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Text und Bilder von Lutz Kollmann
24. Januar 2012 - Bei der 18. Auflage des DFB-Hallenpokals der Frauen sicherten sich die Hessinnen zum siebten Mal den Pokal. "Wir haben nicht unverdient gewonnen", so das Resümee von Frankfurts Trainer Sven Kahlert. Dazu bedurfte es allerdings einer enormen Steigerung im Laufe des Turniers.
Gewinner ... des DFB-Hallenpokals der Frauen 2012 - 1. FFC Frankfurt
Magdeburg
war zum dritten Mal Austragungsort der Veranstaltung, die auf einmalige
Weise und publikumsnah alle Erstligisten in einem Turnier zusammenführt.
Die Vorrunde, die in drei Staffeln ausgespielt wurde, war die Domäne der Titelverteidigerinnen aus Potsdam. In Gruppe A standen sie den Teams aus Leipzig, Hamburg und Leverkusen gegenüber und wurden erwartungsgemäß und als einzige Mannschaft verlustpunktfrei Staffelsieger. Da taten sich die späteren Finalisten schwerer.
Duisburg zog im ersten Spiel der Gruppe B gegen München mit 1:3 den Kürzeren. Mit einem 6:1 Sieg über die SG Essen-Schönebeck besserte der FCR sein Torverhältnis auf, so dass noch der Staffelsieg gelang.Auch Frankfurt startete mit einer Niederlage gegen Wolfsburg.
Besser lief es gegen Jena und Bad Neuenahr und damit Platz 1 in der Gruppe C. Die Staffel-Zweiten Hamburger SV, Bayern München und USV Jena sowie die beiden besten Drittplatzierten Bayer 04 Leverkusen und SC 07 Bad Neuenahr komplettierten das Viertelfinale. Bitteres Vorrunden-Aus dagegen für die Wölfinnen, denen immerhin der Trost bleibt, den späteren Turniersieger bezwungen zu haben.
Das erste Viertelfinale war zugleich Endstation für den amtierenden Deutschen Meister. Bad Neuenahr verstand es, den in der Vorrunde praktizierten Potsdamer Tempofußball konsequent zu unterbinden und mit schnellen Kontern selbst zum Torerfolg zu kommen. Zwar retteten sich die Brandenburgerinnen mit dem späten Ausgleich durch Kristin Demann noch ins Neunmeterschießen, aber hier beendete Almuth Schult den Turbinen-Traum von der Titelverteidigung. Standesgemäßes Resultat dann im zweiten Viertelfinale Duisburg gegen Jena.
Trotz des Aus hinterließen die Thüringerinnen mit ihrer kämpferischen Einstellung einen starken Eindruck und gehörten zu den positiven Überraschungen des Turniers. Ebenso die 19-jährige Dzsenifer Marozsán. Im Spiel der Frankfurterinnen gegen Neuenahr brillierte sie als perfekt harmonierende Partnerin von Lira Bajramaj, erzielte allein in dieser Partie drei Treffer und konnte nach dem Turnier die Ehrung als Torschützenkönigin (7 Treffer) und als beste Spielerin entgegennehmen. Als echter Krimi entwickelte sich der Kampf um den letzten Halbfinalplatz. Sekunden vor der Sirene konnte der HSV die Münchener Führung ausgleichen, und das anschließende Neunmeterschießen mit 9:8 für sich entscheiden.
Im Halbfinale machte der SC Bad Neuenahr klar, dass der Sieg gegen Potsdam kein Zufall war. Die Truppe von Trainer Colin Bell verlangte den Duisburgerinnen alles ab und musste sich nur knapp mit 1:2 geschlagen geben. Dagegen nahm sich Frankfurt gegen den HSV wohl eine "Aus-Zeit", quälte sich mit einem 1:1 über die Spielzeit und in die Entscheidung vom Neunmeterpunkt. Den Erfolg mussten sich die Frankfurterinnen mühsam erzittern. Erst nach dem 22. Neunmeter konnten die Frankfurterinnen den Finaleinzug bejubeln.
Im Endspiel sahen die 4.682 Zuschauer eine durchweg überzeugende
Vorstellung des 1. FFC Frankfurt. Souverän, konzentriert und
zielstrebig erspielte sich der amtierende DFB-Pokalsieger einen
ungefährdeten 4:0 Sieg über inzwischen kraftlose Löwinnen und damit
auch den Hallenpokal.
Stimmen nach dem Turnier:
"Die Revanche für Kiel ist uns gelungen. Ein riesen Kompliment an meine Truppe. Wir nehmen sehr viel Selbstvertrauen mit in die Rückrunde. Wir haben da noch Einiges vor." Trainer Kahlert stellte im Anschluss klar, dass dies nur der Auftakt für die 2012er Titelsammlung war.
Auch sein Duisburger Kollege Marco Ketelaer war mit der Leistung seiner
Schützlinge zufrieden und verteilte Komplimente an die Ausrichter des
Turniers.
Dem schloss sich Hannelore Ratzeburg an. "Es war ein spannendes
Turnier. Der Frauenfußball wird hier sehr positiv aufgenommen." so die
DFB-Vizepräsidentin.
Auch Spielerinnen betonten immer wieder, dass für sie der Spaßfaktor zählt. Die Veranstalter konnten sich einer Rekordkulisse erfreuen und die Zuschauer bekamen in 25 Spielen sehenswerte Fußballkost mit 100 Toren plus 35 Toren im Neunmeterschießen geboten. Dazu eine nahezu perfekte Organisation, ein attraktives Rahmenprogramm und eine gut funktionierende Gastronomie. Lange Schlangen gab es lediglich am Autogrammstand, wo selbst "Neu-Schwedin" Anja Mittag gastierte. In der Tat freuten sich alle Beteiligten über ein gelungenes Fußballfest. Beste Voraussetzungen also für eine Neuauflage 2013.
Platzierung:
1. 1. FFC Frankfurt
2. FCR Duisburg
3. Hamburger SV
3. SC 1907 Bad Neuenahr
Schiedsrichterinnen:
Christine Baitinger (Magstadt), Dr. Riem Hussein (Bad Harzburg), Mirka Derlin (Bad Schwartau), Kathrin Heimann (Gladbeck)
Zuschauer:
4.682
Alle Ergebnisse unter:
www.dfb.de
Weitere Bilder vom Turnier unter:
www.girlsplay.de
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