UEFA-Cup 2. Qualifikationsrunde

Auftakt nach Maß

1. FFC Frankfurt – SC LUwin.ch 4:0 (1:0)

Von Martin Kochem (Text und Fotos)

14.09.2005    Im Auftaktspiel der von den schweizerischen Organisatoren liebevoll „Champions League der Frauen“ getauften 2. Runde des diesjährigen Women’s Cup setzte sich der haushoch gehandelte Miniturnierfavorit 1. FFC Frankfurt vor 553 Zuschauern im Stadion „Tribschen“ am Ende souverän und deutlich gegen sein schweizerisches Pendant, den früheren FC Sursee und jetzigen Schweizer Seriensieger SC LUwin.ch mit 4:0 (1:0) Toren durch. Dank des um einen Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber Sparta Prag führt er nach dem 1. Spieltag die Tabelle an. Die Tschechinnen, am Donnerstagabend nächster FFC-Gegner, konnten im parallel stattfindenden Duell den aserbaidschanischen Titelträger Gömrükcu Baku ebenfalls klar und deutlich mit 3:0 (2:0) in die Schranken weisen und ihre Anwartschaft auf das Erreichen des Viertelfinales untermauern.

556 Zuschauer sahen das Spiel im Stadion Tribschen in Luzern

Dabei brauchte der amtierende Deutsche Meister eine gewisse Anlaufzeit, um gegen die vor allem in der ersten Halbzeit taktisch klug operierenden sowie kämpferisch vollauf überzeugenden Gastgeberinnen überhaupt ins Spiel zu kommen und benötigte zur standesgemäßen Führung schon einen von Torfrau Marisa Brunner an Birgit Prinz verschuldeten Foulelfemeter, welcher von Renate Lingor sodann eiskalt verwandelt wurde (10.).

Die Schweizerinnen traten zwar auch noch nach diesem frühen Rückstand hoch motiviert und zweikampfstark auf, jedoch haperte es im Spiel nach vorne doch gewaltig, was nicht zuletzt ein großer Verdienst der souverän aufspielenden FFC-Abwehr um die diesmal als Libera aufgebotene Nia Künzer war. Erlebte Torfrau Marleen Wissink dank der Abräumerqualitäten ihrer Vorderleute einen ausgesprochen geruhsamen Abend, so konnte sich ihr Vis-á-vis Marisa Brunner vor allem nach dem Pausentee über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen.

Nachdem Kerstin Garefrekes in der 15. bzw. 44. Minute noch freistehend vergeben hatte, machte es die Weltfußballerin des


Viel Arbeit für die Schweizer Hintermannschaft gab's vor allem nach der Pause...

Jahres nach 54 Minuten besser, drehte sich im Strafraum in unnachahmlicher Art um die eigene Achse und versenkte die Kugel mit einem satten Linksdrehschuss unhaltbar ins linke Eck. Nur acht Minuten später tankte sich die gewohnt pfeilschnelle Torschützin zum 2:0 auf der linken Seite bis zur Torauslinie durch und bediente im zweiten Versuch die mitgelaufene Ex-Rheinenserin, welche aus Nahdistanz nur noch den Fuß hinhalten musste.

Damit waren alle Messen gesungen und der FFC konnte gegen die mit fortdauernder Spieldauer konditionell immer mehr nachlassenden Eidgenossinnen nunmehr endlich sein gefürchtetes Flügelspiel aufziehen, wobei sich vor allem die eingewechselten Meike Weber auf rechts bzw. Saskia Bartusiak auf der linken Seite eindrucksvoll in Szene setzen konnten.

Blitztor zum UEFA-Cup-Debüt: FFC-Hoffnungsträgerin Susanne Hartel

Das i-Tüpfelchen seiner glücklichen Einwechselhand setzte FFC-Coach Hans-Jürgen Tritschoks mit der Hereinnahme der erst 17-jährigen Nachwuchshoffnung Susanne Hartel, welche sich hierfür drei Minuten später mit ihrem ersten Treffer für den 1. FFC Frankfurt I im ersten UEFA-Cup-Spiel artig


bedankte und die Klassevorarbeit der immer stärker werdenden Kerstin Garefrekes im Stile einer Knipserin eiskalt zum standesgemäßen 4:0-Endstand verwerten konnte (88.).

„Völlig zufrieden“ zeigte sich Frankfurts Erfolgscoach nach dem Spiel, welches er sich vom Verlauf her „genauso vorgestellt und erhofft“ hatte und bezeichnete den Sieg gegen einen durchaus unbequemen sowie gut dagegenhaltenden Gegner als auch in dieser Höhe verdient. Der diesbezüglich gemachten Feststellung, wonach „die Tore genau zum richtigen Zeitpunkt gefallen sind“ kann man hierbei ebenso wenig widersprechen wie die Aussage Renate Lingors, welche mit ihrem frühen Elfmetertor „für eine Befreiung“ gesorgt hatte.

Aufstellungen:

1. FFC Frankfurt
Wissink – Künzer, Hansen, T. Wunderlich – Affeld, Kliehm, Lingor (72. Weber), P. Wunderlich (46. Bartusiak), Garefrekes – Prinz, Smisek (85. Hartel).

SC Luwin.ch
Brunner – Graf, Zahnd (74. Steffen), Ackermann, Kaufmann – Daetwyler, Weidmann, Meyer (68. Villiger) – Moser, Grüter, Gassmann (79. Zürny)

Tore:
1:0 Lingor (10./FE)
2:0 Prinz (55.)
3:0 Garefrekes (63.)
4:0 Hartel (88.)

Gelbe Karten: Moser, Weidmann

Schiedsrichterin: Ana de Toni (Italien)

Zuschauer: 556


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