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7. UEFA Women’s Cup – Halbfinale – Rückspiel

Mit kühlem Kopf ins Finale

CF Bardolino Verona – 1. FFC Frankfurt 0:3 (0:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

9.4.2008   Geschafft! Durch einen am Ende letztendlich doch deutlichen 3:0-Erfolg über sich tapfer wehrende Italienerinnen zieht der amtierende Deutsche Meister und Pokalsieger nach 2002, 2004 und 2006 zum vierten Mal ins Women’s Cup-Finale ein und trifft dort in den beiden Endspielen am 17. und 24. Mai wie bereits 2002 und 2004 auf den schwedischen Titelträger Umea IK.

Doch so locker und leicht wie es das deutliche Endergebnis vermuten lässt, gestaltete sich die Aufgabe für den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger keineswegs. Insbesondere im ersten Durchgang präsentierte sich der ehrgeizige Überraschungshalbfinalist vom Gardasee vor der Rekordkulisse von knapp 13000 Zuschauern im „Stadio Bentegodi di Verona“ äußerst spielfreudig und kam über die Außenbahnen immer wieder brandgefährlich vor das Frankfurter Tor. Dort allerdings offenbarten die Italienerinnen wie bereits im Hinspiel eklatante Schwächen im Abschluss, sodass FFC-Torfrau Rottenberg nur selten eingreifen musste. So drosch die erneut überzeugende Panico das Leder aus vollem Lauf über das Tor (7.) und schlenzte Boni einen Freistoß aus 17 Metern mit dem Außenrist nur knapp am rechten Winkel vorbei (16.). Nicht besser machte es Boni dann in der 32. Minute, als diese einen Kopfball knapp am langen Eck vorbei setzte.

Fans des 1. FFC Frankfurt

Die treuen FFC-Fans dürfen sich schon auf die beiden Finalspiele freuen

Der 1. FFC, welcher gegenüber dem Hinspiel mit Thomas (für die verletzte Pia Wunderlich), Kliehm (für Krieger) sowie der für Smisek ins Team zurückgekehrten Lingor gleich auf drei Positionen verändert worden war, besaß durch Letztgenannte nach gerade mal 100 Sekunden die Chance zur Führung, als deren Außenrist-Volleyschuß nur Zentimeter am langen Pfosten des von Brunozzi gehüteten Gehäuses vorbeistrich. Eine weitere Minichance durch Wimbersky nach schöner Vorarbeit von Pohlers (31.) – das war’s dann auch schon, was die Hessinnen im ersten Durchgang an Torgelegenheiten zustande brachten.

Renate Lingor

Renate Lingor feierte nach ihrer "Denkpause" ein ordentliches Comeback in der Startelf

Unmittelbar nach Wiederanpfiff der alles in allem ordentlich leitenden Unparteiischen Olander aus Estland vergab wiederum Panico die Riesenchance zur Führung, als diese in halblinker Position frei zum Schuß kam, jedoch den Ball nicht richtig traf. Im Gegenzug wartete das Team von Dr. Hans-Jürgen Tritschoks nach 54 Minuten mit einer schönen Kombination über die zur Pause eingewechselte Garefrekes sowie der fleißigen Prinz auf, an deren Ende ein Pohlers-Kopfball stand, der nur knapp sein Ziel verfehlte. Nur weitere vier Minuten später hatte die über die rechte Angriffseite deutlich frischen Wind bringende Garefrekes dann abermals die Gästeführung auf dem Fuß, doch deren Heber landete knapp über statt im Tor.


Carla Brunozzi

Bardolinos Torfrau Carla Brunozzi sah beim Frankfurter Führungstreffer etwas unglücklich aus, hier kann sie jedoch mit Faustabwehr klären

In der 68. Minute kam dann der große Auftritt der Karolin Thomas, als sich diese ein Herz fasste und nach Zuspiel der kurz zuvor erst eingewechselten Krieger mit einem Vollspann-Schuss aus gut 23 Metern die etwas zu klein geratene sowie den Ball lediglich noch mit den Fingerspitzen berührende Brunozzi überwinden konnte. Dieser Führungstreffer sorgte bei den bis dato immer wieder frenetisch und lautstark mitgehenden Zuschauern nicht nur für Totenstille, sondern wirkte auf Frankfurter Seite wie eine Befreiung.

