DFB-Pokal Viertelfinale

Freiburg im Halbfinale!

SC Freiburg - VFL Wolfsburg 4:1

Text: Johannes Huber

Nach einem fulminanten Start - der SC ließ keinen Zweifel an seiner Favoritenstellung - stand es bereits nach sechs Minuten 1:0. Die U19-Weltmeisterin Melanie Behringer verwandelte durch einen Schuss, der an eine Flanke von Günter Netzer erinnerte: praktisch aus dem Stand und der "Tiefe des Raumes". Doch die Freude währte nicht lange. Direkt nach dem Wiederanpfiff kam der SC zunächst wieder in Ballbesitz, Behringer wurde auf der Außenbahn auf Höhe der Mittellinie umgestoßen, was die sonst gut leitende Schiedsrichterin Martina Storch-Schäfer nicht ahndete, wodurch die Wolfsburgerinnen in Ballbesitz kamen, der Ball kam schnell in den Strafraum und landete schließlich nach einem unübersichtliche Gestochere zum 1:1 Ausgleich durch Andrea Wilkens im Netz.

Danach wurde die Partie zunehmend zerfahren, lediglich in der 19. Minute kam der VfL einmal gefährlich vors SC Tor, der Schuss von Claudia Müller landete jedoch am Außenpfosten. Nach einer halben Stunde wurde das Spiel wieder munterer, ein Solo von Havva Kutal, die von der Mittellinie weg drei Gegenspielerinnen stehen lies konnte nur knapp vor dem Strafraum durch ein Foul gestoppt werden. Den fälligen Freistoß schoss Behringer jedoch direkt in die Arme der Wolfsburger Torhüterin Carmen Kern. Nur fünf Minuten später, die nächste Großchance der Freiburgerinnen, Katja Bornschein spurtete über links auf das Tor der Wolfsburgerinnen, sah die auf halbrechts freistehende Behringer, flankte, und Behringer scheiterte nur an der in dieser Szene glänzend haltenden Kern. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kam es nach einem Freistoß aus 30 m noch einmal zu einer konfusen Szene im Freiburger Strafraum, die jedoch letztlich souverän geklärt wurde. Der darauf folgende Konter der Freiburgerinnen war vielversprechend, einmal mehr über Behringer vorgetragen, die jedoch einen Moment zu lange zögerte, eh sie den Ball auf Karine Levy spielte, die schon im Abseits stand.

Nach der Halbzeitpause war es erneut Behringer, die auf der rechten Seite an der Strafraumgrenze gefoult wurde, den Freistoß hob Bornschein über Freund und Feind hinweg direkt ins Netz: 2:1 (48.'). Der SC drehte auf und versuchte die Partie alsbald zu entscheiden. In der 56. Minute hatte Behringer die Chance durch ein frühzeitiges 3:1 alles klar zu machen. Sie ging alleine auf die Torhüterin der Wolfsburgerinnen zu, anstatt den Ball selbst zu


Alexandra Kury vom SC Freiburg freut sich wie ihre Kameradinnen aufs Halbfinale

Bild: Volker Lieberum

verwandeln spielte sie auf die völlig frei- aber eben auch im Abseits stehende Levy ab.
Vier Minuten später verfehlte Kutal nach einem aus 20 m, halbrechts geschossenen Freistoß von Bornschein, nur knapp das Gehäuse. Es sollte noch einmal spannend werden, die Wolfsburgerinnen wurden etwas stärker und erhöhten den Druck, der aber nur eine Viertelstunde anhielt. In der 58. Spielminuten patzte die Torhüterin, und Levy verwandelte im Nachschuss souverän zum 3:1. Zwei Minuten später hatte erneut Levy die Chance auf 4:1 zu erhöhen, sie ging alleine auf Kern zu, und versuchte sie mit einem Heber zu überlisten, der jedoch in den Armen der Wolfsburger Torhüterin landete. Kurz darauf kam Wolfsburg noch einmal gefährlich vors Freiburger Tor, konnte aber auch diese Chance nicht verwandeln.

Zwei Minuten vor Schluss kam dann der SC doch noch zum 4:1 durch Vera Kuri-Wilhelm, die erst vier Minuten zuvor für Levy eingewechselt wurde. Insgesamt boten die SC-Frauen eine


homogene und starke Mannschaftsleistung, bei der besonders Behringer durch ihre zahlreichen Chancen und Alexandra Stegmann durch ihre große Agilität und Laufleistung auffielen. Im Halbfinale hat der SC Freiburg nun Heimrecht gegen den deutschen Vizemeister und Vizepokalsieger 1. FFC Frankfurt, der gegen die SG Essen-Schönebeck erst nach Verlängerung mit 3:0 gewinnen konnte.

Das Halbfinale findet am 28. März 2005 statt. Auf den Rängen waren schon einmal die obligatorischen "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin"-Rufe zu hören.

 

Wir danken Johannes Huber vom Dorfgeschwätz recht herzlich, dass wir den Artikel veröffentlichen durften.