DFB-Pokal, 2. HauptrundePokalfight mit kuriosem VerlaufSC Freiburg - ETSV Würzburg 6:3 (3:1) | ||
| Text : Stephan Tegründe (Bild rechts: Symptomatisch für das Spiel: Freiburg oben auf, Würzburg am Boden. Dennoch hätte die Partie durchaus zum Stolperstein für den
Erstligisten werden können, denn der ETSV glich zweimal aus. Hier überspielt Hasret Kayikci ihre Gegenspielerin Romina Kuffner.)
Von Beginn an hohes Tempo. Die Hausherrinnen begannen druckvoll, nahmen von Beginn an das Heft in die Hand und wollten ein Würzburger Aufbauspiel gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. Dies gelang ihnen gut, denn bereits in den ersten Minuten gab es eine Eckballserie für Freiburg, wobei ein daran anschließender Kopfball knapp auf der Linie geklärt werden konnte. In der 7. Spielminute war es dann soweit, nachdem sich die Französin Marina Makanza über links durchsetzte und ihre Gegenspielerin tunnelte: ihre Hereingabe ließ Meyer für die zentral heranstürmende Kayikci durchlaufen, die dazwischen preschende Abwehrspielerin Jeanette Seitz wurde von dieser Finte überrascht, konnte dem Ball nicht mehr ausweichen und drosch ihn aus dem Lauf heraus zum 1:0 ins eigene Gehäuse.
Freiburg setzte nach und war bestrebt die Führung auszubauen: diesmal tauchte die agile Makanza über rechts auf, ihre Flanke war jedoch zu ungenau; gleiches gilt für eine kurz darauf folgende schöne Kombination von Chioma Igwe und Isabelle Meyer. Der ETSV versuchte sich aus dieser Umklammerung zu befreien und mit Abersfelder und Manger erste Nadelstiche zu setzen, war dabei aber nicht zwingend. Entsprechend überraschend der Ausgleichstreffer: nach einem unglücklichen Abpraller in der Freiburger Hälfte reagierte die quirlige Julia Manger am schnellsten, spitzelte den Ball an der vielleicht einen Bruchteil zu spät herauseilenden Torfrau Marisa Brunner vorbei und schob völlig unbedrängt zum 1:1 ein. (Bild links: Nach einem Eckstoss in der Frühphase des Spiels klärt hier Carina Breunig am rechten Pfosten für die bereits geschlagene Keeperin Stephanie
Kübler).
(Bild rechts: Obwohl die Gäste aus Franken, wie hier Jeanette Seitz gegen Essi Sainio, alle Hände voll zu tun hatten, sich der Freiburger Angriffe zu erwehren, gelang ihnen doch zweimal der Ausgleich. Und als wäre dies noch nicht bitter genug, zog in der anschließenden Situation Kapitänin Kerstin Boschert nach schöner Vorarbeit von Kayikci und Meyer aus
knapp 20m ab. Kübler im Würzburger Tor konnte noch ihre Hände an den Ball bringen – doch der Ball war sehr scharf geschossen, und der Effet bewirkte, dass er
sich hinter Kübler unerreichbar in die Maschen senkte. So ging es mit dem verdienten, aber in der Entstehung aller Treffer recht kuriosen 3:1 in die Pause.
(Bild links: Hoppla, das geht ins Auge. Die Szene zum 2:3 Anschlußtreffer, als Julia Manger (7) die Freiburger Abwehr einschließlich Keeperin Marisa Brunner ganz schlecht aussehen ließ.) Sollte der Zweitligist das Spiel nun drehen? Einiges sprach dafür, doch Freiburg hatte etwas dagegen. Nachdem Trainer Milorad Pilipovic mit Maier und Krüger
für Igwe und Nowak frische Kräfte gebracht hatte, fanden die Gastgeberinnen allmählich ihre Linie wieder und profitierten kurz darauf vom Mut der algerischen
Nationalspielerin Lydia Miraoui, die 30 Meter vor dem Tor aus halbrechter Position einfach abzog und das Spielgerät unter die Latte des Würzburger Gehäuses
hämmerte … der Ball kam hinter der Linie auf, ein Traumtor zum 4:3! Weiter ging es nur zwei Minuten später: Kübler konnte einen Freistoß nur abklatschen, Hasret
Kayikci ließ sich aus elf Metern nicht lange bitten und krönte ihre tolle Leistung mit einem überlegten Schlenzer in den Winkel. Nach diesem erneuten
Doppelschlag war die Gegenwehr des ETSV endgültig gebrochen, und die Breisgauerinnen glänzten wie im ersten Durchgang mit schönen Kombinationen, von denen
allerdings nur noch die Aktion der schnellen Marina Makanza, die - nach feinem Zuspiel von Meyer - Kübler im Würzburger Tor austanzte und aus spitzem Winkel zum
Endstand von 6:3 einschob, erfolgreich war.
Fazit: Ein unterhaltsames Pokalmatch, das die Gastgeberinnen über lange Zeit dominierten und entgegen der Ansicht des Gästetrainers auch deutlicher hätten gestalten können – manchmal wollte man es einfach zu schön machen. Der SC Freiburg zieht verdient in die nächste Runde und hat nun zwei Wochen Zeit, die erkennbaren Schwächen in der Hintermannschaft abzustellen, um sich im kommenden Bundesliga-Heimspiel (wegen des Papstbesuchs in Freiburg wurde die Partie auf Sa., 24.09., 14.00 Uhr vorgezogen) zu behaupten. (Bild rechts: Nach dem Ausgleich für Würzburg brachte Trainer Milorad Pilipovic mit der Einwechslung von Juliane Maier - hier im Duell mit Cecilia Gaspar - und Myriam Krüger frischen Wind in Freiburgs Angriffsspiel. Auf das Spiel freut sich besonders eine der heutigen Protagonistinnen: Hasret Kayikci trifft mit den Breisgauerinnen auf ihren früheren Arbeitgeber, den FCR
2001 Duisburg.
Dem ETSV muss man zu Gute halten, dass sie nach der Pause nicht aufsteckten und – wenngleich durch grobe Abwehrschnitzer begünstigt – zum zwischenzeitlichen
Ausgleich kamen. Hier war in der Tat eine deutliche Leistungssteigerung zum Spiel in Mönchengladbach zu erkennen. Insgesamt traten sie aber nur über gut 20
Minuten als ebenbürtiger Gegner auf. Die Fränkinnen können sich nun auf die Liga konzentrieren und erwarten dort am nächsten Sonntag mit der Zweitvertretung des
SC 07 Bad Neuenahr einen weiteren Aufsteiger, gegen den endlich die ersten Punkte eingefahren werden sollen.
Stenogramm:
SC Freiburg:
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