Oddset-Cup

Ari kam am höchsten

Der Hallenpokal aus Sicht eines Potsdamfans

Von Lutz Noeske

26.1.2005    Den entscheidendenden Anstoß, nach Bonn zu fahren, lieferte Turbine-Sponsor BonnFinanz, als er den Trip beim Pokal-Viertelfinale gegen Bad Neuenahr am 12. 12. (aber nicht 12:12Uhr) im Programmheft für 70 Euro anbot.

Der Preis beinhaltete Busreise, Übernachtung und Eintrittskarte. So ein günstiges Angebot ist natürlich einmalig und muss genutzt werden. Nach ca. siebeneinhalb Stunden trafen gegen 23:30 Uhr wir in unserem Bonner Hotel „Zum wilden Schwein“ ein. Dies ist eine kleine, aber feine Adresse mit sehr komfortablen Zimmern. Die Turbine-Fans saßen dann noch eine reichliche Stunde zusammen bei Getränken und Bockwurst (an diesem Abend alles je 1 Euro) zusammen. Dort wurden wir vom Sponsor begrüßt, der auch die Bereitschaft signalisierte, wenn Interesse besteht, weitere Auswärtsfahrten in der Bundesliga zu organisieren. Nach einem sehr guten Frühstück ging es dann mit dem Bus zu Hardtberghalle, die wir etwa um 9:20Uhr erreichten. Nach einer Taschenkontrolle am Eingang hatten wir es geschafft . Mein erster Besuch von:

ODDSETCUP 2005

Im Foyer war Fanartikelverkauf, wo ich mir Wimpel und einige Nadeln anderer Bundesligavereine gekauft habe, denn auch ein Turbine-Fan vervollständigt immer gern seine Sammlung.
Dann nahmen wir unsere Plätze ein. Der Turbine-Block gehörte zu den größten. Außerdem waren noch hör- und sichtbar Rheine-, Bayern- und Frankfurt-Fans. Die anderen Mannschaften hatten sicherlich auch Unterstützung, aber fielen mir nicht so auf.. Die Halle empfand ich als relativ klein. Mit knapp 3000 Zuschauern wurde dann auch später ausverkauft gemeldet. Im Fernsehen wirkte es für mich größer.

Renate Lingor, Petra Wimbersky und Birgit Prinz (v.l.) im Gruppenspiel.

Bild: Volker Lieberum

Da man sich sehr frei in der gesamten Halle bewegen konnte (nur die Seite, wo sich die Auswechselbänke befanden, waren tabu), habe ich während der Aufwärmphase meine Turbinen begrüßt, die sich auch gefreut hatten, dass so zahlreich Fans von ihnen da waren.

Die Spiele fingen nach einer kurzen Begrüßung um 10:10Uhr an und dauerten 1x 10Minuten .


Die erfolgreichen Titelverteidiger

Bild: Jochen Ditschler

Die ersten zehn Spiele und natürlich alle Turbine-Auftritte habe ich vollständig gesehen. Dabei konnte ich mit erleben, dass ein Schuss von Ari fast an der Decke landete und damit der höchste war.
Das Niveau war nach meinem Eindruck sehr hoch. Es waren abwechslungsreiche und kaum einseitige Partien , bis auf Nr. 21: Crailsheim – FFC Frankfurt 0:8. Turbine sollte die Titelverteidigung erschwert werden, indem sich in ihrer Gruppe mit den sich früher als Hallen-Spezialisten erwiesenen Rheine und Neuenahr sowie Dauerrivale FFC Frankfurt befanden.

Das konnte Potsdam aber nicht erschrecken. Souverän marschierten unsere Mädels auf das „Endspiel“ um den Gruppensieg gegen Frankfurt zu, was beide mit angezogener Handbremse bestritten (0:0), so dass es zu folgenden Halbfinalspielen kam:

Frankfurt-Bayern und Duisburg-Turbine

Bei den Paarungen ohne Turbine waren wir dann für den Außenseiter bzw. für den, der Potsdam nützlich sein konnte.
Wie bereits oben erwähnt, habe ich nicht alles, was auf sich auf dem Kunstrasen zutrug, auch verfolgt, denn im „Zweitberuf“ bin ich Autogrammsammler. Dafür war der ODDSETCUP eine Goldgrube. Ich wusste zwar von meinen Erfahrungen aus Potsdam, dass es fast keine unfreundliche Bundesligaspielerin gibt, aber was ich dann erleben durfte, war sensationell.

Überall , wo man eine Spielerin getroffen hatte, konnte man diese ansprechen. Neben dem „einfachen“ Sammeln war es auch möglich, noch ein paar Worte zu wechseln, auch wenn dies meist auch nicht mehr als „Smalltalk“ war. Ich hatte extra den DFB-Kalender 2005 mitgenommen. Da sich auch im Foyer noch Spielerinnen separat für Autogramme zur Verfügung stellten, betrug meine Ausbeute fast 100%. Am Ende fehlte mir auf dem DFB-Kalender nur Martina Müller und bei meinen Einzelfotos TTM..


Ebenfalls toll fand ich die Fotoaktion für Kids. Auch ich habe mich in meinem hohen Alter fotografieren lassen. Mein persöhnlicher Star war in diesem Fall Britta Carlson.
Deshalb ist es voll und ganz berechtigt zu sagen, dass die Mädels genau so viel Hand- wie Fußarbeit verrichten „mussten“.

Beste Torhüterin, Torschützenkönigin und beste Spielerin des Turniers: von links Uschi Holl (FSV Frankfurt), Viola Odebrecht (Potsdam), Melanie Behringer (Freiburg)

Bild: Jochen Ditschler

Ab dem Halbfinale hieß es nur noch alles für Turbine. Im ersten Spiel haben alle Potsdam-Fans vergeblich auf ein Ausscheiden von Frankfurt gehofft., obwohl Bayern im 9m-Schießen fast dran war. So gab nach dem 1:0-Sieg gegen Duisburg das „Traumfinale“ Turbine-Frankfurt, wo die Emotionen richtig hoch kochen sollten nach Prinz rüder Attacke gegen Piwi. Das Verhalten unserer Weltfußballerin war mehr als unsportlich, denn dieses Foul trübte den guten Gesamteindruck, zumal es weder während des Spiels noch bei der Siegerehrung eine für die Zuschauer sichtbare Entschuldigung gab. Meine Gedanken gingen natürlich gleich weiter: Man sollte niemand Absicht unterstellen, aber ich hoffe, dass Piwi nicht am 6.3. ausfällt, wenn es nach Frankfurt geht. So weit muss man schon voraussehen. Da war es natürlich schön, dass Conny und Viola mit ihren Toren den Sieg über Frankfurt sicherstellen konnten. Schade, dass eine solche Top-Veranstaltung dieses unrühmliche Ende nehmen misste. Trotzdem werde ich versuchen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.


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