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7. UEFA Women’s Cup – Miniturnier Gruppe B 3 in Bierbeek, 3. Spieltag am 16.10.07

Mit Effizienz zur Sensation

KFC Rapide Wezemaal – 1. FFC Frankfurt 1:1 (1:1)

Text und Fotos von Martin Kochem

18.10.2007   Die Ausgangslage vor diesem abschließenden Match eines in punkto Organisation desastriösen Miniturniers war klar: während sich der Titelträger von 2002 und 2006 durch die unmittelbar zuvor über die Bühne gegangene 1:3-Niederlage Valur Reykjaviks gegen die Ladies vom FC Everton bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert hatte, benötigten die Gastgeberinnen unbedingt ein Remis, um die Isländerinnen noch von Platz 2 zu verdrängen.

Was kaum einer der 700 Zuschauer im „Stade Albert Ombelet“ des KHO Bierbeek zu träumen gewagt hatte, sollte am Ende von insgesamt 93 spannenden, jedoch keinesfalls hochkarätigen Spielminuten zur Realität werden: die Frauen um Trainer Victor Crabbe trotzten dem amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger ein nicht unverdientes 1:1-Unentschieden ab und feierten nach dem Abpfiff mit dem Einzug ins Viertelfinale ihren bislang größten Vereinserfolg.

Jessy Torreele

Jessy Torreele brachte Weezemal mit der ersten und einzigen Torchance in Führung - am Ende reichte es gerade so eben zum Viertelfinaleinzug

Leichte Katerstimmung herrschte hingegen trotz des auf dem Papier souverän erscheinenden Weiterkommens beim 1. FFC, der zwar den zuvor von allen erwarteten und selbst erwünschten Gruppensieg schaffte, jedoch auch in diesem abschließenden Spiel nicht einmal ansatzweise seine spielerischen Qualitäten zu demonstrieren vermochte.

FFC-Coach Dr. Hans-Jürgen Tritschoks

Ein nachdenklicher FFC-Coach Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, dessen Mannschaft den anvisierten Gruppensieg jedoch letztendlich doch noch perfekt machen konnte

So zerstörten die Belgierinnen durch aggressives Zweikampf- verhalten im Mittelfeld von Beginn an den Frankfurter Kombinations- fluss und gingen mit ihrer ersten (und während der gesamten Spielzeit einzigen) Torchance nach 22 Minuten völlig überraschend in Führung. Inge Heiremans hebelte mit einem Traumpass aus dem


Kerstin Garefrekes

Kerstin Garefrekes verstolpert hier kurz vor der Pause die Frankfurter Führung

Mittelfeld die FFC-Viererkette aus und Jessy Torreele konnte die ansonsten beschäftigungslose Silke Rottenberg mit einem unhaltbaren 18m-Schuß in den rechten oberen Winkel überwinden.

Sichtlich aufgeweckt durch den dritten Rückstand im dritten Spiel antwortete der FFC mit einer Rechtsflanke von Kerstin Garefrekes, welche die stets engagierte Conny Pohlers per Kopfball (noch) nicht im Tor unterbringen konnte (29.). Nachdem Annelies Timmermanns eine scharfe Prinz-Hereingabe von links statt zur Ecke fast ins eigene Tor abgelenkt hätte (32.), machte es die gebürtige Hallenserin nur eine Minute später besser, als diese eine Maßflanke von „KG“ mit einem präzisen sowie unhaltbaren Kopfball zum 1:1-Ausgleich einköpfen konnte.

Conny Pohlers

Conny Pohlers rettete mit ihrem zweiten Turniertreffer den zum Gruppensieg noch benötigten Punkt

Der FFC wollte nun nachlegen und kam durch einen Prinz-Freistoss (38.) sowie durch die zumindest vor der Pause äußerst auffällige Garefrekes zu weiteren guten Torchancen, welche aber in aussichtsreicher Position verstolperte (42.). Kurz vor dem Pausenpfiff stockte den einheimischen Fans der Atem, als sich wiederum Pohlers nach einer Garefrekes-Hereingabe ganz lang machte, jedoch KFC-Schlussfrau Tania van der Houwe glänzend reagierte.

Meike Weber

Meike Weber spielte wie immer eine solide Partie, konnte jedoch im Mittelfeld auch keine Akzente setzen

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie dann immer mehr und die Frankfurter Torchancen konnte man mühelos an einer Hand abzählen. So fischte van der Houwe einen Wimbersky-Kopfball gerade noch so aus dem Winkel (52.) und auch


Birgit Prinz blieb der dritte Turniertreffer mit einer Direktabnahme knapp über’s belgische Gehäuse verwehrt (68.). Letztendlich scheiterte Alexandra Krieger mit einem 22m-Flachschuß am linken Torpfosten (79.) und zog sich mit dieser Aktion für die letzten Minuten die Pfiffe des einheimischen Publikums zu, da sie den Ball zuvor trotz einer verletzt am Boden liegenden belgischen Akteurin nicht ins Seitenaus befördert hatte.

Birgit Prinz

Birgit Prinz sorgte über die linke Außenbahn immer wieder für Gefahr, doch blieb ihr der 3. Turniertreffer am Ende verwehrt

Die letzte Frankfurter Torgelegenheit machte Karolien Meykens zunichte, als diese im letzten Moment eine Garfrekes-Flanke zur Ecke ablenken konnte (89.). So erkämpften sich die letztendlich mit Frau und Maus verteidigenden Belgierinnen mit einer 100%igen Chancen- verwertung letztendlich den erforderlichen Punkt und feierten die damit verbundene Viertelfinal-Qualifikation bis spät in die Nacht hinein. Der spielerisch enttäuschende FFC wird sich hingegen im Viertelfinale gewaltig steigern müssen, will er die sicherlich nicht einfache Aufgabe gegen WFC Rossiyanka meistern...



KFC Rapide Wezemaal:

Van der Houwe – Meykens, van Malenstein, Hamelsoet, Van der Auwera – Heiremans, Timmermans, Van de Goor, Torreele (57. Wuyts) – Elsen, Verelst

Trainer: Victor Crabbe

1. FFC Frankfurt:

Rottenberg – Lewandowski (43. Künzer), T. Wunderlich, Krieger , Bartusiak (73. Engel) – Garefrekes, Weber (77. Kliehm), Thomas, Pohlers – Wimbersky, Prinz

Trainer: Dr. Hans-Jürgen Tritschoks

Tore:
1:0 Torreele (23.)
1:1 Pohlers (34.)

Gelbe Karten: Elsen, Van der Auwera

Schiedsrichterin: Cristina Floarea Ionescu (Rumänien)

Zuschauer: 700


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