UEFA-CUP Finale, HinspielFCR greift nach der UEFA-KroneZvezda-2005 Perm - FCR 2001 Duisburg 0:6 (0:1) | ||
Text von Marion Kehren 17.05.2009 Das, was keiner vor dem gestrigen Spiel vermutet hatte ist wahr geworden! Der FCR 2001 Duisburg steht vor dem größten Triumph der Vereinsgeschichte und greift mit diesem historischen Sieg nach der UEFA-Cup-Krone. Mit einem tadellosen 6:0 Auswärtssieg, im Tsentralnyi-Stadion in Kasan, hat Duisburg den perfekten Grundstein für den Gewinn des UEFA-Cups gelegt. Trainerin Martina Voss konnte bei der Aufstellung ihrer Mannschaft auf die Bestformation zurückgreifen und auch Trainer Aleksandr Grigoryan konnte aus dem Vollen schöpfen. Zvezda-2005 Perm ist keine unbekannte Größe in der russischen Liga, ganz im Gegenteil. Gespickt mit jeder Menge (12) russischen und ukrainischen Nationalspielerinnen, war Vorsicht geboten. Zudem hatte Perm in den letzten beiden Jahren die dortige Liga beherrscht und war unangefochten 2007 und 2008 russischer Meister geworden. Natürlich hat der FCR auch einige Nationalspielerinnen in seinen Reihen, doch kaum einer wusste über Zvevda Näheres zu berichten. Dennoch gibt es Parallelen zwischen den beiden Mannschaften. Beide sind neu auf der internationalen Bühne und beide bis dato ungeschlagen, Duisburg durfte also gewarnt sein. ![]() Perm hat viele sehr erfahrene Spielerinnen in seinen Reihen wie Natalia Barbashina, die schon im letzten Jahr mit Rossiyanka im Viertelfinale des UEFA-Cups stand, heute aber im Mittelfeld keine Akzente setzen konnte Nach Anpfiff durch Schiedsrichterin Claudine Brohet aus Belgien war die Partie zu Anfang doch recht zerfahren und zeichnete sich besonders durch Fehlpässe und Unsicherheiten auf beiden Seiten aus. Es war jedoch rasch zu erkennen, dass die Duisburgerinnen schneller ins Spiel gefunden hatten. Bereits in der 5. Minute erzwangen die Löwinnen den ersten Eckball, aber leider ohne Erfolg für Alexandra Popp. In der 11. Minute gab es eine Schrecksekunde für Perm als Alla Lishafai den Ball im Strafraum mit der Hand abwerte. Doch den fälligen Elfmeter von Linda Bresonik hielt Nadezhda Baranova mit Bravour. Duisburg, wenig geschockt, erhöhte nun den Druck und kam verstärkt in den Strafraum der Permerinnen. Aber es fehlte immer das berühmte Quäntchen Glück oder sie scheiterten an der hervorragenden Permer Torhüterin Baranova. Diese hielt u.a. einen 17-Meter-Schuss von Simone Laudehr, einen Drehschuss aus nächster Nähe von Femke Maes sowie einen Freistoß von Inka Grings. Fast musste man sich Sorgen um den FCR machen, denn bei all diesen Chancen hätten sie leicht mit 2 - 3 Toren Vorsprung führen müssen. Inka Grings blieb am Anfang des Spiels glücklos, war dann aber wieder einmal an den meisten Duisburger Toren beteiligt, drei erzielte sie selber Trainer Aleksandr Grigoryan konnte nicht glauben was er bis dato von seiner Mannschaft gesehen hatte und war stinksauer. Unentwegt feuerte er seine Spielerinnen an, aber ohne Erfolg. Die |
Die Duisburger Offensivabteilung war von der Abwehr von Perm nicht zu bändigen. Die wieder genesene Simone Laudehr zeigte mit großem Einsatz erneut, wie wichtig sie für das Team ist und bestätigte ihre hervorragende Form der letzten Wochen | |
|
