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UEFA-Cup Halbfinale, Hinspiel

Der Traum vom UEFA-Cup Finale darf weiter geträumt werden!

Olympique Lyonnais - FCR Duisburg 1:1 (1:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Michael Geist

29.03.2009   Der FCR Duisburg hat mit einer kompakten Abwehr- und soliden Mannschaftsleistung dafür gesorgt, dass sie weiter vom Einzug in das UEFA-Cup Finale träumen dürfen. Im „Stade de Gerland” in Lyon gab sich der Neuling auf der europäischen Vereinbühne keine Blöße und luchste dem hochfavorisierten Olympique Lyonnais ein 1:1 Unentschieden ab.

Die Partie begann mit einer riesigen Überraschung auf Duisburger Seite. Nicht die etatmäßige Torhüterin Kathrin Längert stand im Duisburger Tor, sondern die ehemalige Schweizer Nationaltorhüterin Kathrin Lehmann, die einen Tag zuvor aus München angereist war. Längert hatte sich beim Training in Lyon eine Muskelverletzung zugezogen. Mit einer weiteren taktischen Änderung durch Martina Voss- Linda Bresonik spielte dieses Mal rechts in der Abwehr-, wollte man versuchen der schnellen Lyoner Stürmerin Lotta Schelin Herr zu werden.

Kathrin Lehmann

Die schweizerische Torwartlegende Kathrin Lehmann, inzwischen hauptsächlich Eishockeyspielerin, wurde in einer Blitzaktion vom FCR Duisburg engagiert und für die angeschlagene Keeperin Kathrin Längert eingeflogen

Lyons Trainer Farid Benstiti hatte da ganz andere Probleme. Kapitänin Sandrine Dusang fällt mit einem Kreuzbandriss längere Zeit aus. Louisa Nécib und Wendie Renard waren beide angeschlagen und deren Einsätze daher fraglich. Dazu kam auch noch die Unruhe der letzten Tage bedingt durch die Abgänge der beiden Spitzenspielerinnen Abily und Bompastor die dem Lockruf in die US-Profiliga kurzfristig gefolgt waren.

Bei 10° Grad Außentemperatur und strömendem Regen war es der Debütant aus Duisburg, der bereits nach 3 Minuten durch Annemieke Kiesel die erste Torchance hatte, doch leider flog der Ball knapp am Tor vorbei. Überhaupt, es war ein guter Start für Duisburg, denen man weder die Nervosität noch die Angst vor der angeblich besten Mannschaft Europas anmerkte. Allerdings hatte der FCR nach 6 Minuten einige Schrecksekunden zu überstehen. Lehmann zog sich nach einer Abwehraktion gegen Katia eine Risswunde am linken Auge zu und blutete stark. Nach mehrminütiger Unterbrechung konnte Kathrin Lehmann allerdings weiterspielen.

Dorte Dalum Jensen

Jennifer Oster, die hier den Ball gegen die Linksverteidigerin von Olympique Lyon, die dänische Nationalspielerin Dorte Dalum Jensen behauptet, sorgte für viel Druck auf der rechten Seite, die die stärkere der Duisburgerinnen war

Duisburg war eindeutig die aktivere Mannschaft, aber leider ohne zählbaren Erfolg. Inka Grings als alleinige Spitze wurde zu selten aufgesucht, und konnte daher nicht für die nötige Unruhe vor dam Lyoner Tor sorgen. Lira Bajramaj verlor zu oft den Ball und so waren es Bresonik, Popp und Kiesel die ab und an Druck aufbauten.

Die erste richtige Torchance hatte Lyon in der 24. Minute und diese wurde auch prompt genutzt. Was war passiert? Marina Hegering hatte Shirley Cruz Trana ca. 20 Meter vor dem Duisburger Tor gefoult. Den anschließenden Freistoß verwandelte Ingvild Stensland sehenswert zur 1:0 Führung.


Elodie Thomis

Die wieselflinke Elodie Thomis, eine gelernte Leichtathletin, erwies sich als die gefährlichste Stürmerin von Olympique Lyonnais an diesem Tag. Hier beschäftigt sie Alexandra Popp (mitte) und Lira Bajramaj

Dieser Treffer gab Lyon nun Rückendeckung und sie drückten mehr aufs Tempo. Der wolkenbruchartige Regenschauer setze dem Tun jedoch ein schnelles Ende. Für beide Parteien war es nun äußerst schwierig auf dem glitschigen und tiefen Rasen zu Recht zu kommen.

Lotta Schelin

Lotta Schelin, Stürmerstar von Olympique, hatte nur eine gute Torchance. Hier im Zweikampf mit Annike Krahn, im Hintergrund Femke Maes, die den wichtigen Ausgleichstreffer für Duisburg erzielte

In der 32. Minute setze ein erneuter Lyoner Angriff die Duisburger unter Druck. Elodie Thomis zirkelte den Ball scharf auf rechts, doch Lotta Schelin platzierte ihn nur neben den Pfosten. Überhaupt blieb die sonst hochgelobte Schwedische Nationalstürmerin weit hinter ihren Erwartungen zurück. Aber auch Duisburg fehlte es an einem geordneten Aufbauspiel. Es fehlten ein ums andere Mal 1 -2 Anspielstationen im Mittelfeld um den Weg zu Inka Grings zu überbrücken. Glück für die Duisburger war allerdings, daß Lyon nicht so bissig war wie gewohnt und dank der guten Leistung der Abwehr um Annike Krahn und Sonja Fuss selten so richtig zum Zuge kam. Was allerdings auffiel war eine unsichere Lyoner Abwehr und Torfrau Bente Nordby. Leider konnte Duisburg daraus keinen Vorteil ziehen.

Die zweite Halbzeit ging so weiter wie die erste. Duisburg war wesentlich aggressiver und aktiver im Vorwärtsgang, aber mit einer schlechten Chancenauswertung. Möglichkeiten über Möglichkeiten vergaben die Duisburgerinnen und als dann auch noch Nécib für Katia ins Spiel kam hatte man das Gefühl das Lyon plötzlich wieder über mehr Spielanteile verfügte. Das Spiel wurde nun insgesamt ein wenig schneller und kleinere Fouls wurden häufiger. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. War es gerade noch eine schöne Kombination von Knaak, Bajramaj und Grings den Georges im Lyoner Strafraum noch abwehren konnte, war es im nächsten Augenblick ein Angriff von Thomis vor dem Duisburger Tor.

Shirley Cruz Trana

Shirley Cruz Trana aus Costa Rica spielt für Olympique im defensiven Mittelfeld, wo sie durch Zweikampfhärte auffiel. Hier haben es Jennifer Oster und Lira Bajramaj mit ihr zu tun

Just in dieser Phase war es Femke Maes die, bedingt durch einen Abwehrfehler von Simone Gomez Jatoba, den Ball vor die Füße bekam und aus ca. 5 Metern mit einem rechten Vollspannschuss zum verdienten Ausgleich traf. Der Jubel war groß und Duisburg hatte soeben sein Wunschergebnis erzielt. Lyon drückte nun aufs Tempo und Lehmann versuchte durch lange Abschläge die Hektik aus dem Spiel zu nehmen.


Anstatt den Druck weiter nach vorne zu erhöhen zog Duisburg sich immer mehr zurück bzw. wurde in der Schlussphase auch immer weiter in die eigenen Reihen nach hinten gedrängt. Lyon wurde immer stärker und als auch noch die Schweizer Nationalspielerin Lara Dickenmann eingewechselt wurde, erhöhten sich die Spielanteile Lyons doch merklich. Die letzte Möglichkeit im Spiel für den Führungstreffer hatte Nécib in der Nachspielzeit mit einem Freistoß, den sie allerdings vergab.

Louisa Necib

Nach fünfmonatiger Verletzungspause wurde Louisa Necib in der 57. Minute eingewechselt. Die technisch sehr starke französiche Nationalspielerin konnte aber noch keine entscheidenden Akzente setzen, hier blocken Linda Bresonik (links) und Annike Krahn ab

Fakt ist, Duisburg hat ein hochverdientes Unentschieden erreicht und hätte eigentlich sogar mit ein bisschen mehr Glück als Sieger vom Platz gehen müssen. Sie haben sich alle Möglichkeiten für den Einzug ins Finale offen gehalten und können erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den Duisburgerinnen nicht; denn bereits am Mittwoch wartet der nächste Kracher auf sie: Das Bundesligaspitzenspiel gegen Bayern München im PCC-Stadion.



Olympique Lyonnais:
Nordby - Dalum Jensen, Georges, Franco, Simone, Stensland, Renard (81. Dickenmann), Cruz, Thomis, Schelin, Katia (57. Necib)

FCR Duisburg:
Lehmann - Bresonik, Krahn, Fuss, Popp - Oster (88. Schröder), Kiesel, Hegering (69. Knaak), Bajramaj (90. Hartmann), Maes, Grings

Tore:
1:0 Stensland (24.)
1:1 Maes (67.)

Gelbe Karten: Thomis - Oster, Bajramaj

Schiedsrichterin: Alexandra Ihringova (England)

Zuschauer: 9737


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