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05. Dezember 2011
Bericht und Fotos von Martin Meier
Der FCR 2001 Duisburg steht nach einem deutlichen 0:7 Erfolg beim klassentieferen FSV Gütersloh 2009 im DFB Pokal Halbfinale und hat genau eine Woche nach dem unerwarteten 2:3 Triumph beim amtierenden Deutschen Meister FFC Turbine Potsdam bewiesen, dass man neben dem Bundesligaalltag auch die ungeliebten Pflichtaufgaben mit der dafür notwendigen Gewissenhaftigkeit anzugehen gewillt ist.
Steffi Weichelt, Christina Bellinghoven, Luisa Wensing, Alexandra Popp und Jennider Oster feiern den Einzug ins DFB Pokal-Halbfinale ausgelassen.
In einer Partie, in der sich die Ostwestfälinnen von Beginn an nur vereinzelt vom Duisburger Dauerdruck befreien konnten, legten Kozue Ando und Alexandra Popp mit jeweils drei erzielten Treffern den Grundstein für den Sieg und trugen dazu bei, dass die Löwinnen mit direktem Kurs auf das am 12.05.2012 in Köln stattfindende DFB Pokalfinale zusteuern.
FCR Coach Marco Ketelaer, der sein Team aufgrund eines grippalen Infekts von Linda Bresonik, die zuletzt in Potsdam durch ein Eigentor, einen verschossenen Strafstoß und den Siegtreffer in der letzten Spielminute zur dramatischen Hauptdarstellerin avancierte, auf genau dieser Position umstellen musste, schickte die 16 jährige Jackie Groenen auf der Zehner-Position ins Rennen. Die neue Formation fand von Beginn an ins Spiel und brauchte keine Viertelstunde, um sichtbare Akzente zu setzen. Während ein Kopfball von Luisa Wensing in der 12. Minute noch knapp über des FSV Gehäuse strich, zappelte das Spielgerät 120 Sekunden später das erste Mal im Netz der Gastgeber. Die Gütersloher Defensive konnte die Situation in ihrem eigenen Strafraum nach einem Islacker Schuss nicht zu ihren Gunsten klären und so ließ sich Kozue Ando auf Duisburger Seite nicht zweimal bitten und beförderte das Leder per Drehschuss zum 0:1 in die Maschen.
Gütersloh zeigte sich von dem Gegentreffer zwar nicht geschockt, vermochte aber nur vereinzelt Gegenwehr zu leisten. Man verlegte sich auf schnell vorgetragenen Konter, die über die flinken Angelika Widowski und Lina Magull zwar durchdacht ausgespielt wurden, aber spätestens an der Strafraumgrenze gegen die gut positionierte Abwehr der Löwinnen ihr Ende fanden.
Ganz andere Kunststücke vermochte man auf der Gegenseite zu produzieren. Während Alexandra Popp nach einer guten, halben Stunde einen Fallrückzieher noch über das Tor schoss, machte sie es in der 34. Minute wesentlich präziser. Ca. einen Meter hoch in der Luft schwebend jagte sie das Leder erneut per Fallrückzieher in einer Art und Weise ins Tor, die selbst "Mr. Fallrückzieher" -Klaus Fischer- hätte vor Neid erblassen lassen. Dem 0:2 ließ Mandy Islacker in der 39. Minute mit einem diskussionswürdigen Strafstoß noch einen weiteren Treffer zum 0:3 folgen, so dass bereits vor dem zweiten Durchgang die Fronten geklärt waren.
In der Halbzeitpause gewährte FCR Coach Ketelaer dann Mandy Islacker und Laufwunder Simone Laudehr eine Verschnaufpause und schickte für sie Stefanie Weichelt und Barbara Müller ins Rennen. Eine Schrecksekunde für den FCR dann direkt nach dem Seitenwechsel: Bei einer von Annabel Jäger abgefälschten Magull-Ecke hatten viele der 656 Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, doch der Ball strich um wenige Zentimeter am Gehäuse von Christina Bellinghoven vorbei. Am Spielverlauf und der Duisburger Überlegenheit änderte das nichts und die weiteren Investitionen der Löwinnen wurden in Minute 57. belohnt, als erneut Kozue Ando nach einem schnellen Angriff über die rechte Außenbahn höchstpersönlich zum 0:4 abschloss.
