UEFA-Cup Viertelfinale

Ein Dutzend Tore im Potsdamer "Karli"

1. FFC Turbine Potsdam - Valur Reykjavik 11:1 (6:1)

Von Marko Schiller (Text und Fotos)

19.10.2005

Turbine wollte die schlechten Auftritte gegen den HSV und Essen vergessen machen und legte los wie die Feuerwehr. Bereits in der 1. Spielminute gab es die erste Großchance. In der 3. Minute war es dann Conny Pohlers die den Torreigen eröffnete.

Nur sechs Minuten später erhöhte Petra Wimbersky auf 2:0. Es versprach ein torreicher Nachmittag zu werden. Die Isländerinnen kamen nur selten gefährlich vor das von Nadine Angerer gehütete Tor. So war das 2:1 in der 14. Minute durch Margret Lara Vidarsdottir eher ein Zufallsprodukt, als ihr ein schlecht abgewehrter Ball vor die Füße fiel und sie aus etwa 25 Metern die zu weit vor dem Kasten postierte Angerer überwand.

Beinahe hätte Turbine im direkten Gegenzug den alten Abstand wieder hergestellt. Die Antwort folgte dann in der 20. Spielminute, als erneut Conny Pohlers zum 3:1 traf. Kurz darauf, genauer drei Minuten später, erhöhte Navina Omilade auf 4:1, wobei die isländische Torfrau nicht glücklich aussah. Direkt nach dem Tor musste die isländische Torschützin Vidarsdottir verletzt den Platz verlassen. Dies führte dazu, dass das Angriffsspiel von Valur vollends erlahmte. Die Abwehr schien vollkommen überfordert und konnte sich kaum noch befreien. So war das 5:1 in der 36. Minute durch Anja Mittag nur eine logische Konsequenz und äußerst sehenswert. Sie zimmerte einen Ball aus erheblicher Entfernung ins linke obere Toreck. Fast mit dem Halbzeitpfiff lenkte dann eine isländische Abwehrspielerin das Leder ins eigene Tor und so ging es mit 6:1 in die Kabinen.

Die Spielerin des Spiels: Petra Wimbersky

Aus der kehrten Ariane Hingst und Britta Carlson nur zum Auslaufen zurück. Für sie kamen Aferdita Podvorica und Carolin Schiewe und fügten sich, trotz ungewohnter


Die Potsdamer Mannschaft bedankt sich bei ihrem Anhang

Spielpositionen, sehr gut ein. Und wie die erste Halbzeit endete, so begann die zweite. Cristiane rundete eine durchaus ansprechende Leistung mit ihrem Tor in der 48. Minute ab. In der 57. und 58. Minute folgte dann ein Doppelschlag durch Anja Mittag und Petra Wimbersky. Somit war das Hinspielergebnis schon übertroffen - 9:1 nach nicht einmal 60 Minuten.

Faires Shakehands nach dem Abpfiff zwischen den Mannschaften

In der 66. Spielminute erzielte die erst fünf Minuten vorher eingewechselte Isabel Kerschowski das zehnte Turbine-Tor per Volleyabnahme. Das letzte Tor des Tages war der Spielerin vorbehalten, die den Torreigen eröffnete: Conny Pohlers in der 68. Minute. Valur schwanden die Kräfte und Potsdam kam noch zu einigen großen Torchancen, aber der Ball wollte nicht mehr über die Linie.

So blieb es beim, auch in dieser Höhe, verdienten Sieg der Turbinen, die damit im 14. Europapokalspiel in Folge ungeschlagen blieben und ins Halbfinale einzogen.
Die Mannschaft von Potsdam zeigte sich deutlich verbessert gegenüber den letzten Auftritten und daher wird es sicher ein heißer Tanz im Spitzenspiel der Bundesliga am kommenden Wochenende im PCC-Stadion gegen den derzeitigen Tabellenführer FCR Duisburg.


Aufstellungen:

1. FFC Turbine Potsdam
Angerer - Carlson (46. Schiewe), Becher, Kuznik; Hingst (46. Podvorica) - Omilade, Zietz, Wimbersky - Mittag, Pohlers, Cristiane (61. I. Kerschowski)

Die geschlagenen Gäste nach dem Abpfiff, die dennoch vom Potsdamer Publikum gefeiert wurden: Valur Reykjavik

Valur Reykjavik
Gunnarsdottir - Johannsdottir, Andresdottir (55. Jonsdottir), Stefansdottir, Arnadottir – Logadottir (46. Svavarsdottir) , Sigurdardottir, Odinsdottir, Bjarnadottir, Olafsdottir – Vidarsdottir (24. Gudlaugsdottir)

Tore:
1:0 Pohlers(3.)
2:0 Wimbersky (9.)
2:1 Vidarsdottir (14.)
3:1 Pohlers (20.)
4:1 Omilade (23.)
5:1 Mittag (36.)
6:1 Eigentor (45.)
7:1 Cristiane (48.)
8:1 Mittag (57.)
9:1 Wimbersky (58.)
10:1 I.Kerschowski (66.)
11:1 Pohlers (68.)

Gelbe Karten: Stefansdottir

Schiedsrichterin: Floarea Cristina Ionescu (Rumänien)

Zuschauer: 2193

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