Viertelfinale im UEFA-CupPrestigeduell trotz Verletzungspech1. FFC Frankfurt - FCR Duisburg: Vorbericht | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 3.11.2008 Beide Mannschaften müssen zahlreiche Ausfälle wichtiger Spielerinnen verkraften, beide deutschen Vertreter im UEFA-Cup wären sich lieber später im Turnier begegnet, doch alles Hadern mit dem Schicksal nützt nichts, wenn am es am Donnerstag, dem 6.11, um das Weiterkommen im UEFA-Cup geht. In zwei Begegnungen wird geklärt werden, welcher der beiden Konkurrenten, die in den letzten beiden Spielzeiten jeweils die ersten beiden Plätze unter sich ausmachten, das Halbfinale erreicht und dem heimischen Publikum einen internationalen Gegner präsentieren darf. War Frankfurt 2006/2007 noch mit 9 Punkten Vorsprung Meister vor Duisburg, schrumpfte dieser Abstand auf einen einzigen Punkt am Ende der abgelaufenen Saison. Entsprechend gestiegen ist dementsprechend auch das Selbstvertrauen des Herausforderers aus Duisburg. Trainerin Martina Voss hat zwar dem FFC die Daumen gedrückt, dass er nach der Niederlage im Auftaktspiel der Gruppenphase gegen den russischen Meister Perm noch den Gruppensieg holt, doch es kam bekanntlich anders, und so freut man sich in Duisburg jetzt auf den deutschen Meister als Gegner. ![]() Duisburgs Trainerin Martina Voss freut sich auf die Spiele gegen Frankfurt „Wir werden uns nicht groß auf Frankfurt einstellen, wir sind inzwischen stark genug, um uns voll auf unser eigenes Spiel zu konzentrieren und dieses durchzuziehen” erklärte Martina Voss im Gespräch nach der Pressekonferenz, zu der Voss gemeinsam mit dem Duisburger Vereinsvorsitzendem Guido Lutz am Montag nach Frankfurt gereist war. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Voss noch etwas verhaltener geklungen. „Wir sind Neuling in diesem Wettbewerb, für Frankfurt spricht viel Erfahrung im UEFA-Cup. Auch die Statistik der bisherigen Aufeinandertreffen zwischen Frankfurt und Duisburg spricht für den FFC. Unser erstes Ziel war es, die Gruppenphase zu überstehen, das haben wir erreicht, und zwar leichter, als ich mir das vorgestellt habe. Jetzt hoffen wir, gegen Frankfurt ein attraktives Spiel bieten zu können!” Dabei empfindet Voss es schon als schmerzlich, auf die drei bei der U17-WM befindlichen Spielerinnen verzichten zu müssen. Es sei auch für die jungen Spielerinnen traurig, die gerne an einem UEFA-Cup-Viertelfinale teilgenommen hätten. „Doch so eine WM ist etwas ganz besonderes, wer weiß, wie viele solcher Gelegenheiten die Spielerinnen im Laufe ihrer Karriere bekommen!” machte Voss die Rangfolge der Bedeutung dieser Begegnungen klar. Deutlich wurde übrigens auch, dass es entgegen anderslautenden Darstellungen keinen Streit zwischen Duisburg und Frankfurt über eine mögliche Verlegung der UEFA-Cup Spiele gegeben hatte. ![]() Der Duisburger Vereinsvorsitzende Guido Lutz wies alle Vorwürfe, Frankfurt hätte sich unsportlich einen Vorteil verschaffen wollen, von sich. Das Problem sei einfach, dass die U17 WM nicht in die Terminpläne der UEFA eingebunden sei.
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Das Medieninteresse an der Pressekonferenz vor dem Hinspiel im Viertelfinale des UEFA-Cups war groß. Hier präsentieren sich von links: Frankfurts Manager Siegfried Dietrich, Duisburgs Trainerin Martina Voss, Frankfurts Spielerin Saskia Bartusiak und Frankfurts Trainer Günter Wegmann den Objektiven der Fotografen | |
„Wir stellen mit Svenja Huth ja auch eine Spielerin zur U17 WM ab, und aufgrund unserer zahlreichen Verletzten hätten wir aus sportlichen Gründen heraus das Viertelfinale selber gerne verschoben!” erklärte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich. Doch im festgefügten Zeitrahmen hätte sich letztlich kein Spielraum ergeben und die UEFA, nicht die Vereine, habe schließlich entschieden, dass die Spiele zum von der UEFA schon lange vorgegebenen Zeitpunkt ausgetragen werden müssen. Der Duisburger Vereinsvorsitzende Lutz bekräftigte ausdrücklich, dass man zwar gerne eine Verlegung gehabt hätte, aber einsehe, dass dies einfach nicht möglich sei. So weiß Frankfurts Trainer Günter Wegmann nach eigener Aussage wohl erst am Mittwoch Abend, wen er am Donnerstag einigermaßen gesund auf den Platz stellen kann. Sicher ist, dass Frankfurt auf Conny Pohlers, Pia Wunderlich, Silke Rottenberg, Alexandra Krieger und Karolin Thomas verzichten muss. Thomas, deren Knieoperation wegen Krankheit verschoben werden mußte, soll wohl noch in dieser Woche unters Messer. Hinter dem Einsatz vieler anderer Spielerinnen stehen zum Teil noch sehr große Fragezeichen. Genaueres ließ Wegmann sich nicht entlocken, genau wie seine Kollegin aus Duisburg, die sich mit Aussagen über den Verletztenstatus ihrer ebenfalls angeschlagenen Mannschaft sehr bedeckt hielt. ![]() „UEFA-Cup Begegnungen sind für uns immer absolute Highlights!” Saskia Bartusiak, Mittelfeldspielerin des 1. FFC Frankfurt, möchte gerne ins Halbfinale kommen „Es ist trotzdem eine schöne Aufgabe für mich, mit meinem Team ein Viertelfinale zu bestreiten!” brachte Wegmann in Erinnerung, dass es für ihn persönlich ja auch die erste Teilnahme an diesem internationalen Wettbewerb ist. Die Frankfurter hoffen dabei, im Hinspiel am Donnerstag eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erreichen zu können, wie Saskia Bartusiak, einzige Spielerin bei dieser Pressekonferenz, erklärte. „Duisburg ist ein starker Gegner und wir freuen uns auf die Spiele!” Die Duisburger Stärke sei logische Konsequenz eines kontinuierlichen Aufbaus, bekräftigte der Duisburger Vorsitzende, der hofft, dass eine deutlich vierstellige Zuschauerzahl beim Rückspiel zu erwarten sei. Da käme es auch etwas auf das Ergebnis im Hinspiel an. Schade sei, dass mit einer Übertragung des Rückspiels nicht zu rechnen sei. Der Verein habe viel |
mit dem WDR gesprochen und auch eine Verlegung der Uhrzeit angeboten, um auf Sendeplätze des WDR Rücksicht zu nehmen, doch der WDR habe überhaupt keinen Platz in seinem Programm für dieses Spiel. Demgegenüber wird das Hinspiel am Donnerstag im HR live übertragen. ![]() „Ich sehe uns nicht in der Favoritenrolle, mit jedem Spiel beginnt eine neue Zeitrechnung,” erklärte Frankfurts Trainer Günter Wegmann, der auch keinen Druck sah, unbedingt gewinnen zu müssen Finanziell ist das UEFA-Cup Abenteuer des FCR Duisburg, der ja erstmals in seiner Geschichte an diesem Wettbewerb teilnimmt, bisher laut Lutz mit einer schwarzen Null abzurechnen. Es sei eine Prestigesache, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen. „Geld verdienen kann man erst in den späteren Runden!” waren sich die Vereinsverantwortlichen einig. Doch das „Unternehmen Ukraine”, in der der FCR Duisburg die Gruppenphase zu bestreiten hatte, war auf jeden Fall ein Erlebnis, das niemand im Duisburger Team missen möchte. Zwar anstrengend mit langen Fahrten, aber insgesamt viel positiver als erwartet, fasste Voss zusammen. „Wir haben viel von Land und Leuten mitgenommen, haben auf Wunsch der Mannschaft ein Waisenhaus besucht, wer weiß, wann wir mal wieder die Gelegenheit haben, ein so entferntes Land kennen zu lernen” erklärte Voss, die sich dann auch noch über drei hohe und relativ leicht errungene Siege gegen die Meister aus Ukraine, Spanien und gegen den hoch einzuschätzenden dänischen Meister Brøndby freuen konnte.
Es kommt also einiges zu auf den Titelverteidiger aus Frankfurt! FFC-Manager Dietrich hat Plakate und Werbebanner unter den Brücken der Autobahnzubringer spannen lassen und auch sonst fleißig die Werbetrommel gerührt. Bei angesagten milden 14 Grad rechnet man mit 2000 bis 3000 Zuschauern im Stadion am Brentanobad. „Die Live-Übertragung im Fernsehen wird uns zwar einerseits einige Zuschauer kosten, ist aber andererseits auch immer wieder wichtig, um neue Zuschauer zu gewinnen. Es geht letztlich wieder einmal um Werbung für den Frauenfußball!”, hofft Dietrich auf ein attraktives Spiel.
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