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UEFA-Cup Finale, HinspielOffener Schlagabtausch bringt gute AusgangspositionUmeå IK - 1. FFC Frankfurt 1:1 (1:1) | ||
Text von Tom Schlimme17.05.2008 Im Duell der beiden großen alten Rivalen im UEFA-Cup, Umeå IK und 1. FFC Frankfurt, die den Cup beide bereits je zweimal gewonnen haben, stand es nach 11 Sekunden bereits 1:0 für die Schwedinnen. Doch mit bemerkenswerter Ruhe hielt Frankfurt dagegen, nach sechs Minuten stand es 1:1, und in einem spannenden Spiel mit sehr vielen Chancen auf beiden Seiten hielten die Frankfurterinnen diese günstige Ausgangsposition für das Rückspiel dann bis zum Schluss. Direkt vom Anstoß weg kam ein hoher weiter Ball in die Nähe des Frankfurter Strafraums. Innenver- teidigerin Tina Wunderlich, die insgesamt ein gutes Spiel machte, köpfte den Ball unglücklich nach hinten, wo keine geringere als Marta blitzschnell dazwischen spritzte, die herauslaufende Keeperin Silke Rottenberg souverän umspielte und dann eiskalt verwandelte. Das schnellste Tor im UEFA-Cup aller Zeiten! Doch wer erwartet hatte, dass Frankfurt nun zusammenbrechen und eine ähnlich hohe Schlappe wie 2004 kassieren würde, als die Mannschaft stark verletzungsgeschwächt auf dem Zahnfleisch kriechend 0:3 in Umeå untergegangen war, sah sich getäuscht. ![]() Marta ließ sich auf dem Weg zum 1:0 weder von Katrin Kliehm (im Bild) noch von Keeperin Silke Rottenberg aufhalten Ein erster Schuss von Kerstin Garefrekes verfehlte noch das Tor des schwedischen Meisters, dann versuchte es Petra Wimbersky von der Strafraumgrenze, aber zu schwach. Aber nur Sekunden später setzte sich erneut Wimbersky links durch, flankte nach innen, wo Conny Pohlers frei stand und das machte, was ihr momentan am leichtesten fällt, Toreschießen! Mit diesem 1:1 war wieder alles offen, und beide Mannschaften stürmten recht unbekümmert nach vorne. Dabei waren beide Abwehrreihen keineswegs schlecht, die Leistungen der jeweiligen Stürmerinnen aber einfach noch besser. ![]() Schon in der ersten Minute Torjubel bei Umeå... ![]() Doch wenig später jubelten dann auch die Frankfurterinnen über ihr Ausgleichstor! Bei Umeå war es wie zu erwarten vor allem Marta, vor der die meiste Gefahr ausging. Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks hatte gar nicht erst versucht, die brasilianische Weltfußballerin durch eine einzige Spielerin auszuschalten. Wann immer es möglich war, wurde Marta von mindestens zwei Frankfurter Abwehrspielerinnen attakiert, und dies war auch das einzig aussichtsreiche Rezept, denn oft genug setzte sich Marta auch gegen zwei Gegnerinnen durch, blieb dann aber oft an der dritten hängen. Die Frankfurterinnen kämpften aufopferungsvoll und mit beeindruckender mannschaftlicher Geschlossenheit. Dabei hatten sie dann so manches Mal auch das Glück der Tüchtigen. So in der 16. Minute, als wieder so ein langer Ball aus der eigenen Hälfte heraus Marta erreichte, die |
Auch den hat sie: Frankfurts Keeperin Silke Rottenberg hielt weltmeisterlich und zeigte Klassereflexe. Hier erwischt sie einen Kopfball von Karoline Westberg (ganz rechts) | |
ließ Katrin Kliehm stehen, gab nach innen zu Madeleine Edlund, die aber gestört von Wunderlich aus ca. drei Metern nur genau auf Rottenberg schießen konnte. Rottenberg hielt nicht nur diesen Schuss und in der nächsten Minute einen harten Distanzschuss von Frida Östberg, sondern machte insgesamt ein herausragendes Spiel, in dem sie maßgeblichen Anteil am guten Ergebnis der Frankfurterinnen hatte. Dazu fehlte den Spielerinnen von Umeå dann manchmal auch das Schussglück, so als Marta wieder sich wieder gegen zwei Gegnerinnen durchsetzte und diesmal Johanna Rasmussen aus guter Position knapp das Tor verfehlte. ![]() Elaine, die zweite brasilianische Natiolspielerin im Kader von Umeå, konnte aufgrund einer Kreuzband- verletzung nur als Supporterin mitwirken. Mit Sonnenbrille an der Trommel dirigierte sie einen kleinen, aber lauten brasilianischen Fanclub In der 19. Minute war es dann Mami Yamaguchi, die einen Ball von Marta direkt abnahm, aber ebenfalls neben das Tor setzte. Doch diese Chancen wurden auch nur dadurch ermöglicht, dass die Frankfurter Spielerinnen ebenfalls fleißig nach vorne stürmten, den für sie günstigen Spielstand keineswegs verwalteten, sondern selber versuchten, in Führung zu gehen. Kein Vergleich mit den lahmen Finalspielen des vergangenen Jahres, als sich Umeå IK und Arsenal London neutralisierten und in zwei Begegnungen weniger Chancen zuließen, als heute in den ersten zwanzig Minuten zu verzeichnen waren! ![]() Johanna Rasmussen auf dem Weg Richtung Frankfurter Tor, verfolgt von Meike Weber, die noch rechtzeitig dazwischen gehen kann Die Frankfurterinnen versuchten dabei meist, mit nur einer einzigen Ballberührung das Leder weiterzugeben, das ging oft über mehrere Stationen gut, brachte Raumgewinn und günstige Angriffspositionen, aber dann ging der entscheidende letzte Pass dann doch zu oft daneben. Allerdings war das Laufspiel der Spielerinnen von Umeå IK auch beachtlich, mit hohem Tempo spritzten sie immer wieder in die Frankfurter Ballstaffetten. Insgesamt war das Tempo der Partie extrem hoch, worunter zwangsläufig die Präzision etwas leiden mußte. Nachdem Umeå in der ersten Halbzeit ingesamt schon überlegen war, wurde der 1. FFC Frankfurt dann nach der Pause langsam stärker und kam zu einer ganzen Anzahl sehr gefährlicher schneller Konter über Prinz, Pohlers, Garefrekes und Wimbersky. Doch trotz der daraus entstehenden guten Chancen gelang kein weiterer Treffer mehr. Doch auch Umeå IK blieb gefährlich und kam, besonders nach langen Bällen, noch zu einer Reihe von Schussgelegenheiten, bei denen sich Silke Rottenberg im Frankfurter Tor noch einige Male auszeichnen konnte. |
Die Partie hätte von den Gelegenheiten her 6:5 enden können - Schon Mitte der zweiten Halbzeit zeigte die Statistik im Fernsehen 11:10 Torschüsse - doch es blieb dank zweier guter Torhüterinnen und etwas Schusspech auf beiden Seiten beim 1:1. Ein Ergebnis, das beiden Mannschaften alle Möglichkeiten offen läßt und ein spannendes Rückspiel am nächsten Samstag in Frankfurt erwarten läßt. Zu den besten Spielerinnen wurden hinterher übrigens Marta und Silke Rottenberg gewählt, ich möchte noch erwähnen, dass Meike Weber auf Frankfurter Seite in einer insgesamt sehr kompakten Mannschaft hervorstechen konnte. ![]() Sarah Günther (vorne) und Emmelie Konradsson wurden beide erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt, fügten sich aber gut ins Spiel ihrer Mannschaften ein Trainer Tritschoks nannte aber hinterher vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung als Schlüssel des Erfolges, was man nur als richtige Einschätzung unterstreichen kann. Ich hoffe jedenfalls sehr, ein ähnlich spannendes und hochklassiges Finalrückspiel in Frankfurt erleben zu können. Gut 13.000 Karten sollen bereits verkauft sein, nach diesem Ergebnis ist eine Rekordkulisse in der Commerzbank- Arena noch wahrscheinlicher geworden! ![]() Ihr Tor könnte Gold wert sein: Conny Pohlers, in der Mitte zwischen Saskia Bartusiak (links) und Johanna Rasmussen, hielt im richtigen Moment den Fuß hin
Umeå IK
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