Algarve - Cup

Deutschland bleibt Schwedens Angstgegner

Schweden – Deutschland 1:2 (0:1)

Von Martin Kochem

22.3.2005    Gleich zum Auftakt der 12. Auflage des alljährlich an der wunderschönen Südküste Portugals ausgetragenen Algarve-Cups bekam es der amtierende Welt- und Europameister mit Schweden, dem vermeintlich stärksten Dauerkontrahenten auf europäischer Ebene der letzten Jahre zu tun.

Dabei erwischte die Elf von (Noch-) Bundestrainerin Tina Theune-Meyer einen Auftakt nach Maß und ging bereits nach 5 Minuten mit der ersten Torchance des Spiels überhaupt mit 1:0 in Führung. Sarah Günther hatte sich auf der linken Seite mit nach vorne geschlichen und bediente mustergültig die goldrichtig stehende Sandra Smisek, welche Schwedens Torhüterin Nr. 2 Hedvig Lindahl keine Abwehrchance ließ. Zwar entwickelte sich im „Estadio Municipal“ zu Lagos in der Folgezeit ein munteres Spielchen mit teilweise sehenswerten Kombinationen auf technisch hohem Niveau, jedoch ließen beide Teams die sich ihnen bietenden Gelegenheiten zunächst ungenutzt. So versäumte es insbesondere die deutsche Mannschaft, das vorentscheidende 2:0 zu machen, als die wie immer eminent fleißige Birgit Prinz nach einem Solo (27.) bzw. schönem Doppelpass (52.) im letzten Moment gebremst wurde, Teamkollegin Kerstin Garefrekes einen Kopfball knapp neben das Gehäuse setzte (41.) sowie erneut Sandra Smisek ebenfalls nach einem Dribbling (55.) zu lange zögerte.


Schwedens Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Deutschland

Bild: Martin Kochem


Dies sollte sich gemäß alter Fussballerweisheit folgerichtig in der 68. Minute rächen, als Lotta Schelin der erst zur Pause eingewechselten Sandra Minnert im Mittelfeld den Ball abluchste und von der rechten Außenbahn aus für die mitgelaufene Sara Johansson


Ariane Hingst wurde für ihr 100. Länderspiel für Deutschland geehrt

Bild: Beate Wolter

auflegte, welche aus kurzer Distanz keine Mühe hatte, den zu diesem Zeitpunkt gewiss nicht (mehr) unverdienten Ausgleich zu markieren. Dieser hatte sich vor den (trotz freien Eintritts !) leider nur 80 Zuschauern auch bereits zuvor mehrfach angedeutet, doch scheiterten sowohl Salina Olsson (51.) als auch die auffällige Vorlagengeberin Lotta Schelin (65.) an der hervorragend aufgelegten Torfrau Nadine Angerer, welche durch mehrere Glanzparaden den letztendlich doch in Ordnung gehenden deutschen Sieg festhielt. Für diesen zeichnete sich wieder einmal die „Frau für alle Fälle“ in Person der Weltfussballerin des Jahres verantwortlich, als diese in der 76. Minute nach langem Pass aus der eigenen Hälfte an den Ball kam, in einzigartiger Manier noch zwei schwedische Abwehrspielerinnen austanzte und mit einem trockenen Drehschuss das passende Jubiläumsgeschenk für Ariane Hingst bereithielt, welche vor dem Anpfiff für ihr 100. Länderspiel geehrt worden war.

Schweden:
Lindahl – Westberg (63. Törnqvist), Marklund, Bengtsson, Nykvist – Moström (82. Östberg), Andersson (60. Seger), Schelin, Sjöström (82. Karisson) – Jungberg (48. Johansson), Olsson (60. Sjögran).

Deutschland:
Angerer - Stegemann, Hingst, Jones (46. Krahn), Günther (46. Minnert) - Garefrekes, Carlson, Lingor (46. Odebrecht), P. Wunderlich (46. Pohlers) - Smisek (62. Mittag), Prinz.

Tore:
0:1 Smisek (6.)
1:1 Johansson (68.)
1:2 Prinz (76.)

Karten: keine
Schiedsrichterin: Tovar (Mexiko)
Zuschauer: ca. 80

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