Algarve-Cup

Fußballreise nach Portugal

Fan-Tagebuch Seite 3

zurück

Samstag, 12.03.:
Heute steht ein Ausflug zum Barragem do Arade auf dem Programm, das ist ein Stausee und Wassersportrevier nordöstlich von Silves. Die Straße N124 ist eine ziemliche Holperpiste. Beim ersten Versuch verpassen wir die Abzweigung und müssen etliche Kilometer zurückfahren. Eine genauso holprige Nebenstraße bringt uns dann ans Ziel. Vor uns liegt die wohl leerste Talsperre, die wir je gesehen haben. Ein interessanter Anblick, aber irgendwie nicht das Wahre. Also weiter. Wir fahren nach Louie, das wir sonst ja verpassen wurden, weil kein Spiel unserer Mannschaft dort läuft. Dort ist gerade ein Markt und rund um die Altstadt ist ziemlicher Stau. Kurzer Rundgang, sehr nett! Zufällig sehen wir, dass in unserer Karte das Hotel eingetragen ist, in dem unsere Mannschaft logiert. Also nichts wie hin! Je näher wir dem Ziel kommen, desto unklarer wird allerdings die Lage. Alles mögliche ist ausgeschildert, nur unser Ziel nicht. Man fährt hin, man fährt wieder zurück - weiter! Da, ganz zufällig , ein Schild in die ungefähre Richtung. Meine Güte, was für eine Stoßdämpfer - Teststrecke! Aber, der asphaltierte Eselspfad führt tatsächlich zum Ziel. Sehr hübsch - und sehr abgelegen. Hier kann man sich wirklich ungestört vorbereiten.

Sonntag. 13.03.:
Das Städtchen Alvor ist tatsächlich einen Ausflug wert. Eine gut erhaltene Altstadt mit kleinen Gässchen, die zum Teil für den Autoverkehr gesperrt sind - so wünscht man sich das! Hier ist alles fest in britischer Hand und auf einem halben Quadratkilometer Fläche gibt es hier mehr Irish Pub's als in ganz Hamburg. Unten an der Uferpromenade zeigt ein Blick nach links - Flutlichtmasten! Und ganz nah! Das kleine Stadion verfügt nur über eine Art ,,halbe" Tribüne, aber wieder über einen gut gepflegten Rasen. Als wir dann unsere Platze einnehmen, entpuppt sich einiges als schlimmer, als es zunächst den Anschein hatte: die Tribune ist so flach, dass man nicht mal im Stehen über den blöden Maschendrahtzaun (eine Spezialität offenbar aller kleinen Stadien hier) hinwegschauen kann. Und man muss stehen, sonst verdeckt die Überdachung einer Trainerbank und - links von uns - ein gemauerter Zugang das halbe Spielfeld. Den Erbauer dieses Stadions sollte man teeren und federn!

Deutsche Fans

Aus der gut 50 Köpfe zählenden deutschen Kolonie, die sich bis zum Spielbeginn einfindet, erfahren wir nicht nur endlich auch Ergebnisse aus den anderen beiden Gruppen, sondern auch, dass Sandra Minnert sich im Norwegenspiel das Nasenbein gebrochen hat.

Die chinesische Nationalmannschaft stand "falsch herum"

Beim Abspielen der Nationalhymnen ergibt sich ein origineller Anblick: Die Schiedsrichterinnen und das deutsche Team schauen zur Tribüne, die Chinesinnen zeigen uns ihre Rücken - sie sind wohl verpflichtet, bei ihrer Hymne auch ihre Flagge anzuschauen und die weht halt auf der gegenüberliegenden Seite.


Das Spiel:
Deutschland beginnt mit der Aufstellung: Rottenberg - Hingst, Jones, Fuss, P. Wunderlich - Carlson, Odebrecht, Garefrekes - Smisek, Prinz, Pohlers. Der Anpfiff erfolgt pünktlich um 16.15 Uhr. Die Chinesinnen beginnen mit aggressivem Forechecking, lassen kaum deutsches Aufbauspiel zu. Die 5. Spielminute sieht die ersten beiden Eckbälle für China, die 7. Minute gleich 3 Eckbälle für die deutschen Damen - aber gefährliche Situationen entwickeln sich daraus nicht.