Permerinnen kamen kaum über die eigene Hälfte hinaus um ihr sonst so gefährliches Konterspiel aufzuziehen zu können, zu stark war der Druck der Löwinnen. Stattdessen glänzte Perm eher durch aggressive Spielweise und unnötige Fouls. In der 41. Minute endlich war der Bann gebrochen und es stand 1:0! Nach einem wunderschönen Zuspiel von Annemieke Kiesel auf Femke Maes realisierte diese fix, dass Baranova zu weit vor ihrem Tor stand und lupfte gekonnt den Ball aus 16 Metern ins Tor der Russinnen. ![]() Femke Maes brach mit ihrem schönen Heber zum 1:0 den Bann und münzte die Duisburger Überlegenheit als erste auch in ein Tor um In der zweiten Halbzeit kam Zvezda mit mehr Schwung ins Spiel, Duisburg hingegen hatte verletzungsbedingt auswechseln müssen. Für Kiesel war jetzt Anne van Bonn im Spiel und so musste auch die Mannschaft umgestellt werden. Während dieser Anfangsphase, in der der FCR etwas den Spielrhythmus verloren hatte, hatte Perm auch die erste richtige Torchance. Olesya Kurochkina tauchte alleine im Duisburger Strafraum auf, traf aber den Ball nicht richtig und so hatte die Duisburger Führung weiter Bestand. Kathrin Längert, die ansonsten einen ruhigen Abend verbrachte, wies kurz einmal ihre Vorderleute zurecht. Duisburg behielt nach wie vor die Oberhand in dieser Begegnung. In der 53. Minute verheddert sich Inka Grings noch in/an der Torhüterin doch der Duisburger Druck wurde wieder stärker. In der 64. Minute bekamen die Löwinnen, nach einem Handspiel von Kurochina, wieder einen Elfmeter zugesprochen und dieses Mal versenkte Inka Grings den Ball im gegnerischen Netz und es stand 2:0. Die endgültige Entscheidung brachte die 70. Minute, als Inka Grings einen Konter startete, auf Lira Bajramaj im Strafraum der Russinen zuspielte und diese mit einem gekonnten Heber den Ball im Tor versenkte. Lira Bajramaj überzeugte nicht nur durch ihr schönes Tor, sondern durch eine Klasseleistung auf dem linken Flügel |
Die Permerinnen ergaben sich nun völlig, von dem vielzitierten Sturmduo Apanaschenko und Zinchenko war bis dato nicht viel zu sehen und sollte auch nicht mehr zu sehen sein. Aber wer gedacht hatte der Löwinnen-Hunger wäre gestillt wurden eines Besseren belehrt. In der 82. Minuten verwandelte Maes eine Hereingabe von Turid Knaak zum 4:0 und zwei Minuten später hieß es sogar 5:0 durch Grings nach Vorarbeit von Jennifer Oster. Den krönenden Schlusspunkt bei den Duisburger Festspielen setzte die Kapitänin Inka Grings selber, als diese einen Querpass von Jennifer Oster zum 6:0 Endstand versenkte. Fazit: Der Sieg der Duisburgerinnen geht völlig in Ordnung, Perm konnte zu keinem Zeitpunkt Paroli bieten. Der Gewinn des UEFA-Cups dürfte den Löwinnen kaum noch zu nehmen sein, da müsste es schon mit dem Teufel zugehen. Mit dem Gewinn des Pokals sind die Löwinnen automatisch für die neugeschaffene UEFA Women's Champions League qualifiziert. Man darf also gespannt sein was uns nächste Saison erwartet. Freuen wir uns nun auf eine riesige Fußball-Party am 22. Mai 2009 in der MSV-Arena in Duisburg! ![]() Mit Maria Dyachkova, auch schon mit Rossiyanka im UEFA-Cup, fehlte im Hinspiel wegen einer Meniskusverletzung eine wichtige Spielerin. Sie soll in Duisburg dann wieder dabei sein, wird aber wohl kaum ein Wunder vollbringen können!
| |