| Text und Bilder von Ralf Dauksch
13.09.2011 Bei strömendem Regen kam es in Herford zu einem reinen Zweitligaduell.
Gegner des heimischen HSV war der FFC Oldesloe, der seit dieser Saison mit dem VfB Lübeck kooperiert. Herford gewann in der ersten Runde souverän mit 13:0 beim
Sachsenpokal-Finalisten Heidenauer SV, der Gast aus Schleswig-Holstein setzte sich bei der SG Blau-Weiß Beelitz ebenfalls mühelos durch und gewann 7:1. Im
Vorfeld dieser Zweitrundenpartie war kein klarer Favorit auszumachen, Herford setzte sich dann aber überlegen mit 4:1 durch und erreichte das Achtelfinale, vier
von fünf Toren wurden von eingewechselten Spielerinnen erzielt.
Jubel nach dem wichtigen 2:1: mit diesem
Tor der gerade erst eingewechselten Jil Urbas fanden die Spielerinnen des Herforder SV ins Spiel zurück und gewannen nach zwischenzeitiger
Schwächephase doch noch souverän mit 4:1
Beide Mannschaften fanden nur schwer ins Spiel, in der ersten Viertelstunde gab es kaum Strafraumszenen. Die 359 Zuschauer mussten bis zur 17. Minute warten,
bis es die erste große Torchance gab: Herfords österreichische Nationalspielerin Marion Gröbner konnte aus 6 Metern abziehen, scheiterte jedoch an Gästekeeperin
Jennifer Weber. Wenige Minuten später brachte Anna Laue einen Freistoß von rechts vor das Tor, Deniz Harbert und Lena Schulte verfehlten den Ball nur knapp. Die
erste gefährliche Situation der Gäste entstand durch einen Freistoß von Daniela Schacher, den Torhüterin Friederike Abt sicher abwehren konnte. Im direkten
Gegenzug erreichte ein langer Pass von Lena Wermelt die freistehende Anna Laue, die noch Torhüterin Jennifer Weber umkurvte und dann zur verdienten Herforder
Führung einnetzen konnte (32. Spielminute). Nur sechs Minuten später hatten die Oldesloerinnen erneut Glück, als Desirée Lenz nur den Außenpfosten traf. Auch
die letzte Aktion der ersten Halbzeit gehörte dem Herforder SV, Marion Gröbner verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter. Die ersten 45 Minuten gehörten ganz
klar dem Erstligaabsteiger, die Gäste waren mit dem knappen Rückstand gut bedient.
In der Pause wurde beim Gast aus Bad Oldesloe kräftig gewechselt: Kristina Kucharski und Vanessa Hamed ersetzten Sarah Begunk und Johanna Wöhler, aber die erste
gute Offensivaktion kam vom Herforder SV, als Innenverteidigerin Friederike Schaaf aus gut 30 Meter auf das Tor schoss. Jennifer Weber konnte den Ball jedoch
problemlos fangen. In der 50. Minute ging Anna Laue in einem Zweikampf verletzt zu Boden und musste außerhalb des Spielfelds behandelt werden, nur eine Minute
später erwischte es auch Friederike Schaaf, die im Gegensatz zu Laue nach kurzer Zeit weiterspielen konnte. In der Folge verlor der HSV immer mehr den Faden,
man agierte unsicher und leistete sich vermehrt Fehlpässe, was den Gästespielerinnen einige gute Chancen ermöglichte. Nach einer Stunde Spielzeit konnte
Friederike Abt noch gegen Carina Wolfgramm den Ausgleich verhindern, zwei Minuten später ließ Kristina Kucharski die heimische Abwehr nicht gut aussehen und
traf zum 1:1-Ausgleich. Nach einem Freistoß von Svenja Fritz erreichte der Ball die völlig alleingelassene Madeline Gieseler, die die Oldesloer Führung auf dem
Fuß hatte, dann aber von der Unparteiischen wegen einer angeblichen Abseitsposition zurückgepfiffen wurde. Eine klare Fehlentscheidung der in einigen
Situationen unsicheren Schiedsrichterin. Nachdem bereits Giustina Ronzetti für die verletzte Anna Laue im Spiel war, wechselte Jürgen Prüfer in der 72. Minute
erneut. Für die kämpferisch starke Lena Schulte kam die erst 16-jährige Jil Urbas zu ihrem Saisondebüt. Es dauerte keine 60 Sekunden bis Ronzetti den Ball
eroberte, sich auf der linken Seite durchsetzte und auf die mitgelaufene Jil Urbas passte, die mit ihrem ersten Ballkontakt das Leder aus gut 20 Metern über die
weit vor dem eigenen Gehäuse stehende Weber zum 2:1 lupfen konnte. Mit dieser Führung endete auch die Herforder Schwächephase, bereits kurz darauf scheiterte
Ronzetti mit einem Distanzschuss an Weber. Zehn Minuten vor dem Ende verpasste Kucharski nach einer Ecke von Daniela Schacher das Ziel nur knapp, es sollte der
letzte Torschuss für den FFC in diesem Spiel bleiben. Herford wollte jetzt die Entscheidung. Zunächst konnte Weber mit einer großartigen Reaktion noch einen
Schuss von Ronzetti abwehren, doch in der 81. Minute war es soweit: ein langer Pass der 17-jährigen Friederike Schaaf konnte von Svenja Fritz nicht richtig
abgewehrt werden, sondern landete direkt vor den Füßen der einschussbereiten Ronzetti, die das vorentscheidende 3:1 erzielte. Nachdem Lena Wermelt und Marion
Gröbner weitere Chancen ausließen, tanzte sich die flinke Jil Urbas auf der linken Seite durch drei Gegenspielerinnen, tunnelte zwei von ihnen und passte auf
Yvonne Hansmeier, die den Ball auf die heransprintende Giustina Ronzetti verlängerte, die auf 4:1 erhöhte.
Aufgrund der ersten Halbzeit und der starken Schlussphase war der Herforder Sieg auch in dieser Höhe verdient, wurde aber durch die Verletzung von
Leistungsträgerin Anna Laue überschattet. Es bleibt zu hoffen, dass es sich nicht wie befürchtet um einen Bänderriss handelt. Auf den FFC Oldesloe wartet noch
einiges an Arbeit, will man den von Vielen geäußerten Erwartungen entsprechen, in der Spitzengruppe der zweiten Liga mitzuspielen.
Herforder SV: Abt – Hansmeier, Schaaf, Dünker, Gröbner – Harbert, Voss, Lenz, Schulte (72. Urbas) – Laue (54. Ronzetti), Wermelt
(85. Drewitz)
FFC Oldesloe:
Weber – Wöhler (46. Hamed), Wenzel, Fritz, Schacher – Pashley, Engel, Wolfgramm, Begunk (46. Kucharski), Runge - Gieseler
Tore:
1:0 Anna Laue (32.)
1:1 Kristina Kucharski (62.)
2:1 Jil Urbas (74.)
3:1 Giustina Ronzetti (81.)
4:1 Giustina Ronzetti (86.)
Gelbe Karten: Schaaf / Wöhler
Schiedsrichterin: Kim-Jana Trenkner mit Svenja Pleuß und Sabrina Schulz
Zuschauer: 359
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