Text: Rainer Fußgänger 18.11.2006
Schon nach dem Hinspiel war alles klar. Umeå hatte mit 5:1 bei Kolbotn gewonnen und niemand glaubte daran, dass die Norwegerinnen am Gammliavallen in Umeå mit fünf Toren Unterschied gewinnen könnten. Und so kamen zum letzten Pflichtspiel der Saison bei anhaltendem Schneefall auch nur 732 Zuschauer.

Lag es am Wetter, dass nur so wenige Fans ins Gammliavallen kamen?Foto: Per-Arne Almeflo
Kolbotn hatte sich vorgenommen, sich für die hohe Niederlage daheim mit einem guten Spiel in Schweden zu revanchieren.

Vor dem Anpfiff suchte man jede Möglichkeit um sich zu WärmenFoto: Per-Arne Almeflo
Umeås Coach Andrée Jeglertz lies die Finnin Sanna Valkonen auf der Bank, nachdem diese am Donnerstag gegenüber der Presse ihren Wechsel zu Aufsteiger AIK Stockholm in der nächsten Saison bekannt gegeben hatte. Die Norwegerinnen versuchten sich erneut mit einer 4-3-3-Formation und konnten das Spiel in den ersten zehn Minuten ausgeglichen gestalten.

Einige unentwegte UIK Fans fanden doch den verschneiten Weg ins StadionFoto: Kalle Prorok
In der elften Minute flankte Anna Paulsson von der rechten Seite in den Strafraum der Gäste und Martas Kopfball ging nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Eine Minute später traf sie dann: Einen langen Pass aus der eigenen Hälfte lies Lise Klaveness geschickt durch die Beine laufen, der Ball erreichte Marta, die mit einem gefühlvollen Heber Schlussfrau Bye überwand: 1:0 für Umeå, Gesamtstand 6:1. Das Führungstor lies den anfänglichen Widerstand der Norwegerinnen zusammenbrechen.

Auch bei Schneefall schießt Marta ihre ToreFoto: Kalle Prorok
In der 24. Minute führte ein Musterangriff zum nächsten Treffer. Pass aus der eigenen Hälfte, Malin Moström verlängerte mit dem Kopf in den Lauf von Lise Klaveness deren Flanke Hanna Ljungberg zum 2:0 verwandelte. Kurz darauf beinahe das 3:0
durch Klaveness, deren Heber
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Winterliche Bedingungen gab es beim Rückspiel Umeå - Kolbotn Foto: Per-Arne Almeflo
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von Bye
mit einer Hand über die Querlatte gelenkt wurde. Umeå war jetzt deutlich überlegen und die einzige Chance von Kolbotn vor der Pause durch einen Schuss von Trine Rönning an die Querlatte (41.) kam überraschend.

Bedingt durch Umeås geographische Lage war es in der zweiten Hälfte, nach 15:00, schon ganz dunkelFoto: Per-Arne Almeflo
Wer geglaubt hatte, dass der schwedische Meister es im zweiten Durchgang ruhiger angehen lassen würde, sah sich aber getäuscht. Nach 48 Minuten flankte Anna Sjöström in den Strafraum der Norwegerinnen, Hanna Ljungberg köpfte den Ball zurück an die Strafraumgrenze, suchte und fand Anne Mäkinen das Leder wuchtig ins rechte untere Eck hämmerte: 3:0.

Cecilie Berg-Hansen stoppt den Angriff von Lise KlavenessFoto: Kalle Prorok
Nur wenig später:
Angriff über Marta wieder über die rechte Seite, Hanna Ljungberg konnte gerade noch am Torschuss gehindert werden, aber der Ball kommt zu Malin Moström, die rechts oben einlocht: 4:0.

Die Akteure (hier: Lise Klaveness, Ingvild Stensland, Nora Holstad Berge, Lisa Dahlkvist und Schiedsrichterin Nicole Petignat) hätten die Ansetzung des Halbfinales in einer anderen Jahreszeit verdient gehabtFoto: Kalle Prorok
Wie schon im Hinspiel, so setzte auch dieses Mal Marta wieder besondere Akzente. Auf dem linken Flügel holte sie sich den Ball von einer norwegischen Verteidigerin, lies zwei Gegnerinnen aussteigen und schaute dann, wen sie im Strafraum anspielen könnte - doch sie sah niemanden - machte eine weitere Finte und schoss das 5:0 einfach selbst. 78 Minuten waren gespielt und auch das Rückspiel wurde jetzt zu einer Demütigung für den norwegischen Meister. Hanna Ljungberg setzte in der Nachspielzeit mit einem Alleingang noch das 6:0 in die Maschen.
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Damit stehen Arsenal London und Umeå IK im Finale des Women's Cup. Da das Finale jedoch erst 2007 stattfindet, ist noch ungewiss, mit welchem Team Umeå die beiden Spiele bestreiten wird. Nach dem Weggang von Sanna Valkonen liess auch Anne Mäkinen nach dem Spiel verlauten, dass ihre Tage in Umeå wohl gezählt sind. "Ich muss an meine Ausbildung denken, die ich noch abschliessen muss," sagte Mäkinen, die wie Valkonen schon länger mit Clubs in Stockholm in Verbindung gebracht wird. Hanna Ljungberg hat ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert,
Malin Moström jedoch wollte sich noch nicht äußern. Bei "Mosan" stellt sich die Frage des Weitermachens, aber wer die 31-Jährige und ihren Ehrgeiz kennt, mag kaum glauben, dass sie auf die WM 2007 verzichten wird. Positiv klang die Aussage von Marta, die dem schwedischen Fernsehen gegenüber sagte, dass die Chancen für ein weiteres Jahr in Umeå gut stünden.

Immer gut gelaunt, Anna Sjöström, hier: nach dem MatchFoto: Kalle Prorok
Umeå:
Sofia Lundgren, Anna Paulsson, Johanna Frisk, Karolina Westberg (Lisa Dahlqvist 62.), Maria Bergkvist, Malin Moström, Lise Klaveness (Erika Karlsson 83.), Anne Mäkinen, Anna Sjöström(June Pedersen 72.), Hanna Ljungberg, Marta
Kolbotn:
Lise Beate Bye, Ane Stangeland, Ingvild Stensland, Kristine Lindblom (Nora Holstad Berge 46.), Trine Rønning, Solveig Gulbrandsen, Camilla Hammerø Huse, Ingrid Wang Andersen, Tonje Hansen (Ingvild Isaksen, 72.), Kristin Blystad-Bjerke(Isabell Herlovsen, 46.) Cecilie Berg-Hansen
Tore:
1:0 Marta(12.)
2:0 Hanna Ljungberg (24.)
3:0 Anne Mäkinen (48.)
4:0 Malin Moström (55.)
5:0 Marta (77.)
6:0 Hanna Ljungberg (92.)
Publikum: 732
Schiedsrichter: Nicole Petignat (SUI)
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