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Hallenturnier

Kieler Underdogs überraschen beim Gütersloher Hallenmasters

Gütersloher Hallenmasters für U17-Juniorinnen

18. Januar 2012
Text von Andreas Jäger und Marion Kehren, Fotos von Henrik Martinschledde

Nach Ende des dreitägigen Megaevents war beim Team aus Kiel Partystimmung angesagt - soeben hatte man völlig überraschend das best besetzteste B-Juniorinnenturnier Deutschlands in Gütersloh für sich entschieden. „Wir sind selber überrascht“, strahlte Sabrina Eickhoff, Trainerin von Holstein Kiel. Als Neuling des Gütersloher Hallenmasters waren die Störche angereist, um die Großen ein wenig zu ärgern. Stattdessen spielten sie beim Hallenfußballturnier für B-Juniorinnen brillant auf und überraschten mit dem Turniergewinn.

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Die Überraschungssiegerinnen aus Kiel konnten es kaum glauben als sie den Siegerpokal in den Händen hielten. Der Underdogs aus aus dem hohen Norden nahm in diesem Jahr zum ersten Mal an dem Hallenmasters Teil ... eigentlich nur um die vermeidlich "Großen" ein wenig zu ärgern. Ist ja anscheinend gut gelungen :-)

Mit etwas Verspätung traf am Freitag das Team aus Rhade ein, Gott sei Dank musste der Spielplan nicht geändert werden. Die offizielle Begrüßung aller Teams, von Kiel bis Kriens und von Potsdam bis Duisburg, durch die Bürgermeisterin und einem Vertreter der Volksbank Gütersloh, dem Hauptsponsor des Turniers zeigte die große Bedeutung des Turniers auf. Die ersten Spiele der Vorrunde brachten auch schon die ersten kleinen Überraschungen. Da die Anreise für das eine oder andere Team recht strapaziös war, waren die Freitagsspiele allerdings nicht unbedingt ein Hinweis auf das spätere Abschneiden im Turnier.

Am nächsten Tag gab es so manche faustdicke Überraschung in der Vorrunde zu verzeichnen. Die im Vorfeld des Turniers als klare Teilnehmer für die A-Gruppe gesetzten Teams aus Essen-Schönebeck, Freiburg, Bayer Leverkusen, Hamburger, Sindelfingen und Gütersloh spielten "nur" in der B-Gruppe. Lange Zeit hatten sich auch die Gastgeberinnen gegen die Einstufung in diese Kategorie gewehrt, aber ausgerechnet der Nachbar aus Herford kickte die Gütersloherinnen schließlich in das B-Turnier. Trotz vieler Tränen nach dem vermeintlichen Ausscheiden war die Stimmung spätestens nach dem Abendessen wieder gut, denn schaute man nur auf das Teilnehmerfeld der B-Gruppe, so konnte man schon hier von einem hochkarätig besetzten Turnier sprechen. Spätestens beim Karaokeabend und der anschließenden Disco konnten die meisten Spielerinnen und Betreuer wieder lachen.

Am Sonntag war die Halle bereits mit dem Start um 10:00 Uhr brechend voll. Viele Eltern und Fans waren angereist und auch zahlreiche Gütersloher Zuschauer sorgen für eine würdige und lautstarke - Kulisse. Die Zuschauer sahen die letzten Gruppenspiele und einen 1. FFC Turbine Potsdam, der erwartungsgemäß in der Gruppe A1 Erster wurde. Aber irgendwie schienen die Brandenburgerinnen Sand in der Turbine zu haben. Völlig verdutzt registrierten die Besucher allerdings die Tatsache, dass der Underdog aus Kiel mit zwei knapp gewonnenen Partien Gruppensieger in Gruppe A2 wurde und sich damit völlig überraschend für das Halbfinale qualifizierte hatte. Der Qualifikant DJK Schlichthorst wurde Erster der B1 Gruppe und der SC Freiburg holte sich den Gruppensieg in der B2 Gruppe.

Im ersten Halbfinale in Gruppe A traf der Herforder SV, eine Truppe, die bislang hervorragende Ergebnisse gezeigt hatte nun auf Holstein Kiel und legte los wie die Feuerwehr. Die Kielerinnen gerieten recht schnell in Rückstand, gaben aber nicht auf und erzielten kurz vor Schluss noch den Ausgleich. Beim fälligen Neunmeterschiessen behielten die Nordlichter die Nerven und siegten schließlich mit 5:6. In der zweiten Halbfinalpartie setzt sich Potsdam gegen das überraschend starke Team aus Kriens durch und stand somit als zweiter Finalist in der Endrunde der A-Gruppe. Die Favoritenrolle im Endspiel lag eindeutig bei den Torbinen aus Potsdam, aber die Störche aus Kiel nutzen ihre Chancen gegen stark aufspielende Gegnerinnen. Mit tollem Passspiel und schnellen Vorstößen schafften sie die Sensation und schicken Potsdam mit 3:0 nach Hause – Davon hatte zu Anfang des Turniers mit Sicherheit keiner zu träumen gewagt. Platz 3 belegte Herford mit einem 2:0 Sieg über das Team aus Kriens. In der B-Runde wurde die DJK Schlichthorst mit einem 1:0 Sieg gegen Freiburg Sieger des B-Turniers. Gastgeber Gütersloh konnte sich durch einen 6:4 (2:2) Erfolg im Neunmeterschießen immerhin noch den dritten Platz sichern.


 Isabel Hochstein, Sandra Starmanns, Elena-Dorina Dorloff, Nadja Steinborn


Die elf Jahre bestehende Regel, dass ein Verein der nicht in der Schule übernachten würde, das Masters nicht gewinnen könne, besteht seit diesem Jahr nun nicht mehr. Bei der Pokalübergabe durch den Landrat des Kreises standen alle Zuschauer auf und feierten nicht nur die Pokalsieger, sondern auch alle anderen Mannschaften. Nach drei tollen Turniertagen, mit einer hervorragenden Organisation verabschiedete der FSV Gütersloh somit zwanzig zufriedene Mannschaften und freut sich bereits auf das Masters 2013.

Die Platzierungen:

Abschlusstabelle A-Turnier:
1. Holstein Kiel
2. 1.FFC Turbine Potsdam
3. Herforder SV
4. SC Kriens
5. FC Rhade
6. SC 07 Bad Neuenahr
7. 1.FC Nürnberg
8. FSV Jägersburg
9. FCR 2001 Duisburg
10. 1.FC Lokomotive Leipzig

Abschlusstabelle B-Turnier:
1. SV DJK Schlichthorst
2. SC Freiburg
3. FSV Gütersloh 2009 I
4. VfL Sindelfingen
5. Bayer 04 Leverkusen
6. SV 67 Weinberg
7. SG Essen-Schönebeck
8. Hamburger SV
9. FSV Gütersloh 2009 II
10. BV Cloppenburg


Jocelyn Hampel, Gurbet Kalkan, Laura Schneider

Beste Torhüterin: 
Laura Schneider (SC Kriens)


Beste Spielerin: 
Gurbet Kalkan (FCR 2001 Duisburg)


Beste Torschützinnen: 
Jocelyn Hampel (FSV Gütersloh 2009)




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