss verließ die müde Vanessa Niemann beim HSV den Platz, und es kam Melanie Pfennig. Sie erlebte die letzte Szene der Gastgeberinnen, deren Brechstange in der HSV-Deckung keinen Ansatzpunkt fand. Schimmel versuchte es noch einmal aus 24 Metern mit einem Distanzschuss, den entschärfte Ogundipe sicher (88.). Dem HSV reichte ein Stellungsfehler der wenig geprüften Serra Kaygaaizel zu einem taktisch clever herausgespielten Sieg. Matchwinner für den HSV war Virginia Keller, die nicht nur den Freistoß zielgenau im langen Eck versenkte, sondern auch hinten den Laden zusammen hielt. Bei SCALA herrschte nach dem Schlusspfiff Ratlosigkeit. Sie waren spielerisch besser gewesen, waren aber über Ansätze nicht hinaus gekommen. In Strafraumnähe wurden sie zu harmlos. Zudem fehlte es einige Male an Ordnung. Unter dem Strich war der Sieg für den HSV nicht unverdient. ![]() Hier hat Nadine Stamer mal die Nase vorn, schirmt den Ball gegen Susanne Fleischer ab. Allerdings kommt sie auch nicht vorbei...
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