Pia Wunderlich am Ball vor dem chinesischen Tor, im Hintergrund Sandra Smisek

Erst nach einer guten Viertelstunde kommt Deutschland zusehends besser ins Spiel, aber die gesamte erste Halbzeit bleibt ein zähes Ringen um jeden Meter Raumgewinn - von flüssigem Kombinationsspiel keine Spur. In der 18. Minute erzielt S. Smisek per Kopfball das 1:0. Zwei Minuten später streicht ein Kopfball von K. Garefrekes am langen Pfosten vorbei, nach schöner Vorarbeit von B. Prinz. Leider keine Vorentscheidung. Die 26. Spielminute ergibt den ersten ernsthaften Torschuss der Chinesinnen - knapp drüber. Bis zur 44. Minute tut sich nichts erwähnenswertes, aber nun gibt es Elfmeter für Deutschland

Elfmeter für Deutschland

nach einem Faulspiel. S. Smisek läuft an - und schießt den Ball in leichter Rückenlage übers rechte Toreck. Entscheidung vertagt, um 17.01 Uhr geht's in die Pause. Zur zweiten Halbzeit kommen auf deutscher Seite Stegemann, Lingor und Behringer für Prinz, Garefrekes und Pohlers. Die Chinesinnen kommen wesentlich konzentrierter und aggressiver aufs Spielfeld zurück, als das deutsche Team, das teilweise geistig schon das Endspiel zu planen scheint. So entwickelt sich ein für die deutschen Fans nicht besonders anschauliches Kampfspiel, in dem die deutsche Abwehr sehr viel zu tun bekommt. In der 71. Minute kommen dann A. Mittag und C. da Mbabi für Smisek und Carlson. In der 82. Minute erzielen die Chinesinnen mit einem Heber über S. Rottenberg ein Tor - zum Glück Abseits!

Vioala Odebrecht umzingelt von drei Chinesinnen. Im Hintergrund Sandra Smisek

Eine Minute später wird da Mbabi auf halbrechts geschickt, dringt in den Strafraum ein und gibt nach halblinks auf die mitgelaufene P. Wunderlich - 2:0, die nicht mehr für mögliche gehaltene Entscheidung! Bis zum Schlusspfiff um 18.06 Uhr passiert dann kaum noch was. Endspiel erreicht! Deutschland - China 2:0, Eckenverhältnis 8:4


Montag, 14.03.:
Morgen ist der Finaltag und wir haben uns entschlossen, eine Art Fußball-Marathon zu absolvieren: Ein Vormittagsspiel findet im für uns nahe gelegenen Guia statt, Drei weitere dann in Faro, eine knappe halbe Autostunde entfernt. Für ein Sightseeing-Programm in

Eine kleiner Straße in Faro

Faro wird uns also morgen die Zeit und der Nerv fehlen, also machen wir das heute! Auf dem Largo de San Francisco, einem großen kostenlosen Parkplatz neben der alten Festung stellen wir unseren Wagen ab. Die Festung mit der Kathedrale, der angrenzende Motorboothafen

Boote im Hafen von Faro

und nicht zuletzt die Altstadt, zur Fußgängerzone umgestaltet, sind wirklich sehenswert. Zum Abschluss schauen wir uns noch die beiden Stadien für morgen an. Das Estadio de Sao Luis, benannt nach der danebenliegenden Kirche, ist die Spielstätte des Proficlubs Farense. Es liegt mitten in einem Wohngebiet und gleich neben einer Notfallklinik. Die Parkplatzsuche morgen kann ja heiter werden! Ganz anders verhalt es sich beim Estadio Algarve,

Das Stadion Estadio Algarve

einem zur EM 2004 errichteten Neubau neben der Schnellstraße zwischen Faro und Louie (bzw. der A22). Eigene Ausfahrt von der Schnellstraße und großzügige Außenanlagen mit Parkplatzen ohne Ende. Tolle Dachkonstruktion und ebenso tolle Farbgebung der Sitzplatzreihen - ein echtes Schmuckstück!

Der Eingang des Stadions


weiter


Zur FanSoccer-Startseite