DFB-Pokal Viertelfinale

Essen zwingt FFC Frankfurt in die Verlängerung

1.FFC Frankfurt – SG Essen Schönebeck 3:0 n.V.

Text und Fotos von Tom Schlimme

12.12.2004   Am Ende wurde es doch noch die erwartet klare Angelegenheit, aber bis dahin hatten die Spielerinnen des 1.FFC Frankfurt schwer zu kämpfen, um das Essener Abwehrbollwerk zu überwinden. Als klarer Außenseiter angereist, hatte Essens Trainer Ralf Agoli keine Scheu, seine Spielerinnen massiv um den eigenen Strafraum zu dirigieren und so den Frankfurter Angreiferinnen das Tore schießen schwer zu machen. So drückend die Feld- überlegenheit der Frankfurterinnen auch war, in der Nähe des Straf- raums wurde es immer wieder zu eng, und wenn eine Frankfurter Stürmerin doch einmal umzingelt von Essenerinnen zum Schuss kam, wurde meist überhastet daneben geschossen, so dass die Essener Torfrau Stefanie Löhr kaum eingreifen musste. So ging es der nach ihrer Verletzung erstmals wieder eingesetzten Birgit Prinz gleich mehrmals, am aussichts- reichsten wohl in der 25. Spielminute, als sie eine scharf hereingegebene Vorlage von Renate Lingor knapp über das Tor jagte.

Renate Lingor (links) im Zweikampf mit Charline Hartmann

Die agile Sandra Albertz war in der 37.Minute mit einem schönen Drehschuss von der Strafraumgrenze auch nicht erfolgreicher, genauso wenig wie vorher Katrin Kliehm oder kurz vor der Halbzeitpause Steffi Jones, die am Fünfmeterraum stark bedrängt knapp vorbeischoss. Insgesamt waren es sechs, sieben Chancen in der ersten Halbzeit, wo den Frankfurterinnen neben der nötigen Portion Glück auch etwas Ruhe und Abgebrühtheit zum Torerfolg zu fehlen schienen.

Nach der Halbzeitpause stellte Frankfurts Trainer Dr. Jürgen Tritschoks die starke Katrin Kliehm, die in der ersten Halbzeit links gespielt hatte, auf die rechte Seite. Prompt lief es für Frankfurt auf der rechten Seite besser, dafür war jetzt aber die linke Seite praktisch abgemeldet. Sonst änderte sich nicht viel im Spiel, das weiter weitgehend in der Essener Hälfte stattfand. Ein Kopfball von Steffi Jones in der 55.Minute ging nur Millimeter über das Tor, ein strammer Schuss von Birgit Prinz in der 63.Minute wurde gerade noch von einer Abwehrspielerin abgeblockt, ein schöner Kopfball von Sandra Albertz ging knapp über das Tor, und Katrin Kliehm, die ein Superspiel machte und an diesem Tag beste Frankfurterin war, traf mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze die Latte. Pech für die Frankfurterinnen, die sich aber vorwerfen lassen mussten, gegen den spielerisch sicher schwächeren Gegner nicht noch mehr Druck aufbauen zu können. Die verletzten Pia Wunderlich und Louise Hansen wurden schmerzlich vermisst. Dabei lieferte die 17-jährige Meike Weber ein gutes Spiel, fing mit großem Einsatz viele Bälle der Essenerinnen im Mittelfeld ab und brachte manch gute Aktion nach vorne.Doch Kerstin Garefrekes, Renate Lingor und Judith Affeld, die in der xx.Minute gegen die 18-jährige Jennifer Stammler ausgewechselt wurde, konnten sich nicht so wie gewohnt in Szene setzen. Gut möglich, dass hier auch die schlechten Platzverhältnisse eine Rolle gespielt haben, denn bei Minus Vier Grad war der Boden hart gefroren und schwer bespielbar, was das Kombinationsspiel der Frankfurterinnen nicht gerade begünstigte.

Jetzt hätte es nur noch gefehlt, dass ein Essener Konter zum Erfolg geführt hätte, und die Sensation wäre perfekt gewesen. Doch solche Konter fanden kaum statt, und wenn stand die Frankfurter Abwehr, allen voran Steffi Jones, weitgehend sicher. So ging es dann torlos in die Verlängerung, in der es dann doch noch so kam, wie es kommen musste. Ein unglückliches Eigentor in der 100. Minute brachte Essen auf die Verliererstraße. Plötzlich machte Essen auf, wollte den Ausgleich, und da waren die Räume da, die Frankfurt braucht.


Machte ein gutes Spiel: die 17-jährige Meike Weber (links hinten)

Ein tödlicher Pass aus dem Mittelfeld erreichte Renate Lingor im Strafraum, und die ließ sich auch von der Torhüterin nicht mehr am 2:0 in der 108.Minute hindern. Nur drei Minuten später gelang dann Jennifer Stammler mit einem schönen Kopfball der verdiente 3:0 Siegtreffer.


1. FFC Frankfurt:

Marleen Wissink - Christina Zerbe, Steffi Jones, Tina Wunderlich, Judith Affeld (67. Jennifer Stammler) - Kerstin Garefrekes, Meike Weber, Renate Lingor, Katrin Kliehm - Sandra Albertz, Birgit Prinz.


SG Essen-Schönebeck:

Stefanie Löhr - Stephanie Schubert, Carina Chojnacki, Claudia Mandrysch, Sabrina Duhme - Daniela Arndt (103. Carola Winter) - Jennifer Balkenhol (74. Karina Hellmann) Nadia Gäggeler, Katrin Lange, Mirja Kothe - Charline Hartmann (103. Petra Unterbrink).


Schiedsrichterin: Inka Müller (Stendal).

Zuschauer: 400

Tore: 1:0 Mandrysch (100./Eigentor), 2:0 Lingor (108.), 3:0 Stammler (111.).

 Zur FanSoccer-Startseite