Nun ließen die tapfer kämpfenden Gütersloherinnen in der Folge ein wenig die Köpfe hängen und mussten in der Endphase der Partie ihrer bemerkenswerten Spielweise kräftemäßig Tribut zollen. Die sich so ergebenden Freiräume nutzte das Duisburger Sturmduo Ando/ Popp geschickt schraubte das Ergebnis durch Treffer in der 85., 87. und 90. Minute auf 0:7.
Wohin die Reise für den FCR 2001 Duisburg im DFB Pokal Halbfinale geht, entscheidet sich in der am 21. Dezember durchgeführten Pokalauslosung, doch nun rücken erstmal die wichtigen Ligagaspiele, die beide Teams am kommenden Wochenende zu bestreiten haben in den Fokus. Während der FSV Gütersloh 2009 sich in Liga 2 mit dem direkten Tabellennachbarn vom BV Cloppenburg misst, steht am kommenden Samstag um 14.00 Uhr im Homberger PCC Stadion mit der Partie FCR 2001 Duisburg - 1. FFC Frankfurt ein absoluter Leckerbissen auf dem fußballerischen Speiseplan. Können die Löwinnen nach den letzten Ergebnissen befreit aufspielen, so ist das Aufeinandertreffen für den in den letzten Wochen enttäuschenden Club vom Main schon jetzt vermutlich die letzte Chance, noch ins Rennen um die Meisterschaft einzugreifen.
Stimmen zum Spiel:
Marco Ketelaer, Trainer FCR 2001 Duisburg: "Erstmal ein Kompliment an Gütersloh, die heute versucht haben, alles in die Waagschale zu werfen und uns das Leben schwer zu machen. Unser Gegner hat versucht, uns über den Kampf das eine, oder andere Problem zu bereiten und über schnelle Konter immer wieder Nadelstiche zu setzen, was vereinzelt auch gelungen ist. Unter dem Strich denke ich, dass das Resultat ein wenig zu hoch ausgefallen ist, aber im Endeffekt haben wir das Spiel gewonnen, sind somit ins Halbfinale eingezogen und warten welche nächste Aufgabe auf uns zukommt."
Markus Graskamp, Trainer FSV Gütersloh 2009: "Glückwunsch nach Duisburg, an dem Sieg gibt es nichts zu rütteln, denn sie waren heute mindestens eine Klasse besser als wir. Trotzdem bin ich nicht ganz unzufrieden, auch wenn aus meiner Sicht der Sieg ein wenig zu deutlich ist. In der ersten Halbzeit hätten wir ein wenig besser in den Zweikämpfen sein müssen, um weitere Tore zu vermeiden, aber man muss an dieser Stelle auch noch mal die Klasse des Gegners anerkennen. Am Ende haben wir ein wenig die Köpfe hängen lassen und in den letzten Minuten die Tore mehr oder weniger abgeschenkt. Für uns war es ein Highlight, doch nun müssen wir uns wieder auf die kommenden Aufgaben in der Liga vorbereiten."
Stenogramm:
FSV Gütersloh 2009:
Herkrath - Posdorfer (63. Bröckl), Jäger, Barwinsky, Bentkämper, Granz, Hermes, Gessat, Widowski (82. Paul), Hackmann (69. Schmücker), Magull
FCR 2001 Duisburg:
Bellinghoven - Wensing, Krahn, Himmighofen (65. Hogewoning), Neboli, Groenen, Laudehr (46. Weichelt), Oster, Islacker (45. Müller), Popp, Ando
Tore:
0:1 Ando (14.)
0:2 Popp (34.)
0:3 Islacker (39.) FE
0:4 Ando (57.)
0:5 Ando (85.)
0:6 Popp (87.)
0:7 Popp (90.)
Gelbe Karten:
Bentkämper, Hackmann / -
Schiedsrichterin:
Marina Wozniak (Herne) mit Monique Elsner und Caroline Telahr
Zuschauer:
656
Weitere Fotos unter www.martinmeier.eu
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