DFB-Pokalfinale

"Das Pokalfinale ist immer etwas Besonderes!"

Interview mit Pia Wunderlich (FFC Frankfurt) und Ariane Hingst (Turbine Potsdam, vorige Seite)

Zum Interview mit Ariane Hingst

Interview mit Pia Wunderlich

Was war für Dich der schönste Moment im Zusammenhang mit Eurer fünften Meisterschaft?
Das Schönste und Überraschendste war für mich das Spiel in Hamburg, da wir natürlich nicht damit gerechnet hatten, dass Turbine Potsdam beim FSV nur ein Unentschieden schafft. Als wir das vor dem Match erfahren haben, waren wir natürlich alle total aufgeregt, da uns klar war, dass noch ein Sieg zur Meisterschaft reichen würde. Da war es umso schöner, dass wir den Titel bereits in Hamburg klar machen konnten.

Nach der unglücklichen "Vize-Saison" 2003/2004, wie fühlt man sich gerade nach diesem Frust-Erlebnis jetzt als Spielführerin der wieder erstarkten deutschen Meisterinnen?

So möchte Pia Wunderlich auch am Samstag wieder jubeln. Hier präsentierte sie am Pfingstmontag sie den begeisterten Zuschauern im Frankfurter Stadion am Brentanobad den Meisterpokal

Bild: Jochen Ditschler

Nach dem letzten Jahr, wo wir drei Titel verpasst haben, war natürlich der Druck auf uns ziemlich groß. Einige hatten uns ja schon fast abgeschrieben, dass unser Team zu alt oder wir nicht mehr erfolgshungrig genug seien. Und deshalb hat das sehr gut getan, es gleich im Folgejahr wieder zu packen und das nur mit einer Saison-Niederlage. Viel besser hätte es für uns einfach nicht laufen können.

Wie sehr hat denn diese eine Niederlage gegen den FCR Duisburg wehgetan, ohne die ihr keinen einzigen Punktverlust gehabt hättet?
Im Endeffekt sind wir deutscher Meister geworden, also Schwamm drüber, aber unser Ziel war schon, als die Meisterschaft feststand, nun auch alle Saisonspiele zu gewinnen. Dieses Ziel haben wir leider nicht geschafft, und da war die Enttäuschung in der Mannschaft schon ziemlich groß, weil wir gerade auch das erste Heimspiel als Deutscher Meister verloren haben. Aber wir sind Meister, nur das zählt.

Woran, glaubst Du, hat es gelegen, dass Euch diesmal in der Bundesliga niemand ernsthaft Paroli bieten konnte? Welche Rolle hatte dabei der neue Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks?
Unser Trainer hatte natürlich einen gewaltigen Anteil an unserem Erfolg. Ich persönlich habe elf Jahre unter Monika Staab trainiert, da kann man sich schon ziemlich auf die Trainerin einstellen. Und


Mit dem neuen Sponsor auf der Brust soll der sechste Pokalsieg eingefahren werden. Hier betrachten Pia Wunderlich, Renate Lingor, Trainer Hans-Jürgen Tritschoks und Nia Künzer (v.l.n.r.) das Modell der neuen Frankfurter "Commerzbank-Arena" (ehemals Waldstadion)

Bild: Jochen Ditschler

wenn da einmal frischer Wind kommt, macht das schon sehr viel aus, ohne jetzt die Erfolge von Monika Staab schmälern zu wollen. Aber vor allem sind wir in diesem Jahr einfach geschlossen als Team aufgetreten, und wir hatten alle den Willen, Deutscher Meister zu werden und wieder im UEFA-Cup zu spielen. Und ich denke, das hat uns in dieser Saison einfach ausgezeichnet.

Während sich Euer Liga-Konkurrent aus Potsdam in der Rückrunde mit Sonja Fuss und Cristiane prominent verstärkt hatte, war der FFC bemerkenswert zurückhaltend bei Neuverpflichtungen. War das vielleicht sogar für das Teamgefüge ein Vorteil?
Ich denke, das muss man differenziert sehen.

Turbine Potsdam hat in drei Wettbewerben gespielt, und gerade durch den UEFA-Cup war die Belastung einfach noch größer als bei uns. Ich denke, da braucht man einfach einen größeren Kader. Den werden wir im nächsten Jahr auch brauchen, und da ist es wichtig, dass man viele gleichwertige Spielerinnen auf der Bank sitzen hat.

Pia Wunderlich, die Dauerläuferin und Flankengeberin

Bild: Jochen Ditschler

Was sind für Dich persönlich die wichtigsten Stärken Eures Teams und vom Finalgegner Turbine Potsdam?
Potsdam hat seine Stärken ganz klar in der Offensive, der Sturm um Pohlers, Wimbersky, Cristiane und Mittag ist sehr, sehr stark. Bei uns tue ich mir schwer, da jemanden besonders hervorzuheben, und ich texttexttexttexttext


will ja auch taktisch nicht zuviel verraten.

Als Spielführerin: Welche Spielerin aus Eurem Team hat Dich in dieser Saison am positivsten überrascht?
Ich möchte da vor allem einmal Judith Affeld nennen, die einzige Nicht-Nationalspielerin in unserem Stammkader, aber auch unsere beiden Nachwuchsspielerinnen Meike Weber und Susanne Hartel, von denen wir in Zukunft sicher noch viel erwarten können.

Bekommt ein Sonderlob der Spielführerin: Judith Affeld

Bild: Jochen Ditschler

Wie wichtig ist Euch nach der anstrengenden Saison das DFB-Pokalfinale? Was habt Ihr Euch als Team, was Du Dir persönlich für das DFB-Pokalfinale vorgenommen?
Pia Wunderlich: Wir wollen natürlich ganz klar das Finale gewinnen, und das haben wir uns auch fest vorgenommen. Aber es ist sowieso immer etwas Besonderes, in Berlin zu spielen. Da gehen einem schon viele Erinnerungen durch den Kopf. Wir wollen auf jeden Fall die Revanche und den sechsten Pokalgewinn.

Du wirst wahrscheinlich im Juni ja Deine 100er-Feier bei der Nationalmannschaft haben. Was ist das für ein Gefühl?
Das ist im Moment noch nicht so wichtig. Außerdem geht es bei einer Europameisterschaft vor allem ums Team und darum, dass wir den Titel erfolgreich verteidigen, da ist meine 100er-Feier erst einmal zweitrangig.

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