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Freundschaftsspiel am 26.05.07

Berlin, Berlin, wir fliegen nach Berlin!

SV Seitenwechsel – Acton Sports Club 1:3 (0:0)

Text und Bilder von Christian Heidler

31.5.2007   Galway, Glasgow, Bilbao, Porto... durch ihre Saisonabschlußfahrten sind die Spielerinnen des Acton Sports Club aus London schon gut in Europa herumgekommen. Anfangs ging es in Länder, aus denen die ein oder andere Aktive des international bunt bestückten Teams stammt, später sollte die Sonnengarantie ausschlaggebend für die Wahl des Zielortes sein. Dass der diesjährige Pfingstausflug nach Berlin ging, das ist auf die Deutsche Antje Schröder, Reservespielerin und Schatzmeisterin der Abteilung, zurück zu führen. Und was lag für die Sportsfrauen näher, als vor Ort auch den freundschaftlichen Wettstreit zu suchen? Per Inserat („London calling“) wurde für Pfingstmontag Grün-Weiß Neukölln dazu gewonnen, nachdem über einen persönlichen Kontakt bereits ein Freundschaftsspiel mit dem SV Seitenwechsel verabredet war.

Bei hochsommerlicher Hitze erwarteten die Frauen des SV Seitenwechsel ihre Gäste an ihrer Heimstätte, dem Sportplatz Alt Stralau in Berlin-Friedrichshain. Statt sich auf dem unbeschatteten Kunstrasenplatz abzumühen, mochte ein Schiffsausflug auf der Spree vom Anleger des nahegelegenen Treptower Parks aus verlockender sein. Aber hier wurde nicht gekniffen und der einzige Abstrich, den man sich erlaubte, war eine Verkürzung der Spielzeit auf 2 x 35 Minuten. Nachdem sich die Teams, die beide nur mit der Mindestzahl von 11 Spielerinnen aufwarten konnten, ausreichend aufgewärmt hatten und ein gemeinsames Mannschaftsfoto geschossen war, konnte es los gehen.

Antje

Die three lions sind nur Tarnung! Im Trikot der englischen Nationalmannschaft steckt Antje aus Deutschland. Sie hat den Anstoß für die Reise nach Berlin gegeben

Die mit roten Hemden gekleidete Mannschaft aus London hatte Anstoß und verzeichnete auch den ersten Torschuß des Spiels. Anders als vielleicht zu erwarten war, spielte Acton nicht das auf der Insel geläufige kick and rush sondern zog ein gefälliges Kurzpaßspiel auf. Ein Verdienst der langjährigen schwedischen Trainerin. Die Spielanlage war somit jener des Teams von Seitenwechsel durchaus vergleichbar. Der ASC versuchte allerdings von Anfang an zielstrebiger zum Torabschluß zu kommen, konnte aber Ulla im Tor der Berlinerinnen zunächst nicht in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Warmmachen

Das Warmmachen der Londoner sieht etwas lustig aus. Im Spiel machen sie dann aber ernst

Nach etwa 12 Minuten hatten die Blauen ihren ersten gefährlichen Angriff. Gabi, die nur aushilfsweise das Tor bei Acton hütete, konnte den Torschuß aber per Faustabwehr parieren. Im Gegenzug stand Ulla dann im Mittelpunkt: Nachdem sie einen ersten Schuß aus dem Strafraum noch abwehren konnte, verlor sie den Ball in Bedrängnis wieder, doch der Nachschuß der Engländerinnen landete nur am Außennetz. Und nur eine Zeigerumdrehung später rettete Ulla nach beherztem Herauslaufen per Fußabwehr.

Rita

Rita hat Spaß am Spiel

Acton präsentierte sich kämpferischer und etwas lauffreudiger und drängte die Gastgeberinnen zunehmend in deren eigene Hälfte. Auch im Kopfballspiel zeigte sich eine Überlegenheit der Roten. Völlig überraschen mußte dieser Leistungsunterschied allerdings nicht, denn Acton SC spielt viertklassig und wurde gerade Vizemeister in der Women's Regional London & South East - Premier Division. Der SV Seitenwechsel hat die Punktrunde als Dritter der sechstklassigen Berliner Bezirksliga abgeschlossen


Teams

Die Spielerinnen des Acton SC in rot und des SV Seitenwechsel in blau v.l.n.r. Oben: Eleanor, Anne, Helen, Rita, Linda, Gabi, Jessica, Marty, Claire, Caro, Jodie und Sandra Unten: Ulla, Kat, Susan, Antje, Itong, Clare, Tina, Anna, Tanja und Ursi

und sicherte sich damit den Aufstieg in die Landesliga. Beide Teams waren allerdings in diesem Freundschaftsspiel mit Spielerinnen aus den 2. Mannschaften aufgefüllt und somit nicht richtig eingespielt. Abstimmungsprobleme ergaben sich dabei besonders bei den Gastgeberinnen.

Bei Seitenwechsel schien es zudem an schußstarken Spielerinnen zu mangeln. Manchmal sah es so aus, als wollte die Elf den Ball ins Tor tragen. Dennoch kam Sandra Mitte der ersten Halbzeit zu einem Torschuß und bei einem schönen Tempogegenstoß kurz vor der Halbzeit gelangte Tina in den Strafraum und in eine aussichtsreiche Schußposition, wurde aber gerade noch von einer Roten abgelaufen.

