UEFA-Cup Halbfinale, Hinspiel

Und danach ein Glas Wein

1.FFC Turbine Potsdam - Djurgården/Älvsjö 2:3 (2:0)

Text von Katja Knappe, Bilder von Jan Kuppert

21.11.2005   Kontaktsperre vor dem Spiel hatte Djurgårdens Trainer Benny Persson seinem Team verordnet. Zwischen den Spielerinnen beider Mannschaften hatten sich nach den beiden Finalspielen der letzten UEFA-Cup-Saison und zahlreichen Länderspielen etliche Freundschaften entwickelt. Statt das Wiedersehen zu feiern, sollten sich Perssons Frauen voll auf das anstehende Spiel konzentrieren. Schließlich wollte man nicht wie im Vorjahr gegen Potsdam verlieren. Persson erhoffte sich zumindest ein Unentschieden, um dann durch das Rückspiel in Stockholm ins Endspiel einzuziehen.

Und Potsdam beginnt gewohnt agil. Schon in der 2. Minute ist Djurgårdens Torfrau Maja Åström nach einer Flanke von Navina Omilade zum ersten Mal gefordert . Im Gegenzug muss Nadine Angerer nur knapp 2 Minuten später dann einen Freistoß der Stockholmerinnen halten. Sowohl Potsdam als auch Djurgården laufen sehr viel. Nach 10 Minuten tritt Wimbersky an zur Ecke für Potsdam. Das nachfolgende Gerangel im Strafraum kann Cristiane nutzen: 1:0 in der 11. Minute.

Anna Hall, Petra Wimbersky

Kopfballduell zwischen Anna Hall (l.) und Petra Wimbersky

Danach versucht sich Linda Fagerström - nach dem Spiel von Persson als beste Spielerin seiner Mannschaft gelobt -, scheitert aber an Potsdams Torfrau. In der 26. Minute nutzt Conny Pohlers eine Unachtsamkeit der Abwehr Djurgårdens und erhöht zum 2:0. Ein erneuter Angriff der 107-fachen schwedischen Nationalspielerin Victoria Svensson in der 35. Minute wird von Angerer zur Ecke geklärt. Kristin Bengtsson tritt an und erneut Svensson köpft den Ball nur knapp am Tor vorbei. Nur eine Minute später verfehlt Elin Ekblom das Tor ebenfalls knapp. So bleibt es beim 2:0 zur Pause.

Die Stockholmerinnen beginnen die 2. Halbzeit sehr druckvoll. Die Schwedinnen kommen angriffslustiger und entschlossener aus der Kabine zurück. Schon in der 47. Minute schießt einmal mehr Ekblom knapp daneben.. Potsdam wirkt langsam, fast schon müde. In der 56. Minute wechselt Potsdam


Inken Becher am Boden

Ein Bild spricht Bände: Potsdams beste Spielerin Inken Becher liegt nach dem Abpiff enttäuscht am Boden

zum ersten Mal. Für Cristiane kommt Isabel Kerschowski in den Sturm. Die nächste Chance hat Potsdam dann in der 58. Minute: nach einer Ecke, ausgeführt von Wimbersky, schießt Jenny Zietz den Ball jedoch genau in die Arme der Stockholmer Torfrau.

In der 65. Minute dann ein Wechsel bei den Gästen: für Ekblom kommt Sara Johansson, um den Angriff zu verstärken. Potsdam schafft es nur noch gelegentlich in den gegnerischen Strafraum, doch weder Ariane Hingst (67. - köpft nach Ecke knapp neben das Tor), noch Conny Pohlers (70. - trifft nur die Latte) können erhöhen. Auf der Gegenseite verfehlt Bengtsson das Potsdamer Tor nach einem Distanzschuss nur knapp.

Die Turbinen werden dagegen immer langsamer, Unkonzentriertheiten häufen sich und so steht es dann auch in der 78. Minute 2:1, als Linda Fagerström einen Fehler in der Abwehr des Titelverteidigers eiskalt ausnutzt. Keine 10 Minuten später fällt der - verdiente - Ausgleich: die eingewechselte Laura Kalmari trifft nach schönem Solo von Johansson in der 87. Minute zum 2:2. Davon noch mehr motiviert schafft es Stockholm in der 90. Minute noch, das Spiel ganz zu drehen: erneut flankt Johansson, diesmal zu Svensson, die zum 2:3 Endstand trifft.

Victoria Svensson, Nadine Angerer, Britta Carlson, Inken Becher, Navina Omilade

Das 3:2 in der Schlussminute durch Victoria Svensson: Nadine Angerer kommt nicht an den Ball - Britta Carlson, Inken Becher und Navina Omilade (v.l.n.r.) schauen dem Ball entsetzt nach

Die ersten Worte des Stockholmer Trainers bei der darauf folgenden Pressekonferenz waren insofern verständlich: "Wir sind glücklich!" Die zweite Halbzeit bezeichnete er schlicht als komisch. Bernd Schröder dagegen war verärgert: "Ich bin natürlich nicht glücklich. Djurgården gewann mit Hilfe unserer Abwehr."


Es sei eine Verkettung von Unzulässigkeiten gewesen, begonnen beim 2:1, bis hin zum Endstand. Trotz des Erfolges für seine Mannschaft sieht Benny Persson aber noch eine 50/50-Chance für beide Teams, ins Finale zu kommen. Ausdiskutieren können die beiden das ja heute Abend, bei einem Bier oder Glas Wein, wie vor dem Spiel verabredet.

Jubel Stockholm

Der Stockholmer Jubel kannte nach dem Abpfiff keine Grenzen

1.FFC Turbine Potsdam:

Angerer - Carlson, Becher, Kuznik - Omilade, Hingst, Zietz, Wimbersky - Pohlers, Cristiane (56. Min. I. Kerschowski), Mittag

Djurgården/Älvsjö:

Åström - H. Fagerström, Thunebro, Bengtsson, Curtsdotter - Ekblom (65. Min. Johansson), Hall, Norlin - L. Fagerström, Svensson, Brogårde (71. Minute Kalmari)

Tore:
1:0 Cristiane (11.)
2:0 Pohlers (26.)
2:1 Fagerström (78.)
2:2 Kalmari (87.)
2:3 Svensson (90.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Claudine Bruhet (Belgien)

Zuschauer: 1.616


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