Oddset-Cup

Kopf hoch, Mädels !

Der Hallenpokal aus Sicht eines FFC-Frankfurt-Fans

Von Jochen Ditschler

26.1.2005    Kein Grund zur Trauer bei Spielerinnen und Fans des 1. FFC Frankfurt: Deutschlands Top-Mannschaft im Frauenfußball verlor zwar im Finale des Oddset-Cups gegen den Vorjahressieger und amtierenden Meister Turbine Potsdam denkbar knapp mit 3:5, präsentierte sich aber während der inoffiziellen deutschen Hallenmeisterschaft in der Bonner Hardtberghalle bestens gerüstet für die Bundesliga-Rückrunde.

Dabei weckten die Bilder nach dem Schlusspfiff sicherlich bei Einigen ungute Erinnerungen an die bitteren Niederlagen gegen Turbine Potsdam in der letztjährigen Bundesliga-Saison und im DFB-Pokalfinale. Doch während Birgit Prinz und Co. im vergangenen Jahr in den entscheidenden Spielen gegen Potsdam keine Chance hatte, stand das Hallen-Finale bis zur letzten Minute auf Messers Schneide. Nach Treffern von Renate Lingor (2x) und Prinz für den FFC sowie Conny Pohlers (3x) und Viola Odebrecht für Turbine Potsdam fiel die endgültige Entscheidung durch den zweiten Treffer von Odebrecht erst wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff. Viola Odebrecht wurde mit insgesamt 6 Treffern Torschützenkönigin des Turniers, auf den Plätzen 2 folgte Birgit Prinz (5 Treffer) sowie auf Platz 3 mit jeweils 4 Treffern Meike Weber und Renate Lingor (beide 1. FFC Frankfurt).

Spannendes Finale zwischen FFC Frankfurt und Potsdam

Bild:Volker Lieberum


Vor knapp 2.900 Zuschauern in der restlos ausverkauften Hardtberghalle war damit ein über siebenstündiger Fußball-Marathon mit 33 Partien zu Ende gegangen, der eine wahre Werbung für den Frauenfußball darstellte. In zwei Sechsergruppen waren die 12 Bundesligistinnen gegeneinander angetreten, die zwei jeweils Erstplatzierten hatten dann in den beiden Halbfinalbegegnungen und im Finale um den Oddset-Cup gespielt.


Die U19-Weltmeisterinnen wurden am Rande des Oddset-Cups geehrt

Bild: Jochen Ditschler

Insgesamt 102 Tore galt es zu bejubeln, und keine einzige Zeitstrafe, gelbe oder gar rote Karte trübte den hervorragend organisierten Fußballgenuss. Die Siegerinnen aus Potsdam erhielten neben dem Cup auch eine Prämie von 2.500 Euro, die zweitplatzierten Frankfurterinnen immerhin auch 1.500 Euro für die Vereinskasse.

Insbesondere in den Vorrundenspielen zeigte der 1. FFC Frankfurt hochklassiges Kombinationsspiel und war – nicht zuletzt aufgrund hervorragender Leistungen von Weltfußballerin Birgit Prinz und Nachwuchstalent Meike Weber – die beste Mannschaft der Vorrunde. 13 Punkte, 16 Tore und nur ein Gegentreffer standen nach den ersten 5 Spielen zu Buche, und auch beim vor Spannung knisternden 0:0-Remis im ersten Spiel gegen Turbine Potsdam hätte der FFC eigentlich den Sieg verdient gehabt. Der Sieg im hochdramatischen Halbfinale gegen den FC Bayern München gelang erst durch ein 5:4 nach 9-Meter-Schießen, doch im Finale raubten letztlich Unkonzentriertheiten in der Deckung dem FFC den Turniersieg. Wermutstropfen für Potsdam: Nach einem unglücklichen Zusammenstoß zwischen Birgit Prinz und Petra Wimbersky im Finale musste Wimbersky mit Verdacht auf eine Kapselverletzung ausgewechselt werden.

Der undankbare Vize-Titel war für FFC-Trainer Dr. Hans Jürgen Tritschoks dennoch kein Grund zur Trauer: "Ich muss meiner Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen. Sie hat trotz keinerlei Hallenvorbereitung ein tolles Turnier gespielt.


Wir sind hierher gefahren, um Spaß am Fußball zu haben und Werbung für den Frauenfußball zu machen, und das ist uns auch gelungen. Die Mannschaft ist stark genug, auch einmal eine Niederlage wegzustecken."

Renate Lingor verwandelt sicher im Elfmeterschießen

Bild:Volker Lieberum

In einer Spielpause erhielten außerdem die letztjährigen U19-Weltmeisterinnen aus den Händen von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ihre verdiente Ehrung. Damit nicht genug: Die sichtlich überraschte U19-Weltmeisterin Melanie Behringer (SC Freiburg) wurde außerdem zur besten Spielerin des Oddset Cup-Turniers gewählt.

Wenig Grund zum Jubeln hatte allerdings der FSV Frankfurt. Nach drei Niederlagen und 2 Unentschieden erfolgte das Turnier-Aus für die schwach spielenden Bornheimerinnen bereits in der Vorrunde. Kleines "Trostpflaster": Immerhin wurde FSV-Goalkeeperin Ursula Holl zur besten Torhüterin des Turniers gewählt.


FanSoccer Startseite