Torlos ging es somit in die Halbzeitpause und alle Spielerinnen stürzten sich auf ihre Wasserflaschen. Die Frauen aus London hatten sich aber anscheinend schnell erholt und ausgesprochen und standen schon nach 10 Minuten wieder tatendurstig auf dem Feld. Die Gastgeberinnen ließen sich aber nicht drängen und hatten nach dem Seitenwechsel Anstoß. Wenig später dann ein schöner Spielzug der Berlinerinnen als Ursi auf Rechtsaußen geschickt wurde. Nachdem sie fast bis auf die Grundlinie gelaufen war, setzte sich Ursi beim Eindringen in den Strafraum gegen eine Gegenspielerin durch und bediente mit einem feinen Lupfer ihre in der Mitte frei stehende Mitspielerin. Marty hatte dann auch keine Probleme den Ball zur Führung einzuköpfen.

Halbzeitpause

Die Halbzeitpause nutzen die Spielerinnen (hier von Acton) zur Erfrischung

Der Rückstand mochte den Ehrgeiz bei Acton nur noch mehr anzustacheln. In der 5. Spielminute der 2. Halbzeit kam eine Engländerin in einer unübersichtlichen Situation im Sechzehner der Gastgeber zu Fall. Beide Seiten verständigen sich auf Foulspiel und Strafstoß. Den Elfmeter verwandelt Claire sicher zum Ausgleich.

Torschützin Marty (links)

Torschützin Marty (links) und ihre Bewacherin Anna verfolgen das Spielgeschehen vom Mittelkreis aus

An dieser Stelle sei angemerkt, daß die Begegnung ohne Hilfe von Unparteiischen ausgetragen wurde. Dies klappte auch lange Zeit ganz ordentlich. Im ersten Spielabschnitt gab es eigentlich nur ein ernsteres, sicherlich unbeabsichtigtes Foul. In der zweiten Halbzeit mehrten sich dann aber die Szenen, in denen nicht alle Spielerinnen der gleichen Auffassung hinsichtlich der Regelkonformität ihrer Aktionen waren. Da fanden sich dann wohl einige Berlinerinnen in ihren Bedenken bestätigt, die sich vorher schon nach Anblick von Spielszenenfotos auf der Homepage des ASC gebildet hatten. Dennoch darf festgehalten werden, daß die Partie dem Begriff Freundschaftsspiel alles in allem vollkommen gerecht wurde.

Elfmeter

Der Ball zappelt im Netz von Seitenwechsel und Ulla hat das Nachsehen. Claire (nicht im Bild) hat gerade den Elfmeter zum 1:1 verwandelt


Seitenwechsel wechselte nach dem Elfer innerhalb des Teams. Ulla streifte sich das blaue Trikot mit der Nummer 23 über und Ursi wechselte dafür ins Tor. Zwar bereicherte Ulla das Aufbauspiel ihrer Elf, der Druck Actons nahm aber trotzdem zu. Eine brenzlige Situation im eigenen Fünfmeterraum überstand Seitenwechsel zunächst noch schadlos, in der 13. Minute des 2. Spielabschnitts sorgte Clare mit einem Fernschuß, der rechts oben im Tor der Berlinerinnen einschlug, für die Gästeführung.

Fast im Gegenzug hätte Marty beinahe ihren zweiten Treffer und damit den Ausgleich erzielt. Und in der Schlußphase setzte Ulla unter den Anfeuerungsrufen des Seitenwechsel-Anhangs ein Ausrufezeichen als ihr Fernschuß knapp am langen Eck vorbei flog, doch ein weiteres Erfolgserlebnis blieb dem Sportverein verwehrt. Besser lief es da bei den Britinnen, denen in Person von Helen drei Minuten vor Schluß gar das 1:3 gelang. Eckball

Eckball

Eckbälle sorgen immer für Gefahr, ob vor dem Tor des SVS (oben), oder im Strafraum des ASC (unten)

Dann war das heiße Match vorbei und beide Seiten freuten sich auf innere und äußere Erfrischung. Viele Spielerinnen fanden sich schließlich am Nachmittag noch im „Kuchenkaiser“ ein um beim geselligen Beisammensein die Übertragung des Pokalfinals der Frauen aus dem Olympiastadion zu verfolgen. shake hands

Und nach dem Spiel shake hands (Rita, Anna, Itong und Eleanor)

Am Pfingstmontag traten die Frauen von Acton SC noch zu einem zweiten freundschaftlichen Vergleich beim BSV Grün-Weiß Neukölln an. Dieser Gegner stellte für die Elf aus London dann doch eine größere Herausforderung dar. Der Berliner Regionalligist gewann nach 90 Minuten mit 3:0 (2:0). Auch dieses Treffen verlief in sehr netter Atmosphäre, so daß die Neuköllner einen Gegenbesuch in London erwägen.

Torschützinnen

Die drei Torschützinnen für London: Clare, Helen und Claire

SV Seitenwechsel:

Ulla – Rita, Susan, Ursi, Tina, Marty, Tanja, Anne, Sandra, Caro und Itong

Acton SC:

Gabi – Anna, Antje, Jessica, Linda, Clare, Helen, Claire, Jodie, Kat und Eleanor

Tore:
1:0 Marty
1:1 Claire
1:2 Clare
1:3 Helen


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