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Turnier in Jöllenbeck
„Nachrücker“ erobert Herzen der Zuschauer im Sturm
Internationale Topspielerinnen sorgen für ausgeglichenes Turnier in Jöllenbeck | ||
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Von Nadine Bieneck 13.1.2005 Die Veranstalter des Jöllenbecker Hallenturniers und die Mannschaft selbst hätten sich sicher nicht träumen lassen, dass der FC Gütersloh 2000 aus der 26.Auflage der Veranstaltung als „Meister der Herzen“ hervorgehen. War doch das Team mit dem geringsten Altersdurchschnitt und dem mit der 2.Bundesliga „gering- klassigsten“ Background erst zwei Tage vor Anpfiff für die kurzfristig ausgefallenen Damen vom tschechischen Meister SK Slavia Praha nachgerückt. Nicht nur die kurzfristige Zusage zu diesem Turnier von internationaler Klasse – „Wir wussten vorher, worauf wir uns einlassen und wollen uns so gut wie möglich verkaufen“, so Güterslohs Abteilungsleiter Horst Kötter – auch die frische, unbekümmerte Spielweise der Youngsters kam bei Zuschauern und den Turnierverantwortlichen gut an. Doch der Reihe nach. Seit 1977 richtet der TuS Jöllenbeck, ein Bielefelder Sportverein, ein Frau- enfußballhallenturnier aus. Anfangs lediglich dazu gedacht, der eigenen Damenmannschaft die fehlende Spielpraxis zu ver- schaffen, entwickelte sich daraus über die Jahre hinweg das bestbesetzte internationale Hal- lenturnier Deutschlands, wenn nicht gar über die deutschen Grenzen hinaus. So konnten in der Vergangenheit neben namhaften deutschen Teams auch inter- nationale Clubs von Rang und Namen in Jöllenbeck begrüßt werden, zu erwähnen sind hier insbesondere die skandinavischen Teams, auf deren Teilnahme sich das Turnier in den letzten Jahren auch eingependelt hat. Doch mit zunehmender Popularität des Frauenfußballs in Europa wird auch für Veranstalter Markus Baumann vom TuS Jöllenbeck die Organisation des Turniers immer schwieriger. So musste für das diesjährige Event im November eine kurzfristige Absage der beiden schwedischen Topvereine Umeå IK und Djurgården/Älvsjö, dem letztjährigen Turniersieger, ver- kraftet werden. Beide Mann- schaften konnten wegen Termin- schwierigkeiten nicht in Jöllenbeck dabei sein. Ersatz fand Baumann im norwegischen Verein Kolbotn IL und dem tschechischen Meister SK Slavia Praha. Letzterer musste zwei Tage vor Beginn des Turniers |
Ariane Hingst bei der Überreichung des Siegerpokals Bild: Jan Kuppert | |
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jedoch schweren Herzens ebenfalls wieder absagen. „Uns stehen aufgrund einer Grippeerkrankung nur noch sieben gesunde Spielerinnen zur Verfügung.“ so Slavias Pressesprecher Subrt enttäuscht, „das reicht einfach nicht, um an so einem hoch- klassigen Turnier teilnehmen zu können.“ Als Ersatz sprang kurzfristig der FC Gütersloh 2000 ein, Zweitligist der Staffel Nord.
Gespielt wurde zunächst in zwei Vorrundengruppen, die wie folgt zusammengesetzt waren:
Gruppe 1 – SK Trondheim-Ørn (vielfacher norwegischer Meister und Pokalsieger), Brøndby IF (Aktueller dänischer Meister und Pokalsieger), SC 07 Bad Neuenahr (derzeit auf dem 5.Tabellenplatz der 1.Bundesliga) und Hamburger SV (letztjähriger DFB-Hallenpokal- Finalist), Gruppe 2 – Kolbotn IL (norwegischer Meister 2002, Vizemeister 2001 & 2003, Pokalfinalist 2003), FFC Heike Rheine (derzeit auf dem 7.Tabellenplatz der 1.Bundesliga), 1.FFC Turbine Potsdam (Deutscher Meister und Pokalsieger 2004) und FC Gütersloh 2000 (derzeit 3.Tabellenplatz der 2.Bundesliga – Staffel Nord). Jede Mannschaft trat innerhalb ihrer Gruppe zu einem Hin- und zu einem Rückspiel gegeneinander an, gespielt wurde 1x12 Minuten. Auch wenn einige Mannschaften nicht mit ihrem Topkader anreisten |
- so weilten etliche der Spielerinnen des SC 07 Bad Neuenahr noch im Urlaub und waren daher nicht in Jöllenbeck dabei – glänzte die 1500 Zuschauer fassende Sporthalle der Realschule Jöllenbeck vor der internationalen Weltklasse, die sich die Ehre gab: neben Kerstin Stegemann, gerade erst von ihrem Wadenbeinbruch genesen („Sie brennt darauf, wieder zu spielen. Ich stelle es ihr frei, ob sie mitspielt.“ so Trainerin Werner) sah man fast die komplette Garde der Potsdamer Nationalspielerinnen und Welt- meisterinnen (Ariane Hingst, Viola Odebrecht, Conny Pohlers, Nadine Angerer, Anja Mittag …). Die Norwegerinnen aus Trondheim hatten gleich vier olympische Goldmedaillengewinnerinnen von 2000 (Gøril Kringen (damalige Spielerführerin der Olympia- Mannschaft), Unni Lehn, Bente Kvitland, Ragnhild Gulbrandsen…) sowie fünf weitere aktuelle Nationalspielerinnen dabei (Heidi Pedersen, Ingrid Hjelmseth…), im gleichen Zuge muss man die Olympiasiegerin Solveig Gulbrand- sen und die Nationalspielerinnen Kolbotns (Ingvild Stensland, Trine Rønning…) von Norwegens Kolbotn IL aufzählen. Dänemark brachte mit Anne Dot Eggers Nielsen sogar die „Dänische Fußballerin 2004“ mit nach Jöllenbeck und trat darüber hinaus mit weiteren National- spielerinnen an. Die Liste ist noch um einiges weiterführbar – dies soll einen Eindruck von der Qualität des Fußballs verschaffen, der in Jöllenbeck gespielt wurde. | |