UEFA-Cup Halbfinale, RückspielYes, we can! - FINALE!!!FCR 2001 Duisburg - Olympique Lyonnais 3:1 (2:1) | ||
Text von Marion Kehren 05.04.2009 Besser hätte der o.g. Slogan auf den T-Shirts vom FCR Duisburg gar nicht passen können. Dank einer kompakten Mannschaftsleistung, vor beachtlichen 3.250 Zuschauern inkl. Funk und Fernsehen, sind die Löwinnen ihrem Traum noch ein Stück näher gerückt und ins Finale des UEFA - Women´s Cup 2008/ 2009 eingezogen. Zugegeben, die Chancen standen nach dem Unentschieden vom Hinspiel nicht zu schlecht, doch durfte man sich auch ein bisschen Sorgen machen nach der verkorksten Leistung vom Mittwoch beim Bundesliga-Nachholspiel gegen Bayern München. Doch Trainerin Martina Voss vertraute auf das gleiche Team wie noch vor einer Woche in Lyon sowie der etatmäßigen Torhüterin Kathrin Längert, die pünktlich zum Rückspiel wieder fit war. Lyons Trainer Farid Benstiti hingegen hatte seine Mannschaft auf einigen Positionen umgestellt und konnte mit den wiedergenesenen Spielerinnen Lara Dickenmann und Louisa Nécib auf zwei seiner vielen Stars zurückgreifen. Louisa Nécib, hier vor Annemieke Kiesel, ließ einige Male ihre technische Klasse aufblitzen - doch das war alles, entscheidende Akzente konnte die wiedergenesene Mittelfeldspielerin nicht setzen So begannen die Französinnen auch, nach vorsichtigem Spielbeginn, ihr gewohntes Spiel aufzuziehen und über schnelle, kurze Pässe ihre beiden Spitzen Thomis und Schelin zu bedienen. Doch die Löwinnen hielten dem Druck, Dank einer fulminanten Abwehrleistung um Fuss, Krahn, Popp und Bresonik, stand. Das kompakte Stellungsspiel der Duisburgerinnen war für Lyon nicht zu überwinden, stattdessen lauerten die Löwinnen auf Konter. Die erste große Torchance hatten somit auch die Duisburgerinnen, doch Inka Grings verpasste mit ihrem Kopfball, in der 15. Spielminute, nur knapp das Tor. Das Spiel nahm jetzt langsam an Fahrt auf und es wurde ein offener Schlagabtausch mit Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. War es gerade noch Lira Bajramaj mit einem Freistoß war es in der nächsten Minute Thomis, die plötzlich vor dem Duisburger Tor auftauchte. Schnell wurde einem klar, dass hier eine Duisburger Mannschaft auf dem Feld stand, die Biss hatte und in keinster Weise mit der Mannschaft vom Mittwoch zu vergleichen war und das musste wohl auch Lyon allzu schnell erkennen. ![]() Die junge Alexandra Popp (rechts) machte erneut ein Klassespiel gegen Lotta Schelin In der 38. Minute wurde Lyons Abwehr das erste Mal geknackt und Inka Grings versenkte, nach einer Hereingabe von Bajramaj, zum 1:0 Führungstreffer. Doch der zweite Streich folgte wenige Minuten später als Kathrin Längert einen weiten Abschlag bis zum Mittelfeld schlug. Der Ball wurde von Jennifer Oster direkt in den Lauf von Grings gespielt, diese legte einen Spurt von ca. 25 - 30 Metern hin und vollendete, zur Freude der meisten Zuschauer, zum 2:0. Die Freudenschreie waren noch nicht ganz verklungen, da traf Thomis zum 2:1 Anschlusstreffer. |
Ganz wichtig für den Sieg des FCR Duisburg: die ganze Mannschaft arbeitete mit großem Einsatz nach hinten und ließ Lyon nur sehr wenige Chancen. Lyons Starstürmerin Lotta Schelin scheitert hier wiederholten Male an Duisburgs Abwehr (Linda Bresonik und die aufmerksam herausgelaufene Kathrin Längert) | |
In der zweiten Halbzeit ging Lyon mit wesentlich mehr Druck ins Spiel und brachte Duisburg ein ums andere Mal in arge Bedrängnis. In der 52. Minute hatte Lyon die Chance schlechthin den Ausgleich zu erzielen, als die eingewechselte Amandine Henry Bresonik und Oster stehen lies und aufs Duisburger Tor feuerte. Doch da stand noch Kathrin Längert, die sich lang und länger machte. ![]() So fiel das 1:0: Inka Grings ließ Dorte Dalum Jensen (rechts) aussteigen und verwandelte eiskalt ins lange Eck Duisburg lies sich von dem Druck nicht beirren und spätestens als Grings in der 54. Minute im Strafraum gefoult wurde und die Schiedsrichterin auf den Elfmeterpunkt deutete, war jedem klar: „Das muss es jetzt sein!” Linda Bresonik schnappte sich den Ball, nahm kurz Anlauf und platzierte den Ball kurz und schmerzlos im gegnerischen Tor. Danach schien der Kampfeswille der Französinnen gebrochen. In der 67. Minute brachte Martina Voss noch einmal frischen Wind in die Partie, als sie die Nationalspielerin Simone Laudehr nach viermonatiger Verletzungspause eingewechselte. Simone war direkt präsent und erarbeitete sich viele Chancen, die aber leider kein weiteres Tor mehr brachten. Die letzten 15 Minuten zog sich Duisburg nun mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück und Lyon kam nur noch selten vor das gegnerische Tor. Als dann endlicher der heißersehnte Abpfiff erfolgte gab es auf dem Spielfeld und den Rängen kein Halten mehr. ![]() Simone Laudehr brachte Schwung ins Duisburger Spiel, hier gegen Corine Franco-Petit Lyons Trainer Farid Benstiti blieb bei der anschließenden Pressekonferenz nur noch die Gratulation an Duisburg. Der FCR hätte in beiden Spielen eindeutig die bessere Leistung gebracht und stünde nun verdient im Finale. Er glaube fest daran, das Duisburg auch den Titel holen würde. Martina Voss strahlte über das ganze Gesicht und zeigte sich überglücklich: „Wir haben immer gesagt, dass wir diesen Traum nicht träumen, sondern leben wollen. Jetzt wollen wir auch das Finale positiv gestalten. Zur Spielanalyse selber muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft, heute haben wir unser wahres Gesicht gezeigt. Wir haben die Schwächen Lyons aufgedeckt und das Finale auch verdient erreicht.” |
Der Endspielgegner am 16. und 23. Mai ist Zvezda Perm aus Russland, die sich heute im zweiten Halbfinalspiel gegen Umea IK durchgesetzt haben. „Sicherlich kein großer Name im Frauenfußball, aber trotzdem gefährlich”, sagt Voss: „Wir dürfen sie nicht unterschätzen. Dass sie ins Finale gekommen sind, sagt doch alles. Es wird sicherlich ein interessantes und spannendes Spiel, das wir auf jeden Fall gewinnen wollen. Außerdem spielen zwei Neulinge gegeneinander und zudem sind sie auch noch die Partnerstadt von Duisburg, das ist das I-Tüpfelchen auf der Partie.” ![]() 52. Spielminute, die größte Chance von Lyon zum Ausgleich:
Amandine Henry ließ Linda Bresonik und Jennifer Oster stehen und feuerte aufs Duisburger Tor
Weitere Bilder und Stimmen zum Spiel:
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