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UEFA-Cup 2008, Viertelfinale

"Wir leben unseren Traum weiter"

FCR 2001 Duisburg - 1. FFC Frankfurt 2:0 (1:0)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)

14.11.2008

Das „Wunder von Duisburg“ ist ausgeblieben, der FCR 2001 Duisburg hat souverän den Einzug ins Halbfinale des UEFA-Cups geschafft. „Wir wünschen dem FCR im Halbfinale viel Glück und hoffen, dass er Deutschland würdig vertritt“, so Günter Wegmann vom 1. FFC Frankfurt, der von Beginn an vorgeführt bekam, dass seine Mannschaft in der europäischen Spitze in dieser Saison nicht mithalten kann.

Mit 1:3 verloren die Frankfurterinnen das Hinspiel, die Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten Vier waren entsprechend klein. Die „Jetzt erst Recht“-Stimmung, die vom FFC in der letzten Woche verbreitet wurde und mit der man das „Wunder von Duisburg“ schaffen wollte, vermisste man auf dem Feld jedoch völlig. Der FCR machte von der ersten Minute an das Spiel, zeigte sich spitzig und laufstark. „Ich bin stolz, dass meine Mannschaft die Trainingsinhalte eins zu eins umgesetzt hat“, freute sich Duisburgs Trainerin Martina Voss. Waren die Frankfurterinnen in Ballbesitz, so war die Abwehr der Gastgeberinnen schnell postiert – ebenso schnell waren mindestens zwei Spielerinnen bei der ballführenden Frankfurterin, die den Ball daher fast unmittelbar nach Annahme verlor.

Kein Durchsetzungsvermögen: Auch Birgit Prinz (r.) kam gegen die schnellen Duisburgerinnen um Annike Krahn nicht zum Zug

Ähnliches war auf Seiten der Gäste jedoch nicht festzustellen, die langsam und behebe wirkten – ja, Duisburg quasi beim Spielaufbau zusahen. Dass das 1:0 dennoch erst in der 45. Minute fiel, war der schlechten Chancenverwertung Duisburgs zu schulden und den immer wieder gleichen Fehlern: statt den Schuss auf das Tor selbst zu wagen, wurden die Bälle zur vermeintlich besser postierten Spielerin gepasst – auf dem Weg dorthin von der Frankfurter Abwehr abgefangen. Wären die Angriffe in der Schnelligkeit und Direktheit abgeschlossen worden, mit der sie im Mittelfeld begonnen wurden, hätte die FFC-Abwehr, die zu lange brauchte, um sich zu postieren, kaum eine Chance gehabt. Darüber hinaus rannten die Duisburgerinnen in der ersten Hälfte immer wieder ins Abseits und zerstörten sich ihr Spiel selbst.

Mit dem 1:0 durch Inka Grings ging es in die Pause. Wer dachte, dass der FFC in der zweiten Hälfte mehr Druck


Jubel in Duisburg: Linda Bresonik (l.) und Inka Grings feiern mit dem Publikum den Einzug ins Halbfinale.

machen würde, sah sich jedoch getäuscht. „Mehr war heute nicht drin“, resümierte Wegmann, dessen Verletztenliste lang ist. Auch an diesem Tag musste der neue Frankfurter Trainer schon in der 33. Minute den ersten Wechsel durchführen. Für Anna Marciak, die in die Augenklinik gebracht wurde, kam Sarah Schatton ins Spiel, die eine Belebung für das Offensivspiel hätte sein können, doch „wir haben in der Defensive einfach nichts zugelassen“, war Voss begeistert. Wirklich getestet worden ist die Abwehrkette der Gastgeberinnen jedoch auch nicht. Der FFC zeigte in der zweiten Hälfte zwar mehr Engagement, insbesondere brachte die Einwechslung von India Trotter mehr Bewegung in das Spiel des Titelverteidigers. Dennoch hatte man nie das Gefühl, dass daraus ein Treffer entstehen könnte.

Die FCR-Angriffe wurden demgegenüber etwas seltener, aber dafür gleich wesentlich gefährlicher. Folgerichtig fiel in der 72. Minute das 2:0, das die sichere Entscheidung brachte. Jennifer Oster spielte den Ball nach einem Konter auf Linda Bresonik, die souverän verwandelte.

Betretene Gesichter nicht nur bei Stephanie Ullrich: Die derzeitige Situation schlägt allen FFClern auf den Magen.


Der Freundentaumel im Duisburger PCC-Stadion war riesig und dürfte sich wohl auch in den kommenden Tagen noch nicht legen. „Wir leben unseren Traum weiter und das jetzt erstmal zwei bis drei Tage genießen“, strahlte Voss, „aber dann geht die Arbeit weiter.“ Angesichts des vermutlichen Halbfinalgegners Olympique Lyonnais die richtige Einstellung, denn auch Voss ist sich bewusst, „gegen eine der besten europäischen Mannschaften“ antreten zu müssen. Die Französinnen mit ihrem ausschließlich aus Nationalspielerinnen bestehenden Kader dürften ein anderes Kaliber sein, als der FFC in seiner derzeitigen Verfassung. Ist Lyon fit - und hat vor allem seine Nerven unter Kontrolle – steht Duisburg vor dem wohl schwersten Spiel der Vereinsgeschichte. Aber genau auf dieses Ziel arbeitet man beim FCR seit Jahren hin.

Statistik

Duisburg
Längert, van Bonn, Hauer, Oster (80. Martini), Kiesel, Grings, Bresonik, Laudehr (75. Goddard), Krahn, Fuss, Hegering (72. Prießen)

Frankfurt
Ullrich, Lewandowski, T. Wunderlich, Prinz, Weber, Günther, Marciak (38. Schatton), Garefrekes, Wimbersky, Bartusiak (46. Plessen), Smisek (79. Trotter)

Tore
1:0 Grings (45.)
2:0 Bresonik (72.)

Gelbe Karten
Marciak, Hegering, Plessen

Schiedsrichterin
Dagmar Damkova (Tschechien) mit einer souveränen Leistung

Zuschauer: 3.250

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