Vor dem UEFA-Cup-Halbfinale

„Wir müssen unsere Klasse unter Beweis stellen“

Interview mit Petra Wimbersky (1. FFC Turbine Potsdam)

16.11.2005    Vor dem UEFA-Cup-Halbfinale von Turbine Potsdam gegen Djurgarden/Älvsjö (Sonntag, 15 Uhr/live im RBB) unterhielt sich Marko Schiller mit Turbines Toptorjägerin Petra Wimbersky über ihre Gesundheit, die bisherige Saison und die Aussichten im UEFA-Cup.

FanSoccer: Wir haben alle von deiner derzeitigen Erkrankung gehört und gelesen. Wie geht’s dir im Moment damit und wie sehr behindert es dich derzeit?

Wimbersky: Zum Glück habe ich zur Zeit keinen Ausschlag und somit auch keine Probleme mehr mit meiner Haut. Zuletzt habe ich mich 3 Tage in die Tagesklinik in Spandau begeben und dort einige Tests über mich ergehen lassen. Die Ergebnisse waren bezüglich der Allergien sehr positiv, so dass ich nun 100% weiß, dass es keine allergische Reaktion war. Aber was es letztendlich für eine Hautkrankheit ist, woher und ob sie wieder auftritt, weiß ich jedoch immer noch nicht. Ich hoffe natürlich, dass es eine einmalige Geschichte war.

Wimbersky

Die Potsdamer Stürmerin in Aktion. In der laufenden Bundeslifa-Saison erzielte sie bereits sechs Tore

Foto: Jan Kuppert

Der Trainer setzt dich seit einigen Spielen nicht mehr als Sturmspitze ein, sondern im Mittelfeld - wie kommst du damit zurecht bzw. findest du Gefallen an deiner neuen Position?

Mit meiner neuen Position hinter den Spitzen komme ich ganz gut zurecht, zumal sie ja nicht ganz neu für mich ist. In der Nationalmannschaft und in der U-19 habe ich häufiger auf dieser Position gespielt und damit ist sie mir nicht ganz fremd.

Bernd Schröder bezeichnete dich mal als „Frau für die wichtigen Tore“, aber momentan führst du die interne Torschützenliste in allen drei Wettbewerben an und bist eher „Torschützin vom Dienst“. Woher kommt der Wandel?

Zur Zeit läuft es gut, was das Toreschießen betrifft, was mich natürlich freut. Aber es spielt für mich keine Rolle, ob ich nun die interne Torschützenliste anführe oder nicht. Das wichtigste ist, dass wir als Mannschaft erfolgreich spielen und wer dann die Tore erzielt, ist dabei zweitrangig. Aber ich wäre froh, wenn es mit meiner Treffsicherheit so weitergehen würde.


Europameisterin Petra Wimbersky

Petra Wimbersky trägt sich beim EM-Empfang im Juni 2005 ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein

Foto: Nora Kruse

Wie zufrieden bist du mit den bisherigen Ergebnissen und Auftritten von Turbine in den drei Wettbewerben Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA-Cup?

Mit unseren Ergebnissen im UEFA-Cup können wir ganz zufrieden sein. Wir haben ohne ein Spiel zu verlieren das Halbfinale erreicht. Aber gegen Stockholm zählt das alles nicht mehr. In dem Spiel müssen wir unsere Klasse unter Beweis stellen. Ich denke, dass es ein sehr schwieriges und interessantes Spiel wird.
Im DFB-Pokal hatten wir bei unserem ersten Auftritt gegen Essen sehr viel Glück. Aber das braucht man einfach auch, um erfolgreich zu sein. Gegen Dortmund haben wir einen standesgemäßen Sieg herausspielt und nun sind wir alle auf die nächste Runde gespannt.
Ich denke, die Liga ist dieses Jahr so ausgeglichen wie noch nie. Da kann noch alles passieren.

Europameisterschaft Empfang Wimbersky

Beim EM-Empfang in Frankfurt (rechts Sonja Fuss)

Foto: Nora Kruse

Mit Djurgarden kommen ja alte Bekannte am 20.11. ins „Karli“. Wie siehst du die Chancen von Turbine für dieses Spiel und das Rückspiel eine Woche später?

Die Chancen für uns, weiterzukommen, sind genauso hoch wie die für Djurgarden.:-)
Es wird auf jeden Fall ein interessantes Spiel. Wie bereits in der vorhergehenden Frage gesagt, müssen wir in diesem Spiel unsere ganze Klasse abrufen.


Macht es die Spiele zu etwas Besonderem, weil es eine Wiederauflage der Endspiele der letzten UEFA-Cup-Saison sind?

Nein, für mich nicht.

Petra Wimbersky

"Piwi" mit dem DFB-Pokal 2005

Verschwendet man schon einen Gedanken an ein mögliches Endspiel und den Gegner, immerhin sind euch ja die beiden anderen Halbfinalisten (Montpellier und Frankfurt) bestens bekannt?

Im anderen Halbfinale stehen sich zwei hervorragende Mannschaften gegenüber, von denen beide das Spiel für sich entscheiden können. Es wären auf jeden Fall beide Mannschaften alleine von ihrer spielerischen Klasse attraktive Gegner. Aber jetzt müssen wir erst mal die Schwedinnen besiegen und dem gilt unsere ganze Konzentration.

Patra Wimbersky, Nadine Angerer

Petra Wimbersky (l.) mit Nadine Angerer nach dem Meisterschaftsgewinn 2004 in Frankfurt

Foto: Jan Kuppert

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Marko Schiller.

 Interview mit Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt)

 Interview mit Sara Thunebro (Djurgarden/Älvsjö)


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