UEFA-Cup 2008, Viertelfinale"Wir leben unseren Traum weiter"FCR 2001 Duisburg - 1. FFC Frankfurt 2:0 (1:0) | ||
Von Nora Kruse (Text u. Fotos)
Kein Durchsetzungsvermögen: Auch Birgit Prinz (r.) kam gegen die schnellen Duisburgerinnen um Annike Krahn nicht zum Zug
Ähnliches war auf Seiten der Gäste jedoch nicht festzustellen, die langsam und behebe wirkten – ja, Duisburg quasi beim Spielaufbau zusahen. Dass das
1:0 dennoch erst in der 45. Minute fiel, war der schlechten Chancenverwertung Duisburgs zu schulden und den immer wieder gleichen Fehlern: statt den
Schuss auf das Tor selbst zu wagen, wurden die Bälle zur vermeintlich besser postierten Spielerin gepasst – auf dem Weg dorthin von der Frankfurter Abwehr
abgefangen. Wären die Angriffe in der Schnelligkeit und Direktheit abgeschlossen worden, mit der sie im Mittelfeld begonnen wurden, hätte die FFC-Abwehr,
die zu lange brauchte, um sich zu postieren, kaum eine Chance gehabt. Darüber hinaus rannten die Duisburgerinnen in der ersten Hälfte immer wieder ins
Abseits und zerstörten sich ihr Spiel selbst.
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Jubel in Duisburg: Linda Bresonik (l.) und Inka Grings feiern mit dem Publikum den Einzug ins Halbfinale. | |
machen würde, sah sich jedoch getäuscht.
„Mehr war heute nicht drin“, resümierte Wegmann, dessen Verletztenliste lang ist. Auch an diesem Tag musste der neue Frankfurter Trainer schon in der
33. Minute den ersten Wechsel durchführen. Für Anna Marciak, die in die Augenklinik gebracht wurde, kam Sarah Schatton ins Spiel, die eine Belebung für
das Offensivspiel hätte sein können, doch „wir haben in der Defensive einfach nichts zugelassen“, war Voss begeistert. Wirklich getestet worden ist die
Abwehrkette der Gastgeberinnen jedoch auch nicht. Der FFC zeigte in der zweiten Hälfte zwar mehr Engagement, insbesondere brachte die Einwechslung von
India Trotter mehr Bewegung in das Spiel des Titelverteidigers. Dennoch hatte man nie das Gefühl, dass daraus ein Treffer entstehen könnte.
Betretene Gesichter nicht nur bei Stephanie Ullrich: Die derzeitige Situation schlägt allen FFClern auf den Magen. |
Der Freundentaumel im Duisburger PCC-Stadion war riesig und dürfte sich wohl auch in den kommenden Tagen noch nicht legen. „Wir leben unseren
Traum weiter und das jetzt erstmal zwei bis drei Tage genießen“, strahlte Voss, „aber dann geht die Arbeit weiter.“ Angesichts des vermutlichen
Halbfinalgegners Olympique Lyonnais die richtige Einstellung, denn auch Voss ist sich bewusst, „gegen eine der besten europäischen Mannschaften“
antreten zu müssen. Die Französinnen mit ihrem ausschließlich aus Nationalspielerinnen bestehenden Kader dürften ein anderes Kaliber sein, als der FFC in
seiner derzeitigen Verfassung. Ist Lyon fit - und hat vor allem seine Nerven unter Kontrolle – steht Duisburg vor dem wohl schwersten Spiel der
Vereinsgeschichte. Aber genau auf dieses Ziel arbeitet man beim FCR seit Jahren hin.
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