UEFA Cup

Erst seit kurzem spiele ich im Angriff

Interview mit Sara Thunebro

Text: Volker Lieberum

13.11.05
Zweimal stand Djurgården/Älvsjö im UEFA-Cup der Frauen. Nun treten sie erneut gegen Turbine Potsdam an, deren Mannschaft sie im letzten UEFA-Cup-Finale unterlagen. FanSoccer sprach mit der Stockholmerin Sara Thunebro über das Semifinale sowie über das abgelaufene Jahr von "DIF".

FanSoccer: Hej Sara, Gratulation zum Gewinn des schwedischen Pokalfinales 2005. Ist es ein tolles Gefühl Umeå IK geschlagen zu haben?
Ach, weißt du, jedes Mal, wenn wir aufeinander treffen, gibt das besonders schwere Spiele.

Sara mit Marta im Pokalfinale gegen Umeå IK
Foto: Erik Muskus

Doch mag ich gerade diese schweren Treffen und gegen Umeå spiele ich besonders gern. Wenn wir sie dann noch, wie die letzten zwei Jahre im schwedischen Cupfinale und im UEFA Cup, schlagen können, macht es umso mehr Spaß. Es war ein herrliches Gefühl diese Spiele zu gewinnen.

Ich habe euch beim Semifinale in Karlstad gegen QBIK gesehen und fand gerade deine Leistung herausragend (Ich schrieb: "Du warst das Sahnehäubchen des Spieles von Djurgården".). Wie zufrieden bist du denn mit deinen Leistungen?
Nun, ich habe in der schwedischen Liga achteinhalb Jahre lang als Verteidigerin gespielt. Nachdem wir unseren neuen Trainer Benny Persson bekommen hatten, sagte er, er wolle mich einmal als linke Außenstürmerin ausprobieren. Puh, das war eine neue Position für mich und in jeder Begegnung lernte ich neue Dinge dazu, was ich besser machen kann, wie ich mich zu bewegen habe, wo ich hinlaufen soll usw. Für Djurgården/Älvsjö war 2005 ein ziemlich hartes Jahr. Wie gesagt, wechselten wir Mitte der Saison den Trainer, zudem hatten wir mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Für mich persönlich war es ein sehr gutes Jahr und ich bin sehr zufrieden. Ich habe mich zu einer guten Stürmerin entwickelt, doch soll das nicht heißen, dass ich mich nicht noch verbessern könnte. So werde ich auch in der Zukunft noch vieles dazu lernen können.

Nach eurem Spiel in Karlstad traf ich mich mit Jennifer Meier von QBIK und wir beide schwärmten von der tollen Vorstellung, die DIF geboten hatte. Sechs Tage später habt ihr in Umeå 0:7 verloren, was ich gar nicht glauben konnte. Was war der Grund dafür?
Na ja, diese Begegnung hat uns in der schwedischen Liga nichts mehr so interessiert, da die Saison schon so gut wie gelaufen war. Zwar gehst du auf den Platz und willst jedes Mal gewinnen, doch hier denke ich, spielte sich einiges mental in unserem Unterbewusstsein ab. Wir sahen eine Stunde lang gut gegen sie aus, aber nachdem sie dann plötzlich ziemlich leicht zwei Tore erzielt hatten, brach bei uns innerlich etwas und wir hörten auf, zusammen Fußball zu spielen. Wir ließen sie gewähren und sie kamen über uns. Wir klammerten uns dann an das Finale des schwedischen


Sara Thunebro
Foto: Erik Muskus

Pokals - hier wollten wir es ihnen dann zeigen und Gott sei Dank haben wir es auch getan.

DIF hatte eine ziemlich wechselhafte Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Vickan nannte die vielen Verletzungen als Hauptproblem. Siehst du das genauso?
Stimmt schon, dass die Verletzungswelle einen großen Einfluss hatte und natürlich, was ich schon vorher erwähnte,

Sara im Spiel gegen QBIK
Foto: Volker Lieberum

machte der Trainerwechsel mitten in der Saison uns etwas zu schaffen. Wenn ich so zurückblicke, hatten wir schon in den letzten zwei Jahren unsere Probleme und hatten harte Zeiten, aber war es damals so, dass wenn wir schlecht gespielt hatten, wir doch noch die Tore erzielen konnten. Nur dieses Jahr gelangen uns diese Treffer nicht.

In wie weit könnten die zusätzlichen Spiele im UEFA Cup und in der Nationalmannschaft für eure Leistungsschwankungen verantwortlich sein?
Ich glaube nicht, dass dies eine Rolle spielt. Es ist unser Job Fußball zu spielen und dann jammerst du nicht. Außerdem finde ich, dass bei uns Schweden die Spieltermine sehr gut verteilt sind und dann sind wir auch gewohnt einmal Sonntag - Mittwoch - Sonntag zu spielen. Persönlich mag ich es sehr, viele Begegnungen zu spielen, denn es bringt dich nur weiter, wenn du dir die Praxis im Spiel holst. Für die Mannschaft ist es sehr wichtig, dass sie mit der Mehrbelastung durch die zusätzlichen Spiele richtig umgeht.

Sara im Spiel gegen Malmö FF
Foto: Erik Muskus


So sollte jede Spielerin die Verantwortung für ihren eigenen Körper tragen und auf ihn hören. Als Trainer musst du es dann individuell entscheiden.

Zuletzt im UEFA Cup habt ihr zwei unterschiedliche Partien gegen Sparta Prag (2:0 in Prag gewonnen und zu Hause 0:0 gespielt) abgeliefert. Waren die so stark?
Es waren zwei schwere Begegnungen, doch denke ich, dass wir das bessere Team waren und auch einfach die besseren Spielerinnen haben. Sparta Prag hat ziemlich hart gespielt und manchmal auch etwas unfair. In der zweiten Begegnung gegen sie hatten wir unheimlich viele Torchancen, aber mit mir als Stürmerin konnten wir keinen einzigen Treffer erzielen (schmunzelt).

Ich habe gehört, Jane Törnqvist hat sich im Spiel gegen Sparta Prag verletzt. Was passierte genau und wird sie gegen Turbine Potsdam antreten können?
Ja, Jane hat sich im Spiel den Zeh gebrochen und wird diese Jahr nicht mehr spielen können. Da sie eine sehr wichtige Spielerin in unserem Team ist, wird sie uns gegen Potsdam schon fehlen.

Sara im Spiel gegen Sparta Prag
Foto: Erik Muskus

Es passierte in der letzten Partie gegen Prag, dass ihr in den Anfangsminuten jemand von Sparta auf den Fuß trat und sie sich einen Zeh brach.

Fortsetzung

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