Beinahe hätte Prinz nach 76 Minuten für die endgültige Entscheidung gesorgt, doch deren Linksschuss fischte Brunozzi mit einer Weltklasse-Parade gerade noch so aus dem Winkel. Unmittelbar im Gegenzug vergab Boni dann ihre dritte und zugleich beste Torgelegenheit, als diese den Ball völlig freistehend am langen Pfosten vorbeischob. Mit einem Doppelschlag in der 80. bzw. 81. Minute sorgte der FFC letztendlich für klare Verhältnisse. Zunächst hob die nach Zuckerpass von Thomas allein auf das italienische Gehäuse zulaufende Garefrekes den Ball überlegt über die herausstürzende Brunozzi hinweg ins Tor und nur 60 Sekunden später machte auch Pohlers wieder „ihre“ Bude, als diese nach ebenso herrlichem Wimbersky-Steilpass die bedauernswerte Brunozzi locker umkurven und eiskalt zum 3:0 einschieben konnte.

Anzeigetafel

Schwarz auf Weiß - Tore lügen eben nun mal nicht...

Trotz der letztlich deutlichen Niederlage feierten die Tifosi ihr Team noch Minuten nach dem Abpfiff, während die Gäste sich mehr nach innen freuten und dem großen Ziel des Tripple 2008 wieder einen Schritt näher gekommen sind…

Stimmen zum Spiel:

Dr. Hans-Jürgen Tritschoks (FFC-Coach):

„Mit der 1. Halbzeit war ich nicht zufrieden, da wir zu verhalten gespielt haben. Uns war von vorneherein klar, dass Bardolino Druck machen wird. In der Pause haben wir zu einem anderen System umgestellt, was sich dann ja auch bezahlt gemacht hat. Nach dem Führungstor ist das Spiel dann zu unseren Gunsten gekippt.“

Renato Longega (Trainer Bardolino):

„Frankfurt war über beide Spiele gesehen sicherlich die bessere Mannschaft. Mit den Schiedsrichterleistungen war ich nicht hochzufrieden. Kompliment an den FFC und alles Gute für das Finale.“

Patricia Panico (Stürmerin Bardolino):

„Eine so tolle Stimmung habe ich noch nicht erlebt. Leider konnten wir für unsere Fans kein Fest daraus machen.“


Karolin Thomas (Torschützin zum 1:0):

„Das Tor hat uns sichtlich gut getan. Aufgrund der Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit haben wir verdient gewonnen und freuen uns natürlich schon sehr auf das Finale.“

Karolin Thomas

Karolin Thomas war mit einem selbst erzielten Treffer sowie einer (Super)Vorlage Matchwinnerin des Tages - meint auch FFC-Schatzmeisterin "Shorty" Hauptvogel (rechts)

Siggi Dietrich (FFC-Manager):

„Organisatorisch und zuschauer- mäßig war dies ein Weltklasse- Event des Frauenfußballs. Großes Kompliment an die Gastgeber, die eine sehr gute Aktivität bewiesen haben. Wir werden alles daran setzen, dass insbesondere das Final-Rückspiel in der Frankfurter Commerzbank-Arena nochmals eine Steigerung bietet.“

Stadio Bentegodi di Verona

Volle Zuschauerränge und frenetische "Tifosi"-Stimmung im Stadio Bentegodi!



CF Bardolino Verona:
Brunozzi – Sorvillo, Ledri, Motta, Stefanelli – Gabbiadini, Boni, Barbierato, Tuttino – Panico, Vicchiarello
Trainer: Renato Longega

1. FFC Frankfurt:
Rottenberg – Lewandowski, T. Wunderlich, Günther (65. Krieger), Kliehm – Thomas, Weber (46. Garefrekes), Lingor, Pohlers – Wimbersky, Prinz
Trainer: Dr. Hans-Jürgen Tritschoks

Tore:
0:1 Thomas (68.)
0:2 Garefrekes (80.)
0:3 Pohlers (81.)

Gelbe Karten: Gabbiadini, Tuttino – Lingor, Kliehm

Schiedsrichterin: Maaren Olander (Estland)

Zuschauer: 13